Home
| Home |   | Sitemap |   | Testimonials |   | Partner |   | Links |   | Stichwortverzeichnis |   | Inscreenum |  

| Aktuelle Ausgabe
| Archiv
| Anzeigen
| Abo/Einzelausgaben
| Veranstaltungen/Dienste
| Über COVISS
| Redaktion/Verlag
| Leserbriefe
| Kontakt
| Impressionen
| Bestellung Buch




Totalsanierung Jugendstil-Hotel Paxmontana
Rekonstruktion der historischen Dächer
 
Die aktuelle Gesamtrestaurierung des Jugendstil-Hotel Paxmontana, eines Kulturobjekts von nationaler Bedeutung, ist aus denkmalpflegerischer Sicht und darüber hinaus
ein Glücksfall. Nachdem das Haus mit der Renovation 1982/83 vor dem drohenden Abbruch bewahrt worden war, lässt man es nun in seiner ganzen Pracht der Belle Epoque wiedererstehen. Dabei geht es um die Restaurierung und teilweise Ergänzung des umfangreichen Originalbestands, aber auch um die Ertüchtigung des Bauwerks gemäss heutigen Sicherheitsvorschriften und Komfortansprüchen.


Das 1896 in Flüeli-Ranft erbaute Kurhaus Nünalphorn und heutige Jugendstil-Hotel Paxmontana wird seit 2010 unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Aspekte sorgfältig saniert. Dabei erhält auch das Dach seinen 1906 erhaltenen ursprünglichen Ausdruck wieder weitgehend zurück.

Das Kurhaus Nünalphorn wurde 1896 vom 31-jährigen lokalen Hotelpionier Franz Hess-Michel im Historismus erbaut. 1898 erfolgte der Anbau der Veranda. Das Gebäude wurde 1906 auf die heutige Grösse um zwei auf fünf Stockwerke im Jugendstil erweitert und gegen das Bruder-Klausen-Wohnhaus hin verlängert.

In den 70er-Jahren wurden Teile des Mobiliars modernisiert und das Hoteldach komplett erneuert.

Das Jahr 1981 entschied über Sein oder Nichtsein des alten Jugendstil-Hotels auf dem Flüeli. Zum Glück entschied man sich, die formenreichen und gut proporti-onierten Fassaden des Baus zu erneuern und das alte Haus von Grund auf zu sa-nieren. 1982/83 erhielt das Haus eine umfassende Aussenrenovation mit Wärme-isolation, eine für damals angepasste brandtechnische Sicherheit sowie sanitäre Einrichtungen.

2010 schliesslich startete man mit einer Totalsanierung des Jugendstil-Hotels Paxmontana, die bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein wird. Bei dieser Gele-genheit richtet sich unser Augenmerk auf die sorgfältige Sanierung der Dach-partien sowie auf eine bemerkenswerte Tapetenrekonstruktion.

Vielfältige Dachlandschaft
Gemäss Aussage des Kantonalen Denkmalpfleger Obwalden, Dr. Peter Omachen, waren zum Beispiel Aussehen und Materialisierung der Dächer typisch für die vielfältigen Fragestellungen bei diesem spannenden Bauprojekt. «Bei der Vergrösserung des Hotels 1906 sind die Dächer mit Eternit eingedeckt worden. Dieses revolutionäre, fünf Jahre zuvor in Österreich patentierte Baumaterial wurde erst seit 1904 in der Schweiz produziert. Die Vorteile gegenüber Tonziegeln waren der Brandschutz, das geringe Gewicht, die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten und der günstige Preis. Bei Hotelbauten wurden in der Regel stets die neusten und rationellsten Baumethoden eingesetzt, so auch beim damaligen Kurhaus Nünalphorn. Rote geometrische Muster auf grauem Grund zierten damals die vielfältige Dachlandschaft», so Omachen. Bei der Dachsanierung 1973 bis 76 sei einzig der spitze Eckturm im Originalzustand erhalten geblieben, die übrigen Dächer hätten eine kleinteilige anthrazitfarbene Eterniteindeckung erhalten.

«Aktuell wurde die bauzeitliche Erscheinung der Bedachungen rekonstruiert», freut sich Omachen. «Die nicht mehr produzierten quadratischen Plattenformate wurden in den Originalfarben eigens für die Dächer des Hotel Paxmontana her-gestellt – im Gegensatz zu 1906 natürlich asbestfrei.»

Sonderanfertigung und doch wirtschaftlich
Das historische Dach, wie es noch auf den Türmen vorhanden war, war eine E-ternit Einfachdeckung ohne Sturmklammern. Eine solche ist heute nicht mehr erlaubt. Das Hauptdach wurde bei der Sanierung in den 70er-Jahren mit rechteckigen, deutlich kleineren Eternitschindeln neu eingedeckt. Ziel ist es nun, das neue Schindel-Format möglichst dem historischen anzunähern. Zudem soll das historische Muster, das auf einem historischen Foto noch zu erkennen ist, rekonstruiert werden.

Die nach dem Vorbild des erhalten gebliebenen Eckturms und dessen Dachstruktur und -farben rekonstruierten Dächer kommen sehr nahe an das gewünschte Originalbild heran – die alte Plattengeometrie liess sich zwar nicht absolut deckungsgleich zur alten wiederherstellen. Dafür einigte man sich auf eine realistische, umsetzbare Lösung. Diese besteht aus einer Sonderanfertigung von Eternit-Schiefern, die sich – obwohl anders als Standardformate produziert – mit akzeptablem Mehraufwand herstellen liessen. Architekten wie auch Heimatschutz akzeptierten die leichte Abweichung zum ursprünglichen Format.


Bauinfo

Objekt: Jugendstil-Hotel Paxmontana, 6073 Flüeli-Ranft

Architekt: Pfister Schiess Tropeano & Partner Architekten AG, 8008 Zürich

Bauleitung: Urs Fallegger, Kiser Stini Bauplanungs GmbH, 6065 Alpnach Dorf

Denkmalpflege: Dr. Peter Omachen, Kantonale Denkmalpflege Obwalden, 6060 Sarnen

Bedachungen: Wagner Sepp GmbH, 6064 Kerns; Rohrer Beat GmbH, 6073 Flüeli-Ranft

Spezialanfertigung Dachschindeln: Eternit (Schweiz) AG, 8867 Niederurnen

 
 
Ausgabe "2011/8 - Dezember" bestellen
 
Text COVISS
Bild Donato Fisch
   Weiteres zum Thema
 
Dach | Das Dach hat hinsichtlich Schutz und Isolierung ...      
Renovation | Das erfolgreiche Zusammen von Alt …      
Umbauten | Das erfolgreiche Zusammen von …      




Lifecom


Xen-On


Verkehrshaus