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Textilien in der Geschichtsschreibung der Zukunft
Suche nach einer neuen Utopie
 
Mit ihren progressiven und spektakulären Inszenierungen geniessen die Heimtextil-Trends seit Jahrzehnten eine weltweite Reputation. Sie bilden das inspirative Herz der Messe in Frankfurt. Die hier zitierten Auszüge aus dem Heimtextil Trendbook 2019 «Toward Utopia» zeugen von einem beinahe schon klassischen Einbezug des Nachhaltigkeitsgedankens, dem aber – soll er über das rein Visionäre hinausgehen – im individuellen und institutionellen Denken und Handeln erst noch und immer wieder neu nachgelebt werden muss.

Die Trend-Welt zur Heimtextil 2019 hat das Atelier Markgraph konzipiert, das auf Kommunikation im Raum spezialisiert ist. Eine Vielzahl an inspirierenden und interaktiven Erlebnisformaten dokumentieren die Suche nach einer neuen Utopie, in der Textilien eine entscheidende Rolle spielen:

«Der Konsument von heute lebt nach neuen Standards. Er versucht komplexen Lebensstilen zu entfliehen, wünscht sich tiefer gehende Beziehungen, spirituelle Bestätigung und mehr Sinnhaftigkeit.

Wir leben in einer Zeit der Unsicherheit und des Misstrauens gegenüber allem Etablierten – das Trust Barometer 2017 von Edelman zeigt, dass das Vertrauen in den Staat, die Wirtschaft, die Medien und sogar in nichtstaatliche, uneigennützige Organisationen in vielen Ländern einen absoluten Tiefststand erreicht hat. Als Reaktion darauf versuchen wir ein sinnvolles, bewusstes Leben zu führen, das auf positiven Beziehungen aufbaut. Wir nehmen die Verantwortung für unser Leben in die eigene Hand und suchen nach Lebensformen, die unser Wertesystem widerspiegeln, auf der Suche nach einer neuen Utopie – einer Gesellschaft, die das Wohl all ihrer Bürger zum Ziel hat. Diese moderne Definition von Utopie basiert auf Respekt gegenüber dem Individuum und unserer Umwelt. Nachhaltigkeit ist eine der grössten Herausforderungen der Menschheit, und wir wollen sowohl auf individueller als auch auf institutioneller Ebene einen positiven Beitrag dazu leisten. Und bleiben optimistisch, dass unsere Vision von einer schönen neuen Zukunft eines Tages wahr wird.

Die Wissenschaft hat Antworten parat
Grosse Probleme erfordern grosse Visionen. Ein internationales Team von Wissenschaftlern arbeitet zur Zeit an der Entwicklung eines aus Bakterien gewonnenen Enzyms, das in der Lage ist, PET-Kunststoffe aufzulösen; wenngleich sich die Forschung noch im Anfangsstadium befindet, ist das Potenzial zur Säuberung der Ozeane hier bereits vorgegeben. Biologen und Genforscher der Stanford University und der University of Texas in Austin arbeiten mit der CRISPR Genom-Editierungstechnologie – einer Methode zur Veränderung der DNA – bei Korallen und erhoffen sich davon die Entschlüsselung und Verbesserung der Gene, die erforderlich sind, damit die bedrohten Meerestiere die Folgen des Klimawandels überleben. Radikale, zukunftsgerichtete wissenschaftliche Initiativen wie diese sind unsere grösste Hoffnung bei der Wiedergutmachung des bereits angerichteten Schadens an unserem Planeten.

Die Verantwortung der Industrie
Es ist an der Zeit, dass grosse Marken und Konzerne sich zu den wesentlichen globalen Herausforderungen positionieren; 57% der Konsumenten weltweit kaufen oder boykottieren Produkte aufgrund der Haltung der Marken zu politischen und sozialen Themen. «Marken müssen die grossen Themen unserer Zeit aufgreifen», sagt Richard Edelman, Geschäftsführer der weltgrössten PR-Agentur. Auf dem Weltwirtschaftsforum 2018 in Davos wurde bekannt gegeben, dass 11 weltweit agierende Unternehmen die Verwendung von wiederverwertbaren, recycelbaren oder kompostierbaren Verpackungen bis 2025 oder früher anstreben: Die Liste umfasst Amcor, Ecover, Evian, L’Oréal, Mars, Marks & Spencer, PepsiCo, The Coca-Cola Company, Unilever, Walmart und Werner & Mertz, die zusammen auf mehr als sechs Millionen Tonnen Kunststoffverpackungen pro Jahr kommen.

Über die soziale Verantwortung der Unternehmen hinaus
Marken machen nachhaltige Innovation zum Kernthema ihrer Unternehmensphilosophie, und viele bedeutende Namen haben diesen Ansatz bereits übernommen. Im Jahr 2017 gab Unilever bekannt, dass sein «Sustainable Living Plan»-Portfolio doppelt so schnell anstieg als der Rest des Konzerns und mehr als 60% des Wachstums des Jahres 2016 ausmachte. Der Slogan «A Better Life, A Better World» von Panasonic bekräftigt unsere grosse Verpflichtung, sich für eine bessere Welt zu engagieren. Der Daisy-Roboter von Apple nimmt alte iPhones auseinander, um wiederverwertbare Materialien zu gewinnen. Nikes Slogan «We Do More With Less» verweist auf die begrenzte Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen und das Bekenntnis des Unternehmens zu Nachhaltigkeit.

Utopien entwickeln
Bei der Suche nach einer Utopie geht es nicht um schrittweise Verbesserungen, sondern um die Bereitschaft zu einem radikalen Neubeginn. Mutige Visionäre verschreiben sich festen Prinzipien und tätigen beträchtliche Investitionen zur Umsetzung innovativer, ganzheitlicher utopischer Projekte. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman hat die Vision von Neom, einer Stadt, die von Grund auf an den Ufern des Roten Meeres entstehen soll als die «Zukunft im Werden» und neues Konzept für ein nachhaltiges Leben auf einem nie dagewesenen Stand der Entwicklung. Die Stadt Neom wird zum Zentrum nachhaltiger Technologien und ein globaler wirtschaftlicher und technologischer Knotenpunkt, der seine eigene Stromversorgung generiert, sein eigenes Wasser aufbereitet und seine eigenen Nahrungsmittel in vertikalen städtischen Farmen anbaut. Der Baubeginn ist für das Jahr 2019 vorgesehen. Der Galerist David Risley hat angekündigt, dass er das Gebäude der Funkisfabriken im südschwedischen Diö in ein Zentrum für Nachhaltigkeitsforschung umwandeln möchte. «Funkisfabriken» ist ein ambitioniertes Projekt, das Kunst, Ernährung, Wirtschaft und Innovation mit Nachhaltigkeit in Einklang bringen soll. Das Projekt zielt darauf ab, Forschungen zu initiieren, die zu nachhaltigen Erkenntnissen führen. Es ist ein Ort, an dem Ideen an erster Stelle stehen.» 
 
Ausgabe "2018/4 - Dezember/Januar" bestellen
 
Text Messe Frankfurt; COVISS
Bild Messe Frankfurt
 




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