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Jacobs Haus am Seefeldquai in Zürich
Spiel zwischen historischer Substanz und zeitgenössischem Einbau
 
Durch einen sorgfältigen und aufwendigen Umbau hat der neubarocke Stil des 1913 erbauten Jacobs Hauses mit seiner üppigen Innenarchitektur eine Neufassung erhalten. Die vom Architekturbüro Miller & Maranta vorgeschlagenen Eingriffe erhalten durch die material- und handwerkstechnisch anspruchsvolle Umsetzung einen auf das Ganze abgestimmten, angemessenen Glanz.

Die vorgeschlagenen und schliesslich an der Villa realisierten Veränderungen nehmen auf die ursprüngliche Ausstrahlung des Gebäudes genauso Rücksicht wie auf die vielschichten Nutzungsbedürfnisse der heutigen Bauherrschaft. Dabei wird der Historismus dieses Gebäudes weder aufgelöst noch kopiert oder einfach aufgefrischt; er steht nach wie vor, jedoch in mancher Beziehung neuartig und so als Zeuge einer anderen Art der Bespielung seiner selbst im 21. Jahrhundert. Das stattliche Haus, wie es nun durch die Planungsvorschläge des Architekturbüros Miller & Maranta sowie die hoch spezialisierten Handwerksarbeiten u. a. der Schaub Maler AG neu zum Tragen kommt, vereint in angemessener Weise das Gebäude von einst mit den Ansprüchen der Familie Jacobs, ihrer hier domizilierten und weltweit tätigen Stiftung im Bereich der Kinder und Jugendentwicklung sowie dem hier eröffneten Johann Jacobs Museum, das sich der Geschichte der globalen Handelswege widmet. Die renovierte und neu bespielte Villa bietet der Familie Jacobs eine würdige, repräsentative Plattform ihres globalen und sozialen Tun und Wirkens.

Der Handwerklichkeit gerecht werdende Fassung
Die Villa am Seefeldquai 17 wurde 1913 vom Architekten Otto Honegger für den Zürcher Industriellen F. Ernst erbaut. Die Anmutung des Gebäudes erinnert an bernische Patriziervillen, was sich in der Materialisierung mit grünlichem Sandstein und den neobarocken Stilelementen in der Fassade ablesen lässt. Für die einzelnen Räume wurde eine starke Raumstimmung entwickelt, die sich am Charakter des ursprünglichen Wohnhauses des beginnenden 20. Jahrhunderts anlehnt, der Nutzung als Museum, Veranstaltungsort und Repräsentationsräumlichkeit aber vollumfänglich gerecht werden soll. Auf die beiden zu Beginn der Planungsarbeiten gestellten Fragen: was das Haus als solches braucht und was die Nutzung beziehungsweise die Bauherrschaft verlangt, haben die Architekten eine Antwort gefunden, die der einstigen wie auch der heute bei einer repräsentativen Villa zu erwarteten Handwerklichkeit gerecht wird.

Die Treppe
Durch die Neuplatzierung der räumlich qualitätvollen Treppenanlage in der Nordostecke erhält das Haus einen ausgewogenen Grundriss mit klarer Raumverteilung. Die Treppe entflechtet die vielfältigen Nutzungen der Villa und trägt zur typologischen Klärung bei. Die geschwungene Treppenkonstruktion ist neu und entspricht heutigen Normvorgaben von Brandschutz und Fluchtweganforderungen. Das in technischer wie auch ästhetischer Hinsicht Neue drängt sich dem Betrachter in keiner Weise auf. Wie selbstverständlich ordnet es sich in die Stilumgebung des späten 19. Jahrhunderts ein, ohne den Stil selber zu repräsentieren. Der in diesem Zusammenhang handwerkstechnisch bemerkenswerte Weg zum geforderten Resultat eines massiven, geschwungenen Treppengeländers mit hochglänzender Oberfläche, stützt diese Beobachtung. Bei der Glanzoberfläche handelt es sich um eine Hightech-Oberfläche par Excellence. Sie kontrastiert unaufdringlich mit den mit der Bürste matt gestrichenen Decken und Wände.

Das Erdgeschoss
Die Räume verfügen nach dem Umbau über einen starken, zum Teil historisch geprägten Charakter. Die Materialwahl erfolgt in Abstimmung mit dem Bestand, löst sich aber auch hier bewusst durch Formgebung oder Oberflächenbehandlung von diesem. Dadurch wird ein Spiel zwischen historischer Substanz und zeitgenössischem Einbau gesucht, das die architektonische Einheit des Gebäudes nicht in Frage stellt, sondern eine neue, aufgefrischte Gesamtheit herstellt. Die Böden der Innenräume wurden gemäss Originalzustand wiederhergestellt. Durch das Freispielen der zentralen Halle, den Einbau eines neuen offenen Kamins an der Rückwand sowie der innenräumlichen Ausgestaltung werden die unterschiedlichsten Nutzungen möglich. Die Wände und Decken wurden, einem ganzheitlichen Farbkonzept entsprechend, neu gefasst und verfügen so über eine eigenständige Raumstimmung.

Das Untergeschoss
Der Ausstellungsraum im Untergeschoss ist über die grosszügige Treppe direkt aus dem Eingangsbereich erschlossen. Über ein Vestibül und ein japanisch anmutendes Gittertor werden die neuen Räume betreten. Die organisch geformte Gewölbedecke, welche die moderne Beleuchtungstechnik aufnimmt, unterstreicht den eindrucksvollen Charakter des Raumes. Die hochwertige Materialisierung verleiht den Räumen im Untergeschoss den edlen und eleganten Charakter einer unterirdischen Schatzkammer.

Die Obergeschosse
In den Obergeschossen wird die bereits bestehende Raumstruktur mit einem gros-sen offenen Raum in der Mitte und seitlich angelagerten Einzelbüros weiterentwickelt. Die Büros in den Obergeschossen erhalten durch die neue Lage der Treppe einen vom Museum unabhängigen Zugang und eine verbesserte Adressbildung über den Haupteingang. Die kammerartige Raumaufteilung, die sich an der ursprünglichen Wohnnutzung orientiert, ist für eine Büronutzung sehr gut geeignet. Die Büros selbst weisen grosszügige Raumgrössen auf, so dass vielerorts auch eine Doppelbelegung möglich wäre. Die grosse Halle im 1. Obergeschoss erhält mit dem neuen Sitzgruppen-, Teeküchen- und Garderobenmöbel eine angemessene Bedeutung als Kommunikations- und Begegnungsraum.


Jacobs Foundation
Die Jacobs Foundation ist eine weltweit tätige Stiftung im Bereich der Kinder und Jugendentwicklung. Die in Zürich ansässige private Stiftung wurde im Jahre 1989 vom Unternehmer Klaus J. Jacobs gegründet und fördert Forschungsprojekte, wissenschaftliche Institutionen und praktische Interventionsprogramme mit einem Jahresbudget von rund 40 Millionen Franken (Kontakt: www.jacobsfoundation.org).

Pünktlich zum 25-jährigen Jubiläum der Stiftung wurde der Umbau der Villa am Seefeldquai fertiggestellt. Heute vereint das Haus den Sitz der Jacobs Foundation und des Johann Jacobs Museums, welches sich der Geschichte der globalen Handelswege widmet, unter einem Dach und ist ein besonderer Ort für schöpferisches Lernen und angeregten Diskurs: Das Jacobs Haus.


Bauinfo

Objekt: Jacobs Haus, Villa am Seefeld-quai 17, Zürich

Bauherrschaft: Jacobs Foundation, Zürich

Architekturbüro: Miller & Maranta, Basel

Spezialisierte Handwerksarbeiten: Schaub Maler AG, Zürich 
 
Ausgabe "2014/5 - Juli/August" bestellen
 
Text COVISS (Quelle Miller & Maranta; Schaub Maler)
Bild Ruedi Walti, Basel
 
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