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Jugendstilvilla in Wohnungen umgebaut
Malerarbeiten unter Denkmalschutzvorgaben
 
Die Jugendstilvilla wurde 1908 vom Grossvater des heutigen Besitzers erbaut und liegt oberhalb des eigenen Fabrikareals in Horgen. Im Zuge des Architekturwettbewerbs für das gesamte Fabrikareal beschliessen die Bauherren, die leerstehende Villa zu erhalten und umzubauen. Kein einfaches Unterfangen, zumal die Villa im Inventar der denkmalpflegerischen Schutzobjekte von kommunaler Bedeutung aufgeführt ist. Ziel war es, gesetzte Rahmenbedingungen von Authentizität, Langlebigkeit und Qualität optimal umzusetzen.

Die vielen Vorgaben von Gemeinde und Denkmalpflege bringen das Vorhaben beinahe zum Scheitern. Nach zwei Jahren Planung und Verhandlungen wird der Umbau im September 2011 dann doch in Angriff genommen. Die Jugendstilvilla wird total saniert; energetische Massnahmen sind aufgrund der denkmalpflegerischen Vorgaben nur bedingt möglich. Die Sanierung von Dach, Fassade und die Ertüchtigung der Fenster (Einbau Isolierverglasung in bestehende Fensterkonstruktion) lassen das Gebäude in altem Glanz erstrahlen.

Der Einbau eines kleinen Personenaufzugs ist neben der Erweiterung des Untergeschosses der grösste bauliche und sehr komplexe Eingriff. Da die Zufahrt der neuen Einstellhalle für die Eigentumswohnungen neben der Villa unter der Terrasse durchführt, wird diese sorgfältig abgebaut und gemäss den Aufnahmen rekonstruiert. Die Natursteinelemente und Metallgeländer werden restauriert und wieder verwendet.

Erhaltung der bestehenden Raumstrukturen
Die Villa wird neu in drei Wohneinheiten unterteilt, wovon im EG und 3. OG Duplexwohnungen entstehen. Die Raumeinteilungen bleiben grundsätzlich erhalten, notwendige Einbauten werden sensibel integriert. Zusätzliche Nasszellen und moderne Küchen aus hochwertigen Materialien bilden einen schönen Kontrast zu den Jugendstilbauteilen. Durch die grosszügigen Entrées bleibt der Charakter der Villa in jeder Wohnung spürbar. Das Farb- und Materialkonzept wurde von der Bauherrin mit grossem Engagement begleitet.

Professionelle Farbanalyse
Vor Baubeginn wurde ein Dienstbarkeitsvertrag der geschützten Teile mit der Gemeinde ausgearbeitet. Geschützt sind die gesamte Fassade (inklusive Fenster, Türen etc.), das Treppenhaus sowie das Wohnzimmer mit dunklem Eichentäfer an allen Wänden, die Decke im Erker sowie die Kassettendecke der Halle des ersten Obergeschosses. Bestehendes sollte soweit wie möglich rekonstruiert und renoviert werden.

Eine Spezialfirma erstellte anhand von Sondagen eine detaillierte Analyse von Art und Farbe der ursprünglichen Anstriche innen und aussen. Dies diente als Grundlage für das Material- und Farbkonzept, das in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalpfleger erarbeitet wurde. Dabei entstand ein interessanter Diskurs zwischen den Ausführenden und dem Experten der Denkmalpflege mit dem Ziel, die gesetzten Rahmenbedingungen von Authentizität, Langlebigkeit und Qualität optimal umzusetzen.

Farb- und Materialkonzept im Denkmalschutz
Fassade: Das Farbkonzept wurde getreu der ursprünglichen Farbgebung in die Rekonstruktion mit einbezogen. Im Zuge der Bauarbeiten kamen bei den Dachuntersichten Schablonenmalereien zutage, die mit grossem Aufwand und je nach Möglichkeit mit den alten Farbzusammensetzungen ausgeführt wurden. Im ersten Obergeschoss waren die Fenster innen zum Teil als Eichenholz maseriert; diese Malereien wurden wo nötig ergänzt und aufgefrischt.

Treppenhaus: Im Windfang bis ins erste Obergeschoss sind die Wände bis 1,30 Meter mit keramischen Fliesen belegt. In den folgenden Etagen wird das Element in Form des bestehenden Stramingewebes mit einem abschliessenden Holzprofil fortgesetzt; dieser Teil wurde auch farblich abgehoben. Für die Decken wurde Leimfarbe verwendet, bei den Wänden einigte man sich auf eine dauerhaftere Keim-Optil-Silikatfarbe.

Wohnungen: Bestehende Elemente werden in der hochwertigen Materialisierung aufgenommen − so findet sich der Fischgratparkett in allen Wohnräumen wieder. Andere werden sorgfältig restauriert und wiederverwendet. Nasszellen und Küchen sind bewusst modern und schlicht gehalten, wodurch die Jugendstilelemente verstärkt in Erscheinung treten. Die Differenzierung der Farbqualitäten an Wand und Decke setzt sich im Inneren fort. Diverse Räume verfügen über Stuckdecken, deren bestehender Kunstharzanstrich vor dem neuen Leim-anstrich sorgfältig entfernt werden musste. Das Entrée wurde in allen Geschossen mit dem gleichen warmen Sandton gestrichen, bei Nasszellen und einzelnen Wänden wechselte man zwischen einem Pastellblau und einem Lindengrün.


Bauinfo

Objekt:
Villa Bellavista Horgen, Totalsanierung – Umbau in drei Wohneinheiten

Bauherrschaft: Stäubli AG, Pfäffikon SZ / Horgen

Architektur: architekturglarner gmbh, Zürich

Baumanagement: Schätti Baumanagement AG, Horgen

Maler- und Tapezierarbeiten: Schaub Maler AG, Zürich

Umbauzeit: September 2011 bis Oktober 2012
 
 
Ausgabe "2013/7 - Oktober" bestellen
 
Text COVISS (Quelle: Jürg Glarner; Theo Schaub)
Bild Thomas aus der Au, Winterthur
 
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