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Besondere Ästhetik der Ölfarben
«Ohne Ölfarben wäre ich nicht mehr Malerin»
 
Wenn Bauherren, Planer oder Handwerker sich für Ölfarbe entscheiden und nicht für einen synthetischen Anstrich, dann handelt es sich in den meisten Fällen um eine bewusst vorgenommene Wahl. Denn Ölfarben haben Eigenschaften in der Zu-sam-mensetzung, Verarbeitung und Äs-thetik, die den Ausdruck des An-strichs so unverwechselbar machen. Ein Plädoyer einer Handwerkerin für die Ölfarbe.

«Die Ölfarbe hat für mich optisch eine weiche, samtige Oberfläche, der Kunstharz dagegen wirkt auf mich eher hart und kühl, abweisend. Acrylfarbe wirkt wie ein auf das Objekt geklebter Plastiksack.»

Einfach renovierbar
«Bei Renovationsarbeiten wird die Ölfarbe mit Salmiakwasser angelaugt. Dadurch verseift der Anstrich. Mit einem Nassschleifpapier wird der Anstrich nass angeschliffen und gewaschen. Diese Vorgänge haben den Vorteil, dass der Anstrich in der Schichtdicke abgebaut wird und die Adhäsion des neuen Ölfarbenanstrichs gewährleistet ist. Weiter sind das Umfeld und ich als Malerin nicht mit Schleifstaub konfrontiert.»

Nachhaltiger Anstrich auf Holz
«Der kleine Unterhalt an den mit Ölfarbe gestrichenen Oberflächen erspart eine frühzeitige Renovation. Im Aussenbereich wird durch die Sonneneinstrahlung und die Wettereinflüsse das Bindemittel in jedem Film bildenden Anstrich, also auch im Kunstharz-, Acryl- und Ölanstrichbereich, abgebaut und kreidet aus. Die mit Ölfarbe gestrichenen Oberflächen können jedoch mit einem Auffrischöl an einem Lappen eingerieben werden, was den Ölfarb-anstrich nährt, diesen wieder elastisch -werden und neu erscheinen lässt. Der Vorgang kann mit einer geeigneten Leiter einfach an der Fassade ausgeführt werden.»

Unterschiedlichste Einsatzgebiete
«Ölfarbe eignet sich auch dort, wo die Flächen abwaschbar und schmutzresistent sein sollen. Rückwände der Küchenkombination, Wandstellen rund um das Lavabo, Rupfensockel in Treppenhäusern, Mauerwerk anstelle von Sockelleisten, Wand-sockel in der Küche und sämtliche Anstriche auf Holzwerk im Innen- und Aussenbereich können mit Ölfarbe bestrichen werden. Steinöl kann auf Zementböden im Keller, Wohnbereich und in der Werkstatt eingesetzt werden. Farblose Bodenöle und Hartöle lassen die Holzböden optisch tiefer erscheinen.

Ölfarbe wird deckend oder lasierend ein-gesetzt–deckend als glänzender Anstrich oder lasierend von weiss bis bunt für Wandgestaltungen in Wohnräumen.»

Witterung baut Glanzgrad langsam ab
«Ölfarbe ist von matt bis hochglänzend im Fachhandel erhältlich. Im Aussenbereich wird Vorzugsweise mit glänzenden Ölfarbanstrichen gearbeitet. Je glänzender ein Anstrich, desto mehr Öl enthält er und desto robuster ist er. Der Glanzgrad baut sich durch die Witterung langsam ab und wird matt. Die Behandlung mit Auffrischöl nährt den Anstrich mit Öl und bringt den Glanz wieder zurück. Der Anstrich wird dadurch wieder elastisch und erfüllt wieder den eigentlichen Schutzzweck.»

Nachhaltig schöne Ästhetik im Alter
«Mit den verschiedenen Glanzgraden der Ölfarbe kann optisch gestaltet werden. Ölfarbe hat eine nachhaltig schöne Ästhetik im Alter. Ölfarben mit Pinsel, Roller oder Spritzgeräten verarbeitet, lassen unterschiedliche Oberflächenstrukturen entstehen.

Der Pinselstrich in einer gestemmten Türe mit Fries und Füllung wirkt ästhetisch sehr schön. Ölfarbe, auf eine flache Türe gerollt oder gespritzt aufgetragen, hat einen -schönen Verlauf. Ölfarbe streicht sich wie Butter.»

Arbeiten mit einem gutem Gewissen
«Beim Streichen von Ölfarbe habe ich ein gutes Gewissen der Umwelt und den Bewohnerinnen und Bewohnern gegen-über. Denn die Zutaten in der Ölfarbe sind natürlich und schaden der Umwelt nicht. Die Rohstoffe für die Ölfarben sind nachhaltig erneuerbar.

Ohne Ölfarbe und natürliche Farbmaterialien wäre ich schon lange nicht mehr Malerin. Denn die konventionellen Farbprodukte machen mir beim Verarbeiten keinen Spass. Sie riechen schlecht–ganz im Ge-gensatz zu den natürlichen Produkten–, und die komplizierten Materialverbünde lassen sich nicht unproblematisch entsorgen.

Wasserverdünnbare Anstriche wie Kunstharz-, Acryl- und Polymerisatanstriche auf Holzwerk sind nicht automatisch ökologisch, weil sie mit Wasser statt Lösemittel verdünnt werden. Die Renovation von solchen synthetischen Altanstrichen bedingen oft Lösemittel beim Entfernen der Anstriche. Wasserverdünnbare Ölfarben sind im Fachhandel erhältlich.»

Trends verlangen Fachwissen
«Die grosse Informationsmöglichkeit für Architektinnen und Architekten und Auftraggeberinnen und Auftraggeber durch die allgemein zugänglich gewordenen Medien und die Absicht einzelner Farblieferanten, natürliche Materialien anzubieten, fordern uns ausführende Malerinnen und Maler heraus. Hohe Ansprüche an die Oberflächen und spezielle Trends für pure Optik verlangen grosses Wissen im Umgang mit den unterschiedlichen (Öl-)Farbprodukten. Nicht jede Ölfarbe ist für jeden Untergrund oder jede Beanspruchung geeignet. Die Wände in der Dusche mit Ölfarbe zu streichen, macht schlicht keinen Sinn, da der Anstrich den Dusch-seifen nicht standhält. Die Beratung für eine sinnvolle Anwendung ist wichtig. Dafür müssen wir uns weiterbilden und uns untereinander austauschen, um gute Lö-sungen anbieten zu können.» 
 
Ausgabe "2005/2 - April" bestellen
 
Text Luzia Borer, Malwerkstatt; Öl & Kalk, Basel
Bild Luzia Borer
 
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