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Kritische Antworten auf kritische Leserbriefe
Umwelt-Etikette gibt zu reden und zu denken
 
Die Lancierung einer Umwelt-Etikette der Schweizer Stiftung Farbe und die Frage über Sinn und Zweck der neuen Deklaration geben in der Farben-Branche und darüber hinaus Anlass zu einer regen Diskussion. Diese hat COVISS mit Veröffentlichung einer Medienmitteilung der Schweizer Stiftung Farbe ausgelöst und, daran anknüpfend, mit vorwiegend kritischen Voten aus der Leserschaft zum Etiketten- und Label-Thema in COVISS 4/2012. Als Reaktion darauf folgen nun Leserbriefe von Befürwortern aus Industrie, Verarbeitungsgewerbe, Verbänden und Politik. Die stets aktualisierte Diskussion kann unter www.coviss.ch - Leserbriefe weitergeführt und weiterverfolgt werden.

«Im Artikel ‹Sinn und Zweck von Labels – Neue Umwelt-Etikette auf dem Prüfstand› wird die Umwelt-Etikette der Stiftung Farbe in der COVISS-Ausgabe vom Juni beurteilt. Die Stiftung Farbe begrüsst die entstandene Diskussion, denn eines der Ziele der Umwelt-Etikette ist es ja gerade, dass vermehrt über die Themen ‹Unbedenklichkeit für den Menschen› und ‹Ökologie› diskutiert wird. Wir sind sehr dankbar über kritische Meinungen, denn nur so kann sich die Umwelt-Etikette weiterentwickeln und den Schweizer Farben-Markt nachhaltig positiv beeinflussen.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die Umwelt-Etikette kein Label ist, sondern eine Deklaration, die es ermöglicht, sämtliche auf dem Markt erhältlichen Innenwandfarben in die Kategorien A bis G einzuteilen. Der genannte Artikel ‹Neue Umwelt-Etikette auf dem Prüfstand› beinhaltet einige Unwahrheiten. Es ist uns ein Anliegen, entsprechende Aussagen mit überprüfbaren Richtigstellungen zu erläutern. Sämtliche Richtigstellungen können auf der Homepage der Stiftung Farbe und in den dort zugänglichen Reglementen gesichtet werden. Die Homepage existiert in der heutigen Form seit Februar 2012.

Die Aussage, dass Kalk aufgrund des Deckvermögens und der Nassabriebbeständigkeit in die Kategorie C eingeteilt wird, ist falsch. Die Kalkfarbe wird aufgrund ihrer ätzenden Wirkung für den Anwender in die Kategorie C eingeteilt. Eine Kalkfarbe ist auch nicht kennzeichnungsfrei. Produkte, welche die Kriterien der Kategorie A erfüllen, jedoch das Kontrastverhältnis (Deckvermögen) und die Nassabriebbeständigkeit nicht oder nur teilweise erfüllen, werden in die Kategorie A- eingestuft (zum Beispiel Lehmfarben, Kaseinfarben, Naturharzfarben etc.).

Es wird behauptet, die Umwelt-Etikette könne latent zur gestalterischen Monokultur führen, und der Maler und die Malerin würden zum Beispiel bei der Entscheidung, ein wasserverdünnbares oder ein lösemittelhaltiges Produkt einzusetzen, quasi entmündigt. Diese Aussage ist nicht korrekt. Hierzu ist folgender Text auf der Homepage der Stiftung Farbe (FAQ) zu zitieren: ‹Lösemittelhaltige Farben wie die der Kategorie F machen für spezielle Anwendungen durchaus Sinn. Ein wichtiges Anwendungsgebiet sind lösemittelhaltige Mattfarben mit isolierenden Eigenschaften. In einigen Fällen müssen lösemittelhaltige Grundierungen eingesetzt werden, um den Untergrund sicher zu festigen. Daneben gibt es weitere spezielle Produkte, in denen auf einen gewissen Anteil an Lösemittel aus technischen Gründen nicht verzichtet werden kann.›

Ebenfalls ist die Behauptung falsch, dass die Stiftung Farbe eine Prüfeinrichtung sein soll und somit nicht unabhängig sei. Die Durchführung der entsprechenden Produkt-Prüfungen erfolgt durch mehrere externe, akkreditierte Prüfinstitute, eine davon ist zum Beispiel das TÜV-Süd. Die Stiftung Farbe hat unter der Beratung des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) die Prüfkriterien transparent festgelegt und auf Hinweis des BAFU zum Teil noch verschärft. Die Entstehung und Definition der Umwelt-Etikette wurde durch die beratende Begleitung des BAFU massgeblich beeinflusst. Diese Unterstützung stellt das BAFU auch in Zukunft sicher und ist deshalb weiterhin beratend in der technischen Kommission vertreten.

Weiter ist die Aussage nicht korrekt, wonach die Umwelt- und Ökobilanz bei der Erstellung der Kriterien der Umwelt-Etikette nicht berücksichtigt worden sei. Das BAFU hat zur Überprüfung der Kriterien der Umwelt-Etikette eine Studie zur Beurteilung der Korrelation der Einteilung eines Produktes in der Umwelt-Etikette und der Bewertung des Produktes mittels einer Umwelt- und Ökobilanz erstellt.

Die Vermutung, die öffentliche Hand würde nur noch Produkte der Kategorien A oder B zu verarbeiten empfehlen, entspricht in keiner Weise der Meinung der Schweizer Stiftung Farbe. Im Gegenteil, die Produkte jeder Kategorie haben ihre Berechtigung. Beispielsweise um spezifische Anforderungen hinsichtlich Glanzgrad, Isolierfähigkeit oder anderen speziellen Eigenschaften zu erfüllen. Aber wenn immer möglich, soll ein unbedenkliches Produkt zur Anwendung kommen.

Die Schilderung, dass Weichmacher (Phtalate) unheilbaren Schaden anrichten, ist zwar korrekt, jedoch in Bezug auf wasserverdünnbare Innenwandfarben völlig aus der Luft gegriffen. Weichmacher werden in der Schweiz in Innenraumfarben seit Jahren nicht mehr verwendet. Und wenn doch, erhält das Produkt eine entsprechend tiefe Einstufung in der Umwelt-Etikette. Die Umwelt-Etikette wird in den Zusammenhang mit wasserverdünnbaren und lösemittelhaltigen Lacken gestellt. Solche Aussagen sind absurd, bewertet die Umwelt-Etikette doch zum heutigen Stand ausschliesslich Innenraumfarben und keine Lacke.

Natürlich ist es schwierig, sämtliche Interessen von Bewohnern, Verarbeitern, Industrie, Politik und Umweltverbänden unter einen Hut zu bringen. Dass dies aber ganzheitlich möglich ist, zeigt die Umwelt-Etikette. Es geht darum, den grossen Markt der Innenwandfarben in der Schweiz in Richtung Unbedenklichkeit für den Menschen und die Ökologie zu bewegen. Und dies eben ohne zusätzliches Label, sondern mittels einer für den Konsumenten einfach zu interpretierenden Deklaration.»

Adolf Beets, Präsident der technischen Kommission Schweizer Stiftung Farbe


Mehr Transparenz

«Die neue Schweizer Umwelt-Etikette der Schweizer Stiftung Farbe ist prinzipiell zu begrüssen. So hat die Akzo Nobel Coatings AG deren Schaffung von Anfang an aktiv unterstützt. Die Etikette ist ein Schritt in die richtige Richtung, da sie sich an bestehenden Ökolabels orientiert, die gesamte Produktpalette der Innenwandfarben einheitlich klassifiziert und so mehr Transparenz schafft. Damit dient sie gleichermassen der Orientierung und als Auswahlhilfe, erleichtert also die Entscheidung zu Gunsten möglichst umweltverträglicher und gebrauchstauglicher Produkte.

Die Vergangenheit lehrt uns, dass Neueinführungen zu Beginn immer auch auf Skepsis stossen, da jeder seine eigenen Interessen tangiert sieht; das war beim E-Label der Haushaltsgeräte, bei der Energieetikette für Autos und bei weiteren zahlreichen Neuheiten so. Heute sind sie alle selbstverständlich und jedermann sieht ihren Nutzen. Die Umweltetikette für Innenwandfarben wird die Farbenindustrie und das Malergewerbe weiterbringen. Sie ist ein Anreiz, die Nachhaltigkeit von Produkten voranzutreiben. Nicht zuletzt aber ist sie auch ein klares Zeichen dafür, dass unsere Branche – entgegen ihrem noch weit verbreiteten Image in der Öffentlichkeit – seit Jahren vieles getan hat und weiter tut, um gesunde und umweltverträglichere Beschichtungsprodukte herzustellen und einzusetzen.»

Jack van Leeuwen, Technischer Leiter Akzo Nobel Coatings AG


Für eine grüne Wirtschaft

«Die freiwillige Kennzeichnung von Innenraumfarben ist in der Branche erfreulich breit abgestützt und schafft Transparenz für die Anwender. Deshalb erwarte ich eine signifikante Verschiebung zu den umweltfreundlicheren Innenraumfarben, was die Umwelt entlastet. Dem geplanten Monitoring schaue ich deshalb zuversichtlich entgegen. Gelingt es, die Kennzeichnung später auf Farben im Aussenbereich auszudehnen, gewinnen wir noch mehr für Umwelt und Gesundheit. Die Zusammenarbeit mit dem VSLF und seinen Experten war sehr konstruktiv und für beide Seiten gewinnbringend. Die Initiative des VSLF passt nämlich sehr gut zu den laufenden Arbeiten des BAFU für eine grüne Wirtschaft: Es gilt, bei allen Produkten die Verbraucher besser über die Umweltbelastung durch die Produkte zu informieren.»

Thomas Stadler, Abteilungsleiter Ökonomie und Umweltbeobachtung des Bundesamts für Umwelt BAFU


Für Anwender und Konsumenten verständlich

«Die (kritischen) Reaktionen in der letzten COVISS-Ausgabe zur neuen Umwelt-Etikette bestätigen den Nutzen einer solchen ‹Marke›. Es ist nicht machbar, bis in den hintersten Winkel zu deklarieren und trotzdem für Anwender und Konsumenten einigermassen verständlich zu bleiben. Ich befürworte deshalb die einfach gehaltene Umwelt-Etikette. Es steht jedem Lieferanten und Verarbeiter frei, in den Erklärungen und Argumenten weiter zu gehen.
Wir haben es mit Kelch-Zeichen und Belastungszahlen versucht. Das eine war zu einfach, das andere zu kompliziert. Das Neue ist deshalb das Richtige. Unsere Branche wurde einst als Umweltsünderin abgestempelt. Wir mussten reagieren, sind heute weitgehend vom ‹Sünderimage› entlastet und kommen nun mit der Umwelt-Etikette mit einem proaktiven Ansatz. Wir haben also viel gelernt. Die neue Deklaration ist nicht das Ei des Kolumbus, das keine Deklaration je sein kann. Sie ist aber eine Chance für alle, Fragen positiv anzugehen und nach Lösungen zu suchen.»

René Good, eidg. dipl. Malermeister


Bewusst bauen

«Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind uns ein grosses Anliegen. Wir nehmen uns unsere Mission ‹Bewusst bauen› zu Herzen; so haben wir zum beispiel eine eigene Abteilung für Umweltschutz, die kontrolliert, dass bei der Produktion unserer Produkte die Umwelt nicht zu Schaden kommt. Die Zertifizierungen diverser Labels bezeugen, dass unabhängige Institutionen unsere Bemühungen anerkennen – seien es natureplus, TÜV Süd, Umweltzeichen, Eco-Institut etc. Die Erfahrung hat uns aber gezeigt, dass diese Labels in der Schweiz grösstenteils unbekannt sind. Deshalb haben wir denn auch unsere Produkte zusätzlich mit der Umwelt-Etikette deklariert. Als Vorteil dieser Etikette sehen wir zudem das verbraucherfreundliche und bekannte Ampelsystem, das nicht nur die ‹besten› Produkte zertifiziert, sondern die gesamte Palette der Wand-/Deckenfarben für den Innenraum.» 
 
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