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Kalk – Eigenwillig und stark im Ausdruck
Anspruchsvoll und spannend im Handwerk
 
Kalk
Kalk − Bindemittel und Weisspigment zugleich
Kalk − ein eigenwilliger und starker Charakter sucht Verständnis
Kalk − bauökologisch und bauphysikalisch einwandfrei
Kalk − schön und immer wieder anders
Kalk − stark im Ausdruck, wild und unbezähmbar im Erscheinungsbild
Kalk − so einzigartig wie jeder Stein im Berg, so das Kalkkleid auf der Wand
Kalk − macht keine Kompromisse
Kalk − so wie er ist, direkt und ehrlich
Kalk − schreibt Geschichte


Kalk ist einer der ältesten Baustoffe überhaupt. Er hat sich bis in die heutige Zeit als Baumaterial oder Zuschlagstoff in modernen Baustoffen behaupten können. In der historischen Bausubstanz wird die Putzmischung immer noch direkt auf der Baustelle mit Sumpfkalk und farbigen Sanden und/oder Pigmentzuschlägen für Verputzarbeiten gemischt und verarbeitet. Das Anforderungsprofil vom Kalk als Baumaterial ist bauphysikalisch und bauökologisch unverändert gut.

Nicht viele Baustoffe lassen sich so vielfältig wie der Kalk anwenden: als Verbundsteine im Mauerwerk, als Grund-, Deck- und Feinputze für Fassaden und Innenräume oder als geseifte Kalkglätten in Nasszellen, als Kellerwände, geweisselt mit Sumpfkalk oder Kalkfarben, als Freskotechniken, Fassadenanstriche oder in dekorativen Malereien usw. Entgegen jeder immer noch aufrechterhaltener Aussage aus den Fachbüchern, schwefelsaure Abgase in der Atmosphäre würden Kalk zu Gips verwandeln, spricht mit der bestehenden Luftqualität nichts gegen eine Applikation im Aussenbereich mit Kalk.

Produkte
Die verschiedenen Zuschlagstoffe wie Sande, pflanzliche oder tierische Fasern, tierische Exkremente, Kasein, tierische und pflanzliche Leime, Leinöl, Alkohol und Zucker, Seifen und Ei- oder Blutalbumin (Eiweisse), wurden seit jeher dem Kalkbrei zugeschlagen. Je nach Stoff wurde die Binde- oder Füllkraft verbessert, wurden Flecken isoliert oder stärkere Bunttöne ermöglicht. Je nach Zusatzstoffe können auch organische Untergründe mit Kalk beschichtet werden. Heute werden zusätzlich zu einigen oben schon erwähnten Additiven diverse Kunststoffverbindungen dem Kalk beigemengt.

Verarbeitung
Der Umgang mit dem Material Kalk beinhaltet verschiedene Aspekte. Zum einen muss das Handwerk wieder an das anspruchsvolle Material herangeführt werden, um das notwendige Vertrauen in Rezepturen und Techniken neu zu erlangen. Zum anderen muss der Entscheid für das Material Kalk, in welcher Form auch immer es angewendet wird, bewusst gefällt werden. Bereitschaft und Akzeptanz für die charakteristischen optischen Merkmale hat sich gegenüber früher wesentlich verändert. Je ursprünglicher das Material im Bau angewendet und eingesetzt wird, desto augenfälliger kann sein Erscheinungsbild sein. Arbeitsspuren oder Ungleichmässigkeiten, Wolkenbildung, Flickstellen, die zum Beispiel durch das unterschiedliche Saugverhalten im Untergrund sichtbar werden, können Anlass zu Diskussionen oder Unstimmigkeiten unter Auftraggebern und Auftragnehmern geben.

Erscheinungsbild und Ausdruck
Im Voraus können keine verlässlichen Aussagen über das endgültige Erscheinungsbild der Kalkoberfläche gemacht werden. Erst ein paar Tage oder Wochen nach dem Aufbringen eines frischen Kalkputzes oder Anstriches wird das definitive Resultat sichtbar. Je farbiger und dunkler das Material aufgebracht wird, desto augenfälliger können sich Gerüstläufe und unterschiedliche handwerkliche Arbeitsweisen als lebendige Spuren auf der Oberfläche abzeichnen. Der Kalk weist im Gegensatz zum Silikat eine lebhaftere Optik auf. Beide Materialien, Kalk wie Silikat, binden durch Aufnahme von CO2 ab und verändern durch ihre feuchtigkeitsanziehenden Eigenschaften bei Schlagregen oder hoher Luftfeuchtigkeit immer wieder das Erscheinungsbild. Ferner tragen Licht und Schatten weiter dazu bei, die steinige Oberfläche in ihrer natürlichen und schlichten Eleganz und Schönheit zu zeigen. Kalk ist eigenwillig und stark im Ausdruck und in jeder Hinsicht anspruchsvoll und spannend im Handwerk. 
 
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Text Luzia Borer, Öl + Kalk GmbH, Basel
Bild Luzia Borer, Öl + Kalk GmbH, Basel
 
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