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Sozio-ökonomische Verantwortung und Ökologie
Gemeinschaftliche Lieferketten für alte Fischernetze
 
Der weltweit tätige Teppichfliesenhersteller Interface und die Umweltschutzorganisation Zoological Society of London (ZSL) freuen sich über den Erfolg eines Pilotprojekts – und gleichzeitig über den Start einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit, von der die Partner ökologisch wie sozio-ökonomisch profitieren. Die innovative Kooperation, genannt Net-Works™, wurde ins Leben gerufen, um dem wachsenden Umweltproblem alter ausrangierter Fischernetze in einigen der weltweit ärmsten Küstenregionen zu begegnen.

Über Interface
Interface ist weltweit führend im Design und in der Herstellung von Teppichfliesen, die gleichzeitig Funktionalität und Nachhaltigkeit vereinen. Diese attraktive Kombination der Produkteigenschaften ermöglicht es Interface-Kunden, ihre eigenen Visionen von Design und Raumgestaltung mit Leben zu füllen.

Bereits Mitte der 90er Jahre bekannte sich Interface als eines der ersten Unternehmen öffentlich zu nachhaltigem Handeln. Dieses Bestreben wurde als «Mission Zero» formuliert und auf den Weg gebracht, mit dem ehrgeizigen Ziel, bis zum Jahre 2020 das erste vollkommen nachhaltige Unternehmen zu werden – mit positivem ökologischem Fussabdruck. Seitdem hat Interface für seine Erfolge auf diesem Gebiet weitreichende Anerkennung erhalten. Die Produkte wurden ebenfalls vielfach und insbesondere für Design und Innovation ausgezeichnet, zuletzt mit The Athenaeum Good Design Award for World Textiles und dem Guardian Sustainable Business Award für die GoBeyond-Kampagne.

Im Rahmen des 13. AIT Innovationspreis Architektur und Boden erhielt Interface am 13. Januar 2013 eine neue Auszeichnung
für Nachhaltigkeit. Mit «Fotosfera» stelllte das Unternehmen 2012 seine erste Teppichfliese vor, deren Garn zu 63 Prozent aus biobasiertem Material besteht. Grundlage dafür ist Rizinusöl, das aus den Samen des Wunderbaumes gewonnen wird.

Über die Zoological Society London
1826 gegründet, ist die ZSL eine internationale wissenschaftliche und gemeinnützige Bildungsinitiative. Ihre Hauptaufgabe besteht im Schutz von Tieren und dem Erhalt ihrer Lebensräume. Der Verein betreibt den ZSL London Zoo und den ZSL Whispnade Zoo, forscht wissenschaftlich am Zoo-logischen Institut und ist aktiv am Umweltschutz in weltweit mehr als 50 Ländern beteiligt. Weitere Informationen unter www.zsl.org.

Über Danajon Bank
Die Philippinen sind das globale Zentrum fischartenreicher Meeresküsten, aber gleichzeitig auch die weltweit am stärksten bedrohte Meeresregion. Danajon Bank ist ein doppeltes Barriere-Riff im Zentrum der Philippinen und eines der am stärksten zerstörten Korallenriffs weltweit. Die Region hat eine hohe Bevölkerungsdichte und ein gleichzeitig hohes Armutsniveau. Die Inseldörfer sind stark abhängig von Meeresressourcen, vor allem von Fischerei und Algenanbau.


Ziel der Net-Works-Partnerschaft ist es, eine auf der örtlichen Gemeinschaft basierende Lieferkette für ausrangierte Fischernetze aufzubauen. So sollen die Lebensbedingungen lokaler Fischer verbessert werden, gleichzeitig erschliesst sich Interface eine innovative Quelle für Recyclingmaterialen zur Herstellung von Teppichfliesen. Ausrangierte Fischernetze richten grossen Schaden für die Umwelt und marines Leben an, da sie für Jahrhunderte im Meer oder an Stränden verbleiben können. Gleichzeitig ist das Nylon der Fischernetze das gleiche Material, das für die Produktion von Teppichgarn verwendet wird.

Die ökologische und wirtschaftliche Tragfähigkeit des Projekts wurde zwischen Juni und Oktober 2012 unter Beweis gestellt. Nach einer grundlegenden Recherche und einer engen Zusammenarbeit mit den lokalen Gemeinschaften oder örtlichen Gemeinden und NGOs konnte Net-Works eine funktionierende Infrastruktur für das Einsammeln von ausrangierten Fischernetzen etablieren. Innerhalb des ersten Monats wurde eine Tonne Netze gesammelt – was zu einer grundlegenden Säuberung der Strände von vier lokalen Gemeinden nahe der Danajon Bank (Danajon Riffsystem), einem bedrohten Korallenriff auf den Philippinen, führte. Im Laufe des Jahres möchte Net-Works die Tätigkeiten weiter ausbauen und somit handelsübliche Teppichfliesen aus dem Material der gesammelten Netze herstellen.

Weitere Sammelsysteme für ausrangierte Fischernetze sollen in mindestens 15 Dörfern aufgebaut werden, um so mehr als 280 verarmte Haushalte zu erreichen (bei einer durchschnittlichen Haushaltsgrösse von fünf Personen entspricht das ungefähr 1400 erreichten Personen). Ziel ist es, bis Ende April 20 Tonnen ausrangierte Netze zu sammeln und so durch die Generierung finanzieller Mittel einen wertvollen Beitrag für die Entwicklung der örtlichen Gemeinden zu leisten. Das Familieneinkommen in der Region liegt bei weniger als 120 Euro pro Monat.

Nigel Stansfield, Interface Chief Innovation Officer, erklärt: «Es ist erfreulich zu sehen, dass das mit ZSL gemeinsam entwickelte Konzept funktioniert und so vielversprechend ist. Uns bei Interface ist es wichtig, Verantwortung über den Verkauf unserer Produkte hinaus zu übernehmen. Die gesammelten Fischernetze bestehen aus einem Nylon, das recycled direkt in die Produktion unserer Teppichfliesen einfliessen kann. Somit können wir unseren Verbrauch an neuwertigen Rohmaterialien reduzieren und gleichzeitig die Lebensbedingungen lokaler Gemeinschaften verbessern. Wir freuen uns nun auf die Ausweitung der Aktivitäten und die Auslieferung der ersten Teppichfliesen, die aus dieser Zusammenarbeit entstehen.»

Dr. Nick Hill von ZSL fügt hinzu: «Die lokalen Gemeinden in Danajon Bank haben den Start von Net-Works mit grossem Enthusiasmus begrüsst. Das zeigte sich vor allem an der hohen Anzahl von Menschen, die an dem Projekt beteiligt sein wollten und bereit waren, tatkräftig die Reinigung der Strände von ausrangierten Netzen zu unterstützen. Die Netze sind sehr leicht, und wir waren uns der grossen Herausforderung bewusst, innerhalb eines Jahres eine Tonne an Fischernetzen von so wenigen Fischerdörfern sammeln zu wollen – daher freuen wir uns umso mehr, dass wir dieses Ziel erreicht haben. Wir stehen noch am Anfang und werden im Laufe des Jahres sowohl die ökologischen als auch sozialen Auswirkungen des Projekts beobachten. Doch es zeichnet sich bereits ab, dass diese positiv sein werden.»

Interface und ZSL werden 2013 weitere Möglichkeiten sondieren, um ihre Partnerschaft in anderen Teilen der Welt auszuweiten. So arbeiten sie unter anderem daran, ein Toolkit für andere Gruppen und Organisationen zu entwickeln, das diesen die selbstständige Entwicklung von Net-Works Lieferketten ermöglicht. 
 
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