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Umbau Chalet Quilucru in Zeneggen
Nachhaltige Lösung für maximale Wohnqualität
 
Architekten, die sich verpflichtet fühlen, bei jedem Projekt möglichst nachhaltige Lösungen umzusetzen ... Eine offene und auf Ökologie bedachte Bauherrin ... Eine weitgehend intakte vorhandene Bausubstanz … Dies alles bildete eine ideale Ausgangslage für einen architektonisch stimmigen und materialtechnisch nachhaltigen Chaletumbau.

Das Dörfchen Zeneggen liegt idyllisch auf über 1450 Höhenmetern inmitten der Walliser Alpen. Typische Schweizer Chalets, in Strickbauweise konstruiert und mit teilweise über hundertjähriger Geschichte, prägen das Dorfbild und fügen sich scheinbar willkürlich zu einer beschaulichen Nachbarschaft mit kleinen Plätzen und qualitätvollen Ausblicken zusammen. Das historische Chalet der Bauherrschaft liegt inmitten dieses Mikrokosmos und wurde im Laufe der Jahre mehrfach umgebaut. Dennoch erwies sich die Bausubstanz nach dem Rückbau weniger Bausünden wie PVC im Bad oder Laminat im Wohnbereich als ideale Grundlage für einen ökologisch vertretbaren Umbau mit wertigen Strukturen, Formen und Materialien.

Historische Bausubstanz und zeitgemässe Architektur im Dialog
Im Zuge der Sanierung stand einerseits der respektvolle Umgang mit der historischen Bausubstanz, aber auch eine wirkungsvolle Kombination mit zeitgemässer Architektursprache im Vordergrund. So ist es gelungen, neue und alte Bauteile effektvoll zu einem gemeinsamen Ganzen zu fügen und dem ehrwürdigen Chalet ein frisches, aber dennoch selbstverständliches Erscheinungsbild zu verleihen. Der spielerische Umgang mit Farbigkeit und Materialität trägt dazu bei, bestehende und neue Bauteile deutlich ablesbar zu machen. Neue Fensteröffnungen sind präzise gesetzt und lassen die einmalige Landschaft Teil des Chalets werden.

Im Inneren des Hauses konnte mit wenigen Grundrissanpassungen die funktionalen Bedürfnisse der Bewohner und somit auch der Wohnkomfort optimiert werden. Eine neue interne Treppe verbindet beide Geschossebenen miteinander, im Sockelgeschoss konnten zwei zusätzliche Zimmer und ein grosszügiges Bad geschaffen werden. Die lichtdurchflutete Wohnebene wurde mit einer neuen Küchenzeile sowie einem Speicherofen ergänzt, der das gesamte Chalet über ein effektives Wärmeleitsystem beheizen kann.

Natürliche Materialien und Bauphysik
Ökologie und Nachhaltigkeit standen mit dem Einsatz von natürlichen Materialien wie Lehmputz, Lehmkaseinspachtelboden und geölten Holzverkleidungen im Fokus. «Bei der Innendämmung im Sockelgeschoss auf der Betonwand war uns eine dampfdiffusionsoffene Lösung wichtig. Dies, um Kondensatschäden zu vermeiden und eine «atmende» Aussenwand zu schaffen, die ein angenehmes Raumklima und eine gute Akustik schafft. Die ausgeführte Lösung mit den Calciumsilikatplatten und dem Lehmputz hat unsere Erwartungen diesbezüglich noch übertroffen», freut sich Architekt Dani Ciccardini. Die Innendämmung hinter dem von aussen sichtbaren Holzstrickbau bestand schon seit zirka 20 bis 25 Jahren aus Cellulose. Diese zeigte sich aufgrund von Stichproben als noch einwandfrei intakt. Neue oder zu ergänzende Stellen wurden nun mit Schafwolle gedämmt.

Lehmkaseinspachtelboden als Speichermasse
Der Boden im Sockelgeschoss war anfangs mit einem Stampflehmboden geplant und auch ausgeführt. Nach einem Wasserschaden musste dieser wieder ausgebaut werden. Da es gerade Winter war, konnte der Stampflehmboden wegen Frostgefahr nicht mehr eingebaut werden. Stattdessen entschied man sich für einen Lehmkaseinspachtel, der auf einen konventionellen Unterlagsboden aufgebracht werden konnte. Hier im Sockelgeschoss war den Architekten wie auch der Bauherrin die Speichermasse wichtig, die tagsüber durch die Südfenster aktiviert wird.

Der Umbau des Chalet Quilucru in Zeneggen ist ein Beispiel des sorgfältigen Umgangs mit dem Bestand und den Möglichkeiten, die sich im Zuge eines Umbaus auftun. Das Resultat zeugt von einer architektonischen Lösung, die gesunden und bauphysikalisch unbedenklichen Materialen den Vorrang liess. In Kombination mit dem persönlichen Geschmack der Bauherrschaft, der differenzierten Planung und dem erfahrenen Handwerk rückt die natürliche Ästhetik der gewählten Materialien und deren Verarbeitung zusätzlich in den Vordergrund.



Bauinfo

Objekt: Umbau Chalet Quilucru, Zeneggen
Bauherrschaft: Karin von Ah, Luzern

Architektur: Atelier Brandau Ciccardini Architekten FH SIA, Luzern

Lehmkaseinspachtelboden: Franz Kloter, Adobe Bau, Langnau i.E

Lieferant Innendämmung und Lehmputz: Haga AG Naturbaustoffe, Rupperswil 
 
Ausgabe "2020/3 - September/Oktober" bestellen
 
Text COVISS
Bild Brandau Ciccardini Architekten
 




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