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Müllerhaus Lenzburg
Zurück zu den Wurzeln
 
Gute Handwerker verfügen über ein immenses Fachwissen, das zum Teil von Generation zu Generation wei-tergegeben wird. Berufser-fah-rung und Weiterbildungen tragen das ihre bei zur Förderung glaubwürdig kompetenter Handwerker-Per-sön-lichkei-ten. Und solche verdienen es, eine Stimme zu erhalten – und auf offene Ohren zu stossen. Das Magazin COVISS begünstigt ein Klima des gegenseitigen Austauschs, wenn es Maler und Gipser bewusst zu Wort kommen lässt, die Kollegen und Kunden etwas zu sagen haben. Im Gegenzug erhalten auch Architek-tinnen und Architekten mit COVISS eine Plattform, auf der sie ihre Objekte zur Darstellung bringen. Und von solchen Berichten profitiert wiederum das Handwerk, vielleicht weil sie von ästhetischem Anspruch zeugen, vielleicht weil sie auf die eine oder andere Weise herausfordern. Die Firma Meier Schmocker macht den Anfang und profiliert sich als ein Handwerker-Unternehmen mit Know--how, Verantwortung und Stil.

«Das heisse Wetter verbot lange Zeit das Aufbringen des altherkömmlichen Kalk-putzes. Es wurde September, bis dieser genügend trocken war und wir – nachdem wir zwischenzeitlich die Dachuntersicht und Lukarnen mit Ölfarbe gestrichen hatten – den weissen Mineralfarbanstrich auftragen konnten. Das war dann aber rasch geschafft. Geschoss um Geschoss, im Gleichschritt mit dem Abbruch des Fassadengerüstes, wurden die Läden und die Vorfenster eingehängt. Diese beiden Posten (je hundertvierzig Fensterflügel und Jalousieläden) wurden unter schwierigsten Platzverhältnissen in der Werkstatt von Meier Schmocker AG behandelt. Zuletzt wurden die Aussentüren, die Geländer und der Gebäudesockel in Arbeit genommen. Die weissen Mauern und die grauen Läden, Fenster und Dachuntersicht entsprechen nach dem Befund der Spezialisten der ursprünglichen Fassung. Dieser Befund wird bestätigt durch eine zirka 1810 entstandene Gouache von J. G. Heim, die das Haus in den Farben zeigt, wie es sich heute wieder präsentiert. In der Tat entspricht die kühle Klarheit der Farbgebung dem Zeitgefühl des Klassizismus, dem der Bau zuzuordnen ist.»

Worin sehen Sie die besondere -Verantwortung des Handwerkers
am Bau ganz allgemein?

Meier:
Nun, wir haben in unserer noch jungen Vergangenheit an einigen Objekten erfolgreich nach altem, traditionellem Malerhandwerk gearbeitet. Zum Teil aus Eigeninitiative, wenn wir bei den Entscheidungsträgern die handwerklich interessanten Aspekte zum Thema machten. Wir sind nämlich überzeugt vom Wert des Handwerks. Und das natürlich nicht nur bei denkmalpflegerischen Renova-tionen, sondern auch bei Neubauten – was sich herumspricht! Zurzeit malen wir an drei laufenden Projekten auf anspruchsvolle Art, und bei keinem wurden uns die handwerklich-gestalterischen Arbeiten einfach vorgegeben. Denn wir betrachten es als Aufgabe der Firmenleitung, dass wir Aufträge und Arbeiten generieren, die uns als Firma und jeden einzelnen im Unternehmen fordern und weiterbringen. Dabei sind wir mit unserem Tun bestrebt, den Begriff der Nachhaltigkeit auch tatsächlich mit Sinn und Verantwortung zu füllen – und dies nicht nur bei denkmalpflegerischen Objekten. Vielmehr versuchen wir, «Nachhaltigkeit» als allgemeines Bedürfnis im ganzheitlichen Sinne zu fassen. Das heisst, wir wenden die lebensbejahende Haltung, die hinter dem Begriff steht, nach Möglichkeit in einem sehr umfassenden Sinn an, vor allem auch in der modernen Architektur, die ja weit in neue Generationen, also in die Zukunft hinein wirkt.

Wie stellen sich Ihre Leute zu dieser Firmenphilosophie?
Meier:
Ein grosser Teil unserer Maler und Malerinnen wollen gefordert sein. Und das sind sie zweifelsohne bei der Ausübung ihres (ich sage bewusst ihres) traditionellen Handwerks, wie es vor über hundert Jahren bekannt und alltäglich war. Die Leute wachsen mit jedem Auftrag, werden von Mal zu Mal zu Spezialisten mit noch mehr Erfahrung. Das macht Freude und fördert einen gesunden Berufsstolz.

Betreiben Sie eine spezielle Aus-bildung?
Schmocker:
Ja und Nein. Wichtig erscheint uns, dass wenn wir etwas betreiben, dass wir es intensiv und aus eigenem Interesse tun. Denn Zwang führt bekanntlich nicht zum Ziel. Grundsätzlich halten wir unsere Leute an, sich jährlich während acht bis zehn Tagen weiterzubilden. Zum Teil geschieht dies mit Gimafonds-Unterstützung. Wir organisieren aber auch betriebseigene Weiterbildungen – im Haus oder auch extern. Denn wir sind der Meinung, dass Stillstand auch Rückschritt heisst, was über kurz oder lang der Tod für das Malergewerbe bedeuten würde.

Wir müssen wieder lernen, «gescheit zu schaffen». Vorab bei unseren Nachwuchsleuten, denn die sind die Maler und Malerinnen von morgen (Anmerkung der Redaktion: Die Firma Meier Schmocker AG stellte in ihrer vierjährigen Firmengeschichte zweimal den besten Lehrling beziehungsweise die beste Lehrtochter bei den Abschlussprüfungen im Kanton Aargau).

Was meinen Sie mit «gescheit schaffen»?
Meier:
Wir müssen lernen, gesunde Eigeninitiative und Eigenverantwortung zu übernehmen. Warum warten wir, bis uns von Seiten Denkmalpflege oder kantonaler Behörden auferlegt wird, was sinnvollerweise zu tun ist? Wir kennen doch unser Handwerk. Also können wir auch beraten und Partner sein für Architekten, Bauherren und Verwaltungen. Mit «gescheit schaffen» meinen wir, so zu malen, dass die nächste Generation ohne Hypothek weiterschaffen kann und die zu behandelnden Bauteile einmal so antrifft, wie wir sie auch gerne antreffen würden: ohne bauphysikalische Schäden, ohne Altlasten, ohne Entsorgungsprobleme. Deshalb sollten wir uns vor einem Anstrich überlegen, was die nachfolgende Generation noch davon hat und was sie damit anfangen kann.

Ist Ihnen die Rechnung am oben erwähnten Objekt aufgegangen?
Meier:
Absolut. Das Resultat stimmt meine Leute und uns beide sehr glücklich. Dieses Werk durfte die nötige Zeit beanspruchen. Seriöse Vorarbeit und sehr kompetente Bauführung von dem Aarauer Architekturbüro Felber Widmer Kim liessen uns schwarze Zahlen schreiben an diesem Bau. Was will man mehr.

Schmocker: Wobei wir den erreichten Erfolg umgehend in ein Zusatzprojekt am selben Objekt investiert haben. Wir hatten das Glück, dass das Landschaftstheater Lenzburg ein Theater inszenierte und in diesem Zusammenhang das ganze Gebäude innen und aussen bespielt wurde und als reales Bühnenbild dienen durfte. An drei geschlossenen Vorstellungen nahmen wir mit über 200 Kunden und Kundinnen kulturell und kulinarisch teil, was ein Riesenerfolg war! Ganz unter dem Motto: Tue Gutes und rede darüber. 
 
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Text Roland Meier, Beni Schmocker
Bild Roland Meier, Beni Schmocker
 
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