Home     
| Home |   | Sitemap |   | Testimonials |   | Partner |   | Links |   | Stichwortverzeichnis |   | Inscreenum |  

| Aktuelle Ausgabe
| Archiv
| Anzeigen
| Abo/Einzelausgaben
| Veranstaltungen/Dienste
| Über COVISS
| Redaktion/Verlag
| Leserbriefe
| Kontakt
| Impressionen
| Bestellung Buch




Initiative für Fassaden ohne Gifte
Transparenz vermeidet Algen und Pilze
 
Gesunder Menschenverstand und praktischer Anschauungsunterricht in den Städten und auf dem Land sagen es uns schon lange: Gifte wie Algizide und Fungizide lösen das Mikrobenproblem auf den Fassaden kaum nachhaltig. Denn nach wie vor sind Fassaden, vor allem solche mit Wärmedämmverbundsystemen, früher oder später vom Algen- und Pilzbefall betroffen. Dies, obwohl sie hydrophob und biozid behandelt sind. Nun wollen der Putzhersteller Greutol und der Mineralfarbenhersteller Keim mit ihrer jüngsten Initiative «Aqua PuraVision» im Firmenverbund aufzeigen, dass Algen und Pilze auf Fassaden ein komplexes Problem darstellen und deshalb nach einer differenzierteren Betrachtungsweise verlangen.

Mit einer Reihe von sehr informativen Fachvorträgen haben die beiden Firmen Greutol und Keim die Bau-Fachwelt aufgerufen, die Algen- und Pilzproblematik aus einem differenzierteren Blickwinkel zu betrachten. Denn der Einsatz von Algiziden und Fungiziden und die Methode der Hydrophobierung ver-hindern den Mikrobenbefall nicht – grün-schwarzen Fassaden begegnet man nach wie vor – trotz oder wegen Biozid und Hydrophobierung.

Sorge um das Wasser
COVISS beobachtet die Initiative «Aqua PuraVision» der beiden Firmen Greutol und Keim aufmerksam. Dass sich zwei Firmen zusammentun und dazu aufrufen, festgetretene Pfade zu verlassen und alternative Möglichkeiten zum Gifteinsatz an Fassaden zu prüfen, ist allein schon bemerkenswert. Und dass sie es tun, ohne sich selber in der Art einer Firmenshow in den Vordergrund zu stellen, ist aussergewöhnlich – und sympathisch. Die Initiative stösst denn auch auf Wohlwollen, Respekt und auf grosses Interesse: Die bisher durchgeführten Fachtagungen im Golfpark Otelfingen, im Hotel Schweizerhof in Luzern und im Zentrum Paul Klee in Bern wurden von Architekten, Bauherren, Immobilienverwaltungen Handwerkern und Vertretern aus Wissenschaft und Industrie zahlreich besucht. Niemandem dürfte dabei entgangen sein, dass es den beiden Firmen Firmen ernst ist, gemeinsam mit den Baupartnern wissenschaftlich begleitete Wege aufzuzeigen und zu diskutieren, die aus dem Giftdilemma führen könnten. Algizide und Biozide sind wasserlöslich – mit jedem Tau- und Regenereignis werden sie daher Schritt um Schritt aus der Fassade herausgewaschen, und sie werden dabei ins Grundwasser hineingespült. Ein problematischer Umstand, dem man nun alternative Lösungswege entgegenhalten möchte.

Sachliche und differenzierte Diskussion
Was ist zu tun? – Die Antwort der beiden Firmen Keim und Greutol ist eindeutig: Auf die Komplexität der Algen- und Pilzproblematik hinweisen, vernetzt statt eindimensional denken, mit gemeinsamen Kräften den für Mensch und Umwelt problematischen Kreislauf «Biozideinsatz–Auswaschung–Biozidnachrüstung» durchbrechen.

Alle am Bau Beteiligten sind eingeladen, diesen unseligen Giftkreislauf zu durchbrechen. Mit ihrer Initiative Aqua PuraVision machen Keim und Greutol den ersten Schritt. Sie wollen beweisen, dass europaweit jährlich Tausende von Tonnen wasserlöslicher Biozide in Fassadenbeschichtungen unnötig sind und schlagen deshalb vor, vermehrt mit dem Wasser (hydrophil) statt gegen das Wasser (hydrophob) zu arbeiten, weil mit einer starken Hydrophobierung der Bewuchs mit Algen und Pilzen nicht verhindert werden kann.

Vom Dünnschicht- zum Dichtschichtsystem
Algen- und Pilzbewuchs auf exponierten Flächen kann nur durch Reduzierung der Einwirkdauer von Feuchtigkeit auf Fassadenoberflächen verhindert oder verzögert werden. Für dauerhafte Feuchtigkeit ist nebst den Niederschlägen vor allem die Oberflächenkondensation verantwortlich. Wie kann nun also die Kondensfeuchte auf der Deckputz- oder Anstrichoberfläche verhindert werden? Wie kann ausgeschlossen werden, dass sich ein Wasserfilm auf den Fassadenoberflächen bildet? Die Antwort von Keim und Greutol ist einfach: Die Fassade muss so aufgebaut werden, dass sie die kondensierende Feuchte aufzunehmen vermag (mit dem Wasser arbeiten). Hydrophile oder wasserfreundliche Oberflächen haben diese Wasser aufnehmende Eigenschaft und gewährleisten eine schnelle Rücktrocknung der Oberfläche. Traditionelle mineralische Dickschichtputze mit mineralischem Anstrich und einem hydrophilen und nicht bioziden Aufbau heisst also der von den beiden Firmen Keim und Greutol vorgeschlagene Weg aus dem Giftdilemma.

Lobenswerte Initiative
COVISS unterstützt Projekte, die positive Perspektiven und Alternativen ermöglichen. Und COVISS fördert Initiativen, die zu mehr Transparenz in der Branche führen. Greutol und Keim lancieren die Diskussion rund um das Thema Algen und Pilze an Fassaden neu. Dabei steht die Verantwortung jedes einzelnen am Bau Beteiligten im Vordergrund. Echte Sorge um Mensch und Umwelt und ein scheinbar auswegloses Giftdilemma bewegen die beiden Firmen in die richtige Richtung. Und hoffentlich im Zuge der Entwicklungen viele andere auch: Putz- und Farbenhersteller, Planer, Architekten, Handwerker, Bauherren, Verwaltungen. 
 
Ausgabe "2005/7 - November" bestellen
 
Text Gregor Eigensatz
Bild COVISS
 
   Weiteres zum Thema
 
Algen | Grün-graue, mit Algen und Pilzen …      
Baubiologie | Nachhaltigkeit am Bau und …      
Biozide | Gift an der Fassade und später im …      
Pilze | Grün-graue, mit Algen und Pilzen …      
Oekologie am Bau | Nachhaltigkeit am Bau und …      




Lifecom


Xen-On


Verkehrshaus