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Schwedens rote Schlemmfarben auch in Schwarz
 
Wer kennt sie nicht, die roten, landschaftsprägenden Häuser in Schweden? Basis für die Erstellung dieser Holzbauten bildeten die unendlichen Wälder Skandinaviens. Diese Bautradition lebt auch in der modernen Architektur fort. Im Gleichschritt mit der Holzbautradition Schwedens entwickelte sich die Anwendung von Schlemmfarben.

Die Herstellung der bekannten schwedenroten Schlemmfarbe geht in ihren Anfängen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Kirchen und Herrschaftshäuser wurden schon vor dem 18. Jahrhundert mit der warmen, satten roten Schlemmfarbe gestrichen, womit man den Bauten ein vornehmes Aussehen verlieh. Erst später erkannte man, dass diese Anstriche das Holz auch wirkungsvoll gegen Witterungseinflüsse schützten. Weil die Schlemmfarben einfach hergestellt werden können, kamen sie schon bald in ganz Schweden zur Anwendung. Jeder konnte sich seine eigene Farbe zu Hause herstellen. Noch heute wird das gleiche Rezept verwendet wie vor dreihundert Jahren.

Rezept wie vor dreihundert Jahren
Die Bestandteile der original schwedenroten Farbe sind Weizen- oder Roggenmehl, Wasser, Leinöl, Eisenvitriol sowie der sogenannte Rotmulm, ein bekanntes anorganisches Pigment. Aus diesem Restmaterial, das bei der Eisen- und Kupfergewinnung in den Faluner Bergminen anfällt, wird das Pigment in mehreren Stufen hergestellt. Am Schluss wird das Pigmentpulver mit hohen Temperaturen in einem Ofen so lange gebrannt, bis es den angestrebten roten Farbton bekommen hat. Falls Schwarz erwünscht ist, lässt man das Pigment im Ofen, bis es eben schwarz gebrannt ist. Deshalb spricht man dann von «Faluner Rotfarbe rot» und «Faluner Rotfarbe schwarz». Die Verwendung von Original Schwedenrot ist seit 2007 in der Schweiz nicht mehr erlaubt, da das Pigment einen Bleigehalt von 0,025 % aufweist. Die Firma Falu Vapen in Falun hat deshalb ein Original Schwedenrot entwickelt, das genau gleich aussieht und dieselben Eigenschaften hat wie das traditionelle Schwedenrot, ohne jedoch Bleianteile aufzuweisen.

Holz kann «atmen»
Das Besondere an der Schlemmfarbe ist, dass diese das Holz «atmen» lässt. Die entsprechenden Anstriche sind offenporig, dringen in das Holz ein, nehmen Feuchtigkeit aus der Umwelt auf und geben diese auch wieder ab. Es handelt sich aber nicht um eine Lasur, sondern um eine volldeckende Farbe, was für die Dauerhaftigkeit des Holzes ein grosser Vorteil ist.

Die Farbe Schwedens in Winterthur
Die Verbreitung der Schwedischen Schlemmfarbe in der Schweiz hat viel mit der gebürtigen Schwedin Fredrika Wikland Werder zu tun. Vor sechsundzwanzig Jahren lernte sie ihren Mann in der Schweiz kennen, und als die beiden im luzernerischen Ruswil ein Haus bauten, entstand der Wunsch, die Aussenwände mit der traditionellen roten Schlemmfarbe zu streichen. Als sie solche suchte, kam Fredrika Wikland mit der Firma Falu Vapen in Falun in Kontakt, welche die originale schwedenrote Farbe mit den Pigmenten aus den dort ansässigen Minen produziert und eigene Farbprodukte entwickelt und herstellt. So entstand ein enger Kontakt mit der Firma in Schweden − und damit das erste originale schwedenrote Haus in der Schweiz.

Mit der Zeit meldeten sich interessierte Bauherrschaften, Architekten und Holzbauer. Im Sommer 2011 erfolgte die Anfrage der Bauherrschaft für das Mehrgenerationenhaus Gesewo in Winterthur. Für dieses grosse Projekt, das gemäss den Minergie-Eco Richtlinien realisiert wurde, bestanden klare Vorgaben, unter anderem Schlemmfarben auf sägerohe Holzfassaden mit Balkonen. Auf der von der Bauherrschaft gewünschten Farbpalette kamen aber «Schwedenrot» und «Schwedenrot schwarz» nicht vor. Bei der neuen Überbauung wurde deshalb eine Schlemmfarbe verwendet, die mit natürlichen und künstlichen Pigmenten mischbar ist. Dieses Produkt war vor rund 10 Jahren von der Firma Falu Vapen als Alternative zum Original Schwedenrot entwickelt worden; die Farbe kann bedingt nach NCS gemischt werden.

Schlemmfarbe von Hand appliziert
Trotz der Grösse des Projekts in Winterthur wurde die Farbe vom ausführenden Malerbetrieb von Hand appliziert. Die Überbauung Gesewo in Winterthur ist der bisher grösste Auftrag, den Fredrika Wikland Werder in der Schweiz ausführen durfte. Mit einigem Stolz stellt sie heute fest, dass sie so einen Teil der Kultur ihrer Heimat in die Schweiz bringen konnte.

Schwarzes Schwedenrot
Die Entwicklung der Schlemmfarbe bleibt nicht stehen. So hat Falu Vapen in Schweden eine Alternative zum bleihaltigen Pigment von Original Schwedenrot hergestellt. Weil die Farbe das Holz «atmen» lässt, ist es möglich, trotz unterschiedlichen Witterungseinflüssen auch schwarze Fassaden zu gestalten. In Ennetbaden (AG) steht heute ein Mehrfamilienhaus, das mit der «Schlemmfarbe Schwarz» von Falu Vapen gestrichen ist.
Dieses neue Produkt ergibt erweiterte gestalterische Möglichkeiten bei der Planung von Neubauten und entspricht zudem einem Trend, der in Schweden seit einigen Jahren spürbar ist: Zeitgemässe moderne Architektur arbeitet mit Schlemmfarbe und sägeroher Holzfassade der traditionellen Art. Jedes Jahr werden in Schweden Bauten ausgezeichnet, die diesen Ansprüchen genügen und beweisen, dass sich Moderne mit Tradition verbinden lässt. Und so konnte auch der Wunsch der Bauherrschaft in Ennetbaden, einen modernen Bau mit schwarzer Fassade zu realisieren, erfüllt werden.

Kontakt
Valu Vapen Schweiz GmbH
Herrewegmoos, 6017 Ruswil
Telefon 041 495 38 33
www.schwedenfarben.ch
 
 
Ausgabe "2013/2 - März" bestellen
 
Text Herbert Werder
Bild Roger Frei, Zürich; Falu Vapen Schweiz GmbH, Ruswil
 
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