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Neu und doch in der Tradition verwurzelt
Sgraffito-Technik im 21. Jahrhundert
 
Aus der Ferne wirkt das Gebäude irritierend. Am Waldrand eines Südhangs in Davos steht der Monolith, wie aus Beton gegossen. Etwas fremd und doch vertraut mit seiner Umgebung, kantig in seiner architektonischen Form und doch anmutig und «weich», präsent und doch zurückgenommen… Der Bau fordert den Betrachter.

Das turmartige Ferienhaus erschliesst sich nicht auf den ersten Blick, verlangt nach Raum und Zeit, sich ihm anzunähern. Assoziationen vielleicht mit Türmen in San Gimignano oder mit dem Villa Garbald-Neubau im Bergell gehen einem durch den Kopf. Das ist aber auch schon alles.

Bei näherer Betrachtung werden die eher unbunten Fassadenflächen – ein abgeglätteter hydraulischer Kalkputz mit Lasuren − zu einem dezent farbigen Buch mit eingeritzten Aphorismen und Zeichen, mit unterschiedlich grossen, lasierten Farbflächen, manchmal abrupt beginnend oder sanft auslaufend, je nach Blickwinkel changierend im Farbton. Die Farbigkeit des Davoser Dolomit-Gesteins dient hier als Vorlage, ebenso die Tradition der Engadinerhäuser mit ihren al fresco (Nass in Nass) geritzten Fassadendekorationen.

Der Betrachter steht vor einer Fassade, zu der er in seinem mentalen Archiv nichts Vergleichbares findet. Anziehend und interessant wirkt die Oberfläche allemal – vielleicht gerade, weil man sie zu nichts in Bezug setzen kann?

Die sehr eigenwillige Sgraffito-Arbeit an diesem Ferienhaus in Davos ist ein Beispiel dafür, wie sich das traditionelle Handwerk heute in weiterentwickelter Fasson, neben anderen ornamentalen Versuchen, an Gebäuden behaupten kann: selbstbewusst und unaufdringlich. So ist hier das Sgraffito eine Dekoration, die dem Gebäude Individualität verleiht, dieses integriert und durch die traditionelle Technik an der reichen Baugeschichte der Gegend teilhaben lässt, diese darüber hinaus ergänzt und neu belebt.[…] 
 
Ausgabe "2015/4 - August/September" bestellen
 
Text Ursula Ochsenbein; Gregor Eigensatz
Bild Ursula Ochsenbein
 
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