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Rostspuren – Coloured Oxidations
Lebendige Oberflächen in Echtrost
 
Rostspuren – Coloured Oxidations – Mit dieser eher lapidaren und nüchternen Beschreibung «beginnt» die Website des Künstlers Gerhard Völkle. Man tritt ein in eine Welt, in der einem vieles bekannt vorkommt, vieles neu und etwas vielleicht ganz neu: der Rost. Dieser verleiht Völkles Skulpturen, Malereien und Objekten eine eigenwillige Ausstrahlung.

Die eisenoxidhaltige Farbe, eine Eigenentwicklung des Künstlers, wird angemischt, aufgetragen − und dann rostet sie. Das Endergebnis, die genaue gestalterische Ausprägung der bemalten Flächen, unterliegt somit nur bedingt der Kontrolle des Künstlers. Genau dies ist gewollt: Der Künstler soll ja nicht «schlauer sein wollen als sein Material», und so ist es nur konsequent, dem Material selbst das «Finishing» zu überlassen. Und dies braucht Zeit: Wochen und Monate für die Entfaltung einer optimalen Rostpatina. Sinngemäss hat dies ja auch Dieter Roth mit seiner Eat Art – aus letztlich verwesenden Lebensmitteln – längst etabliert.

Auch in seinen aktuellen Würfelbildobjektarbeiten «CUBES» ist die persönliche Verbindung Gerhard Völkles zur Insel Lanzarote nicht übersehbar. Farben und Feuer der Vulkanberge finden in seinen Werken eine künstlerische Umsetzung. Völkles spezielle Technik, bei der Metalloxidationen auf Bildträgern wie Metall, Acrylglas, Leinwand und Holz hergestellt werden, erlaubt es dem Künstler, mit echtem Rost zu arbeiten und durch dieses «selbsttätige» Material bildnerische Effekte hervorrufen zu lassen. Die Ausgestaltung der Werke werden aus der Hand gegeben. Der Prozess der Oxidation übernimmt und verwandelt die unterschiedlichsten Trägermaterialien in atmende Körper. So klar und definiert die minimalistischen Formen sind, so lebendig gestalten sich deren Oberflächen.

Das Leben der Vergänglichkeit
Rost. Die naheliegende Assoziation ist das klassische Vanitas-Motiv: memento mori – «Bedenke, dass Du sterben musst». Und sicherlich geht es Gerhard Völkle auch um Vergänglichkeit. Doch nicht der Tod ist Gerhard Völkles Thema, im Gegenteil: der Begriff Tod verweist dialektisch auf das Leben. Und für Völkle ist Rost, Rostfarbe ein ganz lebendiges Material. Rost ist ein wasserhaltiges Oxid des Eisens – insofern ein Material. Darüber hinaus aber beschreibt der Begriff Rost weniger einen statischen Zustand (wie es der Tod vielleicht ist), sondern eher einen Prozess: die chemische Verbindung von Edelmetallen mit Sauerstoff – die Oxidation. So könnte man also insofern auch
umformulieren: «Bedenke, dass Du lebst».
Die Farbe Rot ist auch vielfältig konnotiert: hier denken wir an Liebe oder auch an Wut und Aggressivität (welche gerade in diesem Begriffsraum als lebensbejahend gesehen werden sollte) − und eben an Lebendigkeit.

Wohl selten, dass sich eine Dialektik so schön auflösen lässt: Im Bild der ersten Assoziation (memento mori) steht Rost als Metapher für das Älterwerden. Älter zu werden aber bedeutet auch, zu leben.Gerhard Völkles Kunst thematisiert den gesamten Prozess des Lebens. Seine besondere Farbe ist ein verblüffend genauer Ausdruck dieser Dialektik des Lebens.

Kontakt
Gerhard Völkle
gerhardvoelkle@t-online.de
www.atelier-voelkle.de
 
 
Ausgabe "2013/4 - Juni" bestellen
 
Text COVISS
 
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