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materialarchiv.ch
Umfassender Relaunch der Online-Datenbank
 
Das von neun namhaften Schweizer Bildungseinrichtungen getragene Netzwerk «Material-Archiv» hat seine Datenbank www.materialarchiv.ch inhaltlich und technisch neu konzipiert. Im August 2020 ist sie online gegangen.

Ob Stein, Keramik oder Glas, ob Giessen, 3D-Druck oder Holzverbindungen, ob hightech oder traditionell: Die rund 1300 Werkstoffe mit ihren Gruppierungen, Verfahren und Anwendungen stehen wie bisher allen Fach- und Laien-Nutzerinnen und Nutzern frei zur Verfügung stehen – und sind nun noch verständlicher präsentiert. Nach mehr als zehn Jahren wurde das Online-Nachschlagewerk reformiert und quantitativ wie qualitativ angereichert. Die ikonische Kachelansicht bleibt bestehen. Dem Wissen liegt neu eine semantische Daten-Architektur zugrunde. Dank ihr lassen sich seit August alle Inhalte miteinander verknüpfen und filtrieren. Diese Verbindungen bestehen auch zu den neun physischen Sammlungen des Verbunds.

Was ist anders
Die auf materialarchiv.ch angebotenen Inhalte lassen sich nun dank optimierter Werkzeuge besser finden und filtern, Werkstoffthemen werden so leichter verständlich. Fachleute aus Architektur, Design, Kunst und Handwerk, aber auch die breite Öffentlichkeit dürfen auf eine neue Tiefe der Informationen sowie ein Mehr an Inspiration zählen.

Fundament für den Austausch mit anderen Institutionen
Für das Netzwerk Material-Archiv bedeutet der Relaunch, dass es sich nicht nur technisch und datentechnologisch für die Zukunft gerüstet, sondern eine «Verknüpfungsmaschine» entwickelt hat. Diese setzt einen neuen Standard. Sie legt das Fundament für den Austausch mit anderen Institutionen und befördert damit die Frage, wie sich Wissen und Welt ordnen lassen. In diesem Sinn haben die Umsetzpartner Astrom/Zimmer & Tereszkiewicz (Zürich) nicht nur einen «Zugang» für die Nutzer und ein «Werkzeug» für Material-Archiv programmiert, sondern ein eigentliches «Potential» entwickelt.

Die Hintergründe
Das Nachschlagewerk materialarchiv.ch lanciert haben 2008 die Gründungsmitglieder Gewerbemuseum Winterthur, Hochschule Luzern – Departement Technik & Architektur, Sitterwerk St. Gallen und Zürcher Hochschule der Künste. Das Bildungsnetzwerk Material-Archiv ist in der Zwischenzeit um fünf weitere institutionelle Mitglieder gewachsen: Hochschule Luzern – Departement Design & Kunst, Material-Hub der ETH Zürich, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften Winterthur und Hochschule der Künste Bern sowie zuletzt, im Januar 2020, Schweizer Baumuster-Centrale Zürich. Jedes Mitglied unterhält eine öffentlich zugängliche Materialmustersammlung, dazu eine Schausammlung mit Anwendungsbeispielen und Halbfabrikaten. Der Dialog mit den materiellen Archiven ist entscheidend für das Benutzen von materialarchiv.ch – ist doch ein «Begreifen» von Werkstoffen nur im Wechselspiel von Physischem und Digitalem möglich.

Das als Verein organisierte Netzwerk Material-Archiv begreift Materialien als Grundelemente gestalterischen Arbeitens. Es führt historisches und aktuelles Wissen über Materialien einschliesslich deren Verfahren und Anwendungen zusammen und richtet Bildungsangebot und Vermittlung sowohl an Fachleute als auch an Laien. Jedes Material wird mit seinen Eigenschaften, Herstellungsformen und Bearbeitungsmöglichkeiten, seiner Geschichte und Ökologie bebildert vorgestellt. Seit seiner Gründung 2007 bietet der Verbund Material-Archiv seine Inhalte frei an. Eine solche Initiative ist nicht nur weltweit einzigartig, sondern auch relevant: Unsere Umgebung besteht aus Materialien; diese zu kennen und zu verstehen, ist essenziell für einen verantwortungsvollen Umgang.



Podiumsgespräch – 18. September 2020
Lässt sich Haptisches überhaupt digital vermitteln?
Dieser Frage widmet sich das Material-Archiv ausführlicher und lädt zum öffentlichen Podiumsgespräch «Material denken. Ein Zusammenspiel zwischen Erkennen & Erfahren», 18. September 2020, 17 bis 19.30 Uhr, ZAZ Bellerive, Höschgasse 3, 8008 Zürich. Meret Ernst (Hochparterre) diskutiert mit Ann-Sophie Lehmann (Universität Groningen), Mareike Gast (Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle), Fabio Gramazio (Gramazio Kohler Research) und Max Spielmann (Hyperwerk der FHNW Basel). Dabei werden auch Fragen nach Wissens-Vermittlung und -Ordnung heute und in Zukunft berührt. Näheres dazu ist auf Facebook zu erfahren.

Kontakt
Material Archiv, Zimmerlistrasse 6, 8004 Zürich, Telefon 043 288 55 13, info@materialarchiv.ch, www.materialarchiv.ch 
 
Ausgabe "2020/3 - September/Oktober" bestellen
 
Text COVISS
 




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