Home
| Home |   | Sitemap |   | Testimonials |   | Partner |   | Links |   | Stichwortverzeichnis |   | Inscreenum |  

| Aktuelle Ausgabe
| Archiv
| Anzeigen
| Abo/Einzelausgaben
| Veranstaltungen/Dienste
| Über COVISS
| Redaktion/Verlag
| Leserbriefe
| Kontakt
| Impressionen
| Bestellung Buch




Respektvoller Umgang mit Betonoberflächen
Remineralisierung von konventionell organisch sanierten Betonoberflächen
 
Beton wurde bis im letzten Jahrhundert vor allem als Konstruktionsmaterial verwendet. Als solches steht er mit seinen unerreichten Vorteilen seit jeher unbestritten im Zentrum des Interesses von Planenden und Auftraggebern. Bezüglich seiner optischen Qualitäten gehen die Meinungen auseinander. Grund dafür ist oft mangelndes Verständnis für das Wesen des Mineralischen sowie fehlendes Wissen über Möglichkeiten, schwierige Betonoberflächen mit einem Hauch von Farbe zu einem stimmigen Ganzen zu verbinden.

Beton gilt nicht ganz zu Unrecht als Synonym für Unzerstörbarkeit. Dennoch können auch bei diesem Material technisch ungeeignete Beschichtungen beachtliche Schäden bzw. teure Sanierungen nach sich ziehen. Aus materialtechnologischer Sicht werden die möglichen Beschichtungssysteme für Beton oft einseitig – hauptsächlich im Zusammenhang mit erhöhten CO2-Schutzanforderungen – betrachtet. Differenzierte Lösungen für die Behandlung und Gestaltung von Betonoberflächen erfordern aber die gleiche Sorgfalt, wie sie bei allen Entscheiden in Bezug auf die Wirkung von Oberflächen gefordert ist. Allzu oft fehlen rund um die Betonsanierung Prämissen oder materialspezifische Überlegungen für einen betonadäquaten Oberflächenfinish, der nicht nur bauphysikalischen, sondern auch optischen Kriterien standhält. Ein solcher Finish vermag dem sanierten
Beton – gerade nach einem vielleicht unvermeidlichen organischen Eingriff – wieder ein betongerecht wirkendes Aussehen zurückzugeben.

Nun ist es so, dass selbst bei Fachleuten, die den Baustoff Beton als solchen grundsätzlich schätzen, ein differenzierter Blick auf die Qualität seiner Oberfläche bisweilen schwerzufallen scheint. So werden Betonbauten im Zuge von Sanierungsarbeiten unbeabsichtigt optisch beleidigt. Weniger wegen einer vielleicht unvermeidlichen Anwendung synthetischer Sanierungsmittel, als vielmehr, weil der Eingriff zuletzt mit einem unkritisch und vorschnell gewählten deckenden organischen Egalisierungsanstrich zugedeckt oder gar mit guter Absicht auf diese Weise «cachiert» worden ist. Allzu oft bleibt in der Folge eine optisch hart veränderte Betonoberfläche zurück, deren Ausdruck und «Sprache» mit dem ursprünglichen Beton nichts mehr gemeinsam hat. Bei partiellen Eingriffen erscheint das Gesamterscheinungsbild dann gestört. Statt «lebendigen» Beton zeigen die deckend überstrichenen Gebäudepartien nur noch flach wirkende, «betongraue» (!) Dispersionsfarbe, die sich allein schon wegen ihrer organischen Zusammensetzung fremdartig vom mineralischen Originalbeton absetzt.

Mehrschichtig aufgebaute, mit etwas Korn durchsetzte mineralische Dünnschichtfarben, mit der Bürste vertrieben, eignen sich hervorragend, selbst organisch behandelten Beton sanft zu remineralisieren, das heisst den Beton wieder als mineralischen Baustoff erscheinen zu lassen. Ein Hauch von Mineralfarbe vermag die Heterogenität diverser Eingriffe und Flickstelen auf der Betonfassade so zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenfassen, dass selbst bei Sanierungen mit organischen Fremdstoffen der Beton also solchen, das heisst mit seiner typischen optischen Qualität, erkenntlich bleibt. 
 
Ausgabe "2021/4 - November/Dezember" bestellen
 
Text COVISS
Bild Gregor Eigensatz




Verkehrshaus