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Grundlagen der handwerklichen Arbeitstechniken
Werkplanung und Steinbearbeitung im Mittelalter
 
Das neue Buch «Werkplanung und Steinbearbeitung im Mittelalter» von Steinmetz- und Steinbildhauermeister Peter Völkle beschäftigt sich mit den Grundlagen der handwerklichen Arbeitstechniken im mittleren Europa von 1000 bis 1500. Der Autor stellt diese erstmals umfassend dar. Zahlreiche Bild- und Schriftquellen sowie vielfältige Beobachtungen an Planrissen und Werksteinen lassen ein lebendiges Bild der mittelalterlichen Handwerkstechniken entstehen.

Die Entwicklung und Veränderung der Steinbearbeitung mit den dazugehörenden Werkzeugen im Zeitraum der Romanik und Gotik sind ebenso Thema wie eine kurze Rückblende zu den Werkzeugen und Bearbeitungstechniken der Römer. Die Arbeitsschritte werden unter anderem am Beispiel eines spätgotischen Baldachins dargestellt: von der Werkzeichnung über den Steinabbau bis hin zum fertigen Werkstück. Der mit vielen Abbildungen illustrierte Fertigungsprozess gibt einen Einblick in die komplexen und oft vergessenen Arbeitstechniken und hilft, die vielfältigen Spuren an mittelalterlichen Steinoberflächen zu verstehen.

Peter Völkle, seit wann befassen Sie sich intensiv mit mittelalterlichen Steinbearbeitungstechniken, und wie kamen Sie dazu, ein Buch darüber zu schreiben?
Peter Völkle: Mein Interesse an mittelalterlicher Steinbearbeitung entwickelte sich schon vor fast 25 Jahren im Rahmen meiner Arbeit in der Ulmer Münsterbauhütte. Bei der Steinrestaurierung am Münster stiess ich auf vielfältigste Spuren, die sich hier besonders durch das Nebeneinander von mittelalterlichen Bauteilen und Neuanfertigungen des 19. Jahrhunderts zeigen. Diese zu erkennen und die Unterschiede zu verstehen, weckte meine Neugier. Darüber hinaus begann ich durch die Beschäftigung mit dem Standardwerk «Die Steinbearbeitung» des ehemaligen Münsterbaumeisters Karl Friederich aus den 1930er Jahren, Steinoberflächen systematisch zu beobachten. Im Laufe der Jahre sammelte sich dann immer mehr Material an, wie zum Beispiel Fotos von Steinoberflächen, historische Abbildungen oder Erkenntnisse zu unterschiedlichsten Werkzeugen. Und in Gesprächen mit vielen Fachkollegen spürte ich das grosse Interesse an dieser Thematik. So entstand die Idee zum Buch.

In welcher Weise hat die Beschäftigung mit diesem Thema Sie in Ihrer Berufspraxis bereichert?
Durch die systematische Betrachtung und Erfassung von Oberflächen in meinem beruflichen Alltag erhielt ich nicht nur Erkenntnisse über Bearbeitungswerkzeuge und ihre Spuren, sondern auch viele weitere Informationen in Form von Ritzlinien aus Konstruktionsvorgängen, Versetz- oder Steinmetzzeichen, Steinarten, Spuren der Versetzarbeit wie etwa Zangenlöcher, Fugenmaterialien, Farbresten und vieles mehr. Diese Vielfalt führte bei mir schon früh zur Erkenntnis, wie wichtig es ist, originale Oberflächen zu erhalten. Denn nur sie können uns ihre jahrhundertelangen Geschichten mit ihren Einflüssen und Veränderungen erzählen, die ihren individuellen Wert ausmachen. Das alles verändert natürlich auch den Blick auf ein Bauwerk.

Warum ist das Buch für Steinmetze lesenswert?
Die meisten Steinmetze interessieren sich für die Geschichte und Entwicklung mittelalterlicher Steinbauten und haben deshalb so manche Frage zu damaligen Werkzeugen und Techniken. Wie hängen etwa Werkzeuge, Arbeitshaltung und die daraus resultierenden Spuren zusammen? Wie funktioniert eine mittelalterliche Bohrmaschine? Wie stellt man einen historischen Klebstoff für Vierungen her? In meinem Buch findet man Antworten.

Für welche Fachleute anderer Berufsgruppen ist die Materie ausserdem interessant?
Grundsätzlich für jeden, der sich mit Steinbauten beschäftigt: Restauratoren, Denkmalpfleger, Kunsthistoriker, Bauforscher und Architekten. Durch das Kapitel zur Werkplanung, das die handwerklichen Grundlagen rund um das Zeichnen der mittelalterlichen Werkrisse beschreibt, kommen weitere Aspekte hinzu, die das Thema auf eine noch breitere Basis stellen.

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Peter Völkle, 1965 im Südschwarzwald geboren, verbrachte den Grossteil seiner Schulzeit in Basel und machte in einem kleinen Bildhauerbetrieb in Freiburg i. Br. eine Ausbildung zum Steinmetz- und Steinbildhauer. 1992 kam er in die Münsterbauhütte Ulm, absolvierte berufsbegleitend die Meisterprüfung und war dort von 1998 bis 2006 Hüttenmeister. Seit 2006 ist er Betriebsleiter der Münsterbauhütte in Bern, wo man grossen Wert auf den Einsatz vielseitiger Restaurierungsmethoden legt, die das ganze Spektrum zeitgemässer Techniken umfassen.



Buchbestellung
COVISS-Leserinnen und Leser können
das Buch «Werkplanung und Stein-
bearbeitung im Mittelalter» für CHF 94.− (inkl. Versand und MWST) unter
info@coviss.ch oder www.coviss.ch
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Ausgabe "2017/1 - Februar/März" bestellen
 
Text COVISS; Ebner Verlag
Bild Ebner Verlag
 




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