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Struktur erhaltende Massnahmen
Betonkosmetik rettet Betonästhetik
 
Sichtbare Fehler im Beton sind gleichermassen bekannt wie gefürchtet: Kiesnester, dunkle Verfärbungen, Rostflecken, Flickstellen, ungleicher Glanz stören die erwartete Betonästhetik. Sie stellen Architektinnen und Architekten vor schwierige Entscheidungen. Was ist zu tun? Den Beton abreissen ist eine sehr teure und schon deshalb wenig realistische Lösung. Betonspezialisten, so genannte Betonkosmetiker, können Abhilfe leisten. COVISS hat mit einem Erfahrenen des Fachs gesprochen.

COVISS: Herr Schlotterbeck, Sie und Ihre spezialisierte Crew arbeiten vermehrt auch mit Beton und am Beton. Was bedeutet für Sie, Malermeister, dieses Baumaterial?
Ruedi Schlotterbeck:
Beton bedeutet für mich ein ehrliches, gut aussehendes und kombinierbares Baumaterial – vorausgesetzt, es ist einwandfrei nach den Regeln der Baukunst verarbeitet.

COVISS: Und die Farbe? Stehen Sie auf «grau wie Beton»?
Ruedi Schlotterbeck:
Diese Frage kann ich nicht mit Ja oder Nein beantworten. Denn im riesigen Spektrum von Baustoffen und Farben ist «grau wie Beton» nur ein Teil, wenn auch ein wichtiger. Je nach Umgebung und Anwendung verspüre ich Lust dazu – denn Grau ist und bleibt ja nicht einfach nur grau, sondern erscheint je nach Umgebung, Kombination und Reflexion in den feinsten Nuancen des Farbenspektrums.

COVISS: Ist für Sie ein überstrichener Beton ein besserer oder schönerer Beton?
Ruedi Schlotterbeck:
Auch das kann ich nicht eindeutig sagen. Die Mehrheit meiner Anwendungen liegt ganz klar in Natur belassenem oder nur sehr transparent überarbeitetem Beton. Ich kenne aber Beispiele von hervorragend überstrichenem Beton, zum Beispiel das KKL in Luzern.

COVISS: Führen Ihre Arbeiten zu einer perfekten Betonstruktur, die es in Natura gar nicht geben kann?
Ruedi Schlotterbeck:
Nein, denn was heisst schon perfekt? Hier gehen die Meinungen der Architekten, Bauherren und Maler schon weit auseinander. Wir korrigieren störende Fehler im Beton aus, zum Beispiel Kiesnester, dunkle Verfärbungen, Rostflecken, Flickstellen und ungleicher Glanz.

COVISS: Auf welchem besonderen handwerklichen Geschick und Know-how basieren solche Ausbesserungsarbeiten?
Ruedi Schlotterbeck:
Für diese besondere Arbeit braucht es Maler aus Berufung, die höchst qualifiziert sind und Freude am Baustoff Beton haben. Vorausgesetzt sind auch die Eignung zum überdurchschnittlich guten und präzisen Farbenmischen, Ausdauer und exzellenter Umgang mit Pinsel und eigens entwickelten Spezialwerkzeugen.

COVISS: Beim Begriff «Betonkosmetik» könnte man aber auch «Schminke», «Täuschung» und «Oberflächlichkeit» assoziieren…
Ruedi Schlotterbeck:
Natürlich handelt es sich im partiellen Bereich um Täuschung oder eben «Schminke». Die Frage ist jedoch, was das kleinere Übel ist. Wollen Sie lieber einen Beton anschauen, dessen Kiesnest mit einem falschfarbenen Reparaturmörtel ausgeflickt ist, oder eine erst beim näheren Hinsehen schwach erkennbare Retuschierstelle? In manchen Fällen geht es sogar um die Frage, ob der Beton abgerissen und neu erstellt werden soll – oder eben «nur» retuschiert – was natürlich die kostengünstigere Variante ist.

COVISS: Worauf achten Ihre Betonspezialisten bei der Arbeit besonders?
Ruedi Schlotterbeck:
Vor allem gilt, den Charakter des jeweiligen Betons beizubehalten und nur soviel als nötig zu ergänzen.

COVISS: Wie verändert sich der kosmetisch geflickte Beton neben den unbearbeiteten Stellen im Alterungsprozess?
Ruedi Schlotterbeck:
Die Wahrscheinlichkeit für eine Veränderung ist sehr klein. Wir blicken auf diesem Gebiet auf eine etwa 15-jährige Erfahrung zurück und haben diesbezüglich keine Probleme festgestellt. Der Grund liegt in der Verwendung von extrem licht- und alkalifesten Pigmenten in einem mineralischen Bindemittel.

COVISS: Haben sich die Bedürfnisse Ihrer Auftraggeber in den vergangen Jahren verändert?
Ruedi Schlotterbeck:
Die Bedürfnisse unserer Auftraggeber, Architekten und Baumeister, haben sich nur leicht verändert.

COVISS: In welche Richtung?
Ruedi Schlotterbeck:
Primär geht es um die «Rettung» von verunglücktem Beton, heute wie damals. Weil sich unsere Technik verfeinert hat und mehr möglich ist, sind auch die Erwartungen von Seiten des Architekten und Bauherrn höher geworden.

COVISS: So führen Sie auch Betonsanierungen aus. Wie grenzen Sie sich gegenüber den Maurern ab?
Ruedi Schlotterbeck:
Wir grenzen uns nicht ab! Wir arbeiten sehr viel Hand in Hand. In vielen, wenn nicht sogar in den meisten Fällen sind die Maurer unsere Kunden. Es kommt vor, dass der Maurer die Reinigungs- und Reprofilierungsarbeiten macht, und wir die Betonkosmetik.

COVISS: Im Bahnhof Zug haben Sie spezialisierte Arbeiten am eingefärbten Beton ausgeführt. Umschreiben Sie kurz die Herausforderung am eingefärbten Beton.
Ruedi Schlotterbeck:
Heutzutage wird vermehrt eingefärbter Beton verarbeitet. Damit haben sich auch neue Probleme ergeben, wie die Erfahrung zeigt. So ist die Farbkonstanz zwischen einzelnen Arbeitsetappen öfters nicht gegeben, und bei dunklen Tönen entstehen oft unschöne Flecken von Kalkausblühungen und Wasserläufen. Die Lösung dieser Aufgaben eröffnet uns zunehmend ein grosses Arbeitsfeld.

COVISS: Misslungene Betonarbeiten mit Kiesnestern, unschöne Flickstellen, Rost und andere Flecken müssen also nicht mehr als Schicksal hingenommen werden.
Ruedi Schlotterbeck:
So ist es! Gerade in solchen Fällen können wir Baumeistern, Architekten und Bauherren echte Hilfe anbieten. Wertvolles Bauwerk kann ästhetisch gerettet werden.  
 
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