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Publikation und Wanderausstellung
Farbkultur im ländlich-historischen Kontext
 
Viele ländliche Regionen können auf eine reiche und lange überlieferte Farbkultur zurückschauen, die massgeblich zur Identität und zu den Qualitäten des Lebensraums beiträgt. Heute befinden sich diese Regionen oft im Umbruch. Farbspezifische Entscheidungsgrundlagen, die auf einer vor Ort ermittelten Farbkultur basieren, werden für eine nachhaltige Planung immer wichtiger. Ein Team vom «Haus der Farbe – Höhere Fachschule für Farbgestaltung» ist im Auftrag der Denkmalpflege Thurgau der Frage nachgegangen, wie eine regionale Farbkultur erfasst, gepflegt und gestaltet werden kann.

Untersucht wurden das Kolorit einer historischen Kleinstadt, einer von Materialfarbigkeit geprägten ländlichen Siedlung sowie die traditionelle Farbigkeit von Fachwerkbauten. Dabei interessierte unter anderem das Zusammenspiel von Architekturfarbigkeit und Landschaft. Wie kann das Erscheinungsbild einer Agglomerationssiedlung durch farbliche Eingriffe an Identität gewinnen? Die Ergebnisse dieser exemplarischen Studie sind nun in Form einer Publikation und einer Wanderausstellung öffentlich zugänglich (siehe Box).

«Farbkultur im Thurgau pflegen und gestalten» heisst der kurz vor Jahresende erschienene fünfzehnte Band der Reihe «Denkmalpflege im Thurgau». Die Ergebnisse der Analyse sind weit über den Kanton hinaus von allgemeinem Interesse. Die Studie rückt anhand exemplarischer Untersuchungen Eigenschaften einer Thurgauer Farbkultur ins Bewusstsein, die in einer lang tradierten Bau- und Handwerkskultur wurzeln. Diese Farbkultur zeichnet sich durch einen ortsbezogenen und soliden Umgang mit Farbe aus, der schliesslich zur Entstehung stimmiger wie auch charakteristischer Farbräume im Kanton führte. Diese Charakteristiken wurden in der Studie sorgfältig herausgearbeitet und in den jeweiligen Farbkarten in präzisierter Form zur Darstellung gebracht.

Differenzierter Umgang mit Farbe und Materialien am Bau
Was die vier untersuchten Farbräume (Steckborn, Lustdorf, Zihlschlacht, Ottenberg) miteinander verbindet, ist weniger eine übergeordnete Thurgauer Farbpalette als vielmehr eine gemeinsame Haltung gegenüber dem Umgang mit Farbe und Materialien am Bau. Der unmittelbare räumliche Kontext, der historische Hintergrund sowie die gemeinschaftliche Verantwortung für den öffentlichen Raum erhalten in der Betrachtung entsprechende Aufmerksamkeit. Nachhaltige Materialwahl und sorgfältige handwerkliche Ausführung bestimmen die Farbigkeit entscheidend mit, wobei die Farbgestaltung mit der Architektur eine konstruktive wie auch ästhetische Einheit bilden sollte.

Grundlagen für künftige Farbent-scheide
Die Farbkarten stellen für die exemplarisch untersuchten Siedlungen Grund-lagen für künftige Farbentscheide bereit und zeigen mögliche Wege im Umgang mit Farbe auf. Sie lassen sich nicht einfach auf andere Orte übertragen, da jeder Ort seine eigene Farbidentität und andere räumliche Eigenschaften hat, die jeweils vor Ort sorgfältig untersucht werden müssen. Eine eigens für einen Ort erarbeitete Farbkarte macht auf die Wichtigkeit des Themas und auf bestehende Qualitäten im Ort aufmerksam.

Kultur der Farbe und Oberflächen-gestaltung der Architektur
Die nun vorliegende Forschungsarbeit bestätigt, dass Farbe und Oberflächengestaltung der Architektur ein wesentlicher Bestandteil von Kultur im Allgemeinen ist. Eine Farbkultur von Qualität ist das Ergebnis eines kontinuierlichen gemeinschaftlichen und weitsichtigen Agierens einer Gesellschaft, die das verantwortliche Mitwirken aller Akteure fordert und ermöglicht. Privatpersonen und Bauherren sind dabei ebenso in der Pflicht wie Behörden und Planer, Handwerker und Industrie. Jeder ist im Rahmen seines Wirkungskreises und seiner Entscheidungsbefugnisse dazu aufgefordert, Qualitäten zu fördern, die sich in einen gemeinschaftlichen Kontext einfügen und die Realisierung eines mit Sorgfalt gestalteten, qualitativ hochstehenden Lebensraums anstreben.


Die Publikation
Farbkultur im Thurgau pflegen und -gestalten, Denkmalpflege im Thurgau, Band 15, Amt für Denkmalpflege des -Kantons Thurgau (Hrsg.), Schriftleitung: Beatrice Sendner, Redaktion: Felicitas Meile, Autoren: Matteo Laffranchi, Eva Leuba, Lino Sibillano, Marcella Wenger-Di Gabriele, Stefanie Wettstein, Schwabe Verlag, -Basel 2013

148 Seiten, 126 Abbildungen, 3 gross-formatige Falttafeln, broschiert, Fr. 58.–, ISBN 978-3-7965-3210-8


Die Wanderausstellung
Handgefertigte Farbkarten im Grossformat machen die reichen Facetten der fünf untersuchten Siedlungssituationen und ihrer Farbwelten sichtbar. Die eindrücklichen Bilder werden in der Ausstellung «Stiller Reichtum – Farbkultur im Thurgau pflegen und gestalten» erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Begleitet werden die Farbkarten von weiteren Farbmustern, die die Beurteilung von Farbqualitäten im architektonischen Kontext erläutern und Hinweise zur technischen Umsetzung der Farbkarten geben. Hörspiele und musikalische Klänge von Markus Keller sowie Fotografien von Christoph Gysin erweitern den Blick auf die Ortschaften und die Thematik, die auch über die Kantonsgrenzen hinaus von Bedeutung ist.

Zürich, Haus der Farbe − Höhere Fachschule für Farbgestaltung, bis 21. Februar 2014, Montag/Dienstag und Donnerstag/Freitag, 9 bis 17 Uhr, Samstag 1. und 8. -Februar 2014, 9 bis 16.30 Uhr, Führungen 1. und 8. Februar, 15 Uhr, Fr. 10.– pro Person

Münchwilen, Villa Sutter, 28. Februar bis 6. April 2014,Eröffnung: Freitag, 28. Februar, 19.00 Uhr

Arbon, Galerie Bleisch, Mai bis Juni 2014

Kreuzlingen, Museum Rosenegg, Anfang Oktober bis Ende November 2014

Der Ausstellungsort im Sommer steht noch nicht definitiv fest. Weitere Auskünfte unter www.denkmalpflege.tg.ch. 
 
Ausgabe "2014/1 - Februar" bestellen
 
Text Farbkultur im Thurgau pflegen und gestalten (Quelle), Denkmalpflege im Thurgau Band 15, Amt für Denkmalpflege des Kantons Thurgau (Hrsg.)
Bild Christoph Gysin
 
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