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Neuere Aspekte der Farbenlehre
Studien − Modelle − Texte
 
Eckhard Bendin rückt in seinem Werk neuere Aspekte der Farbenlehre in den Mittelpunkt und behandelt diese in seinen Studien, Modellen und Texten sowohl theoretisch als auch didaktisch sehr anschaulich. Das Buch offenbart sich als Fundgrube für das komplexe Erfahrungs- und Wissensfeld der Farbenlehre. Das dreiteilige Werk – zwei anschauliche Mappen mit didaktischem Material ergänzen das Buch – richtet sich gleichermassen an Lehrende und Studierende, an Wissenschaftler und Künstler, Pädagogen und Gestalter.

Der Autor umreisst in der Einleitung des Buches jenen Wandel von Aspekten und Paradigmen, dem die Geschichte der Farbenlehre sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart unterworfen ist. Darin zeigt sich, dass wir Farbe heute nicht nur als ein generatives Phänomen oder ein autonomes, komplexes Wesen auffassen, sondern vor allem auch als eine biopsychologisch begründete, stets dynamische Grösse unserer individuellen und kollektiven Wahrnehmung. Jene Dynamik bestimmt auch weitgehend unsere gestalterischen Haltungen und ästhetischen Wertungen. Die im Buch vorgestellten Beiträge zur Farbenlehre konzentrieren sich auf Schwerpunkte, die in drei Abschnitten zusammengefasst sind in a) phänomenale und morphogene Aspekte, b) bio- und wahr-nehmungspsychologische Aspekte und c) didaktische und gestalterische Aspekte.

Ergänzt werden die Studien, Modelle und Texte durch ein umfangreiches Literatur- und Personenverzeichnis, durch eine Reihe eingefügter Bildvorlagen zur Betrachtung, durch ein Prisma sowie durch eine chronologische Zusammenstellung bedeutender Personen der Geschichte der Farbenlehre, von Leonardo da Vinci bis in unsere Tage.

Die Mappen
Insbesondere Lehrenden, Studierenden, Gestaltern und Künstlern werden die beiden, das Buch ergänzenden Mappen an die Hand gegeben. Die zwei kompakten Konvolute wurden als didaktisch aufbereitetes Material für Studium, Unterricht und Lehre entwickelt. Buch und Mappen können separat sowie als Gesamtpaket erworben werden.

Die Tafel-Mappe
Die 24 modulartig aufbereiteten Lehrtafeln vermitteln einen Überblick sowie anschauliche Einblicke in verschiedene Aspekte der Farbenlehre und behandeln Farbe vor allem als Basisgrösse der Wahrnehmung. Die überschaubare Struktur der mannigfaltigen Inhalte ermöglicht nicht nur eine gute Orientierung, sondern auch fach- und disziplin-übergreifendes Verständnis. So werden die zunächst «ins Auge fallenden» phänomenologischen und wahrnehmungspsychologischen Aspekte mit generativen, ordnungswissenschaftlichen, physikalischen oder physiologischen Aspekten verknüpft. Im Einzelnen werden behandelt: Farbwahrnehmung und -erfahrung, Erscheinungsweisen, Raum- und Gestaltbezug, Physiologie des Farbsehens, Kontrast- und Konstanzleis-tungen, Farbinversionen, Kontrastklassifikation, Prägnanzdimensionen, Licht und Finsternis/Newton und Goethe, Prismatische Randfarben, Polarität, Polarisation, Interferenz und Beugung, Complikation und Harmonik, Bipartion und Axialität, Farbreihen und -dreiecke, Farbkreise, Farbsterne und Farbräume, ein Analogiemodell der Farbe (AMC) sowie eine Chronologie zur Geschichte der Farbenlehre.

Die Kreiselscheiben-Mappe
Namhafte Wissenschaftler, Künstler und Pädagogen experimentierten mit Kreiselscheiben und untersuchten mit ihnen systematisch Phänomene der Wahrnehmung von Helligkeit, Farbe, Form, Gestalt und Räumlichkeit durch das Moment der Bewegung. Zu ihnen zählten u. a. Goethe, Fechner, Maxwell, Mach, Munsell und Ostwald. Besonders bekannt wurden die Versuche von Ernst Mach (um 1868), nach denen auch die «Mach’schen Streifen» benannt sind, sowie die Scheiben von C. E. Benham (um 1894) zur Erzeugung «subjektiver» Farben. Rotierende Kreiselscheiben sind wertvolle Hilfs- und Anschauungsmittel, mit denen eine Reihe visueller Phänomene experimentell erkundet, systematisch untersucht und veranschaulicht werden können, zum Beispiel die Phänomene infolge «lateraler Hemmung».
Die beim Kreiseln auftretende optische Mischung der Reize führt zu grundlegenden Erlebnissen der Farb- und Bewegungswahrnehmung und kann deren Gesetzmässigkeiten eindrücklich veranschaulichen. Es kommt dabei auch zur besonderen Erscheinungsweise der «freien Farbe», dem Eindruck einer atmosphärischen Auflockerung ohne festen Raumbezug.

Der Autor
Eckhard Bendin, 1941 in Neuruppin geboren, lebt in Dresden. Der Künstler und Privatdozent für Gestaltungslehre lehrte von 1983 bis 2006 an der Fakultät Architektur der Technischen Universität Dresden und unterrichtete einige Jahre auch «Gestalter im Handwerk» an der Dresdner Akademie des Handwerks. Der Autor gründete 1992 an der TU Dresden das «Dresdner Farbenforum», eine interdisziplinäre Tagungs- und Publikationsreihe sowie 2004 die «Sammlung Farbenlehre» an der Fakultät Architektur. Er kuratierte zwischen 2001 und 2010 mehrere Ausstellungen zur Geschichte der Farbenlehre und beteiligte sich seit 2007 an verschiedenen Kunstausstellungen.  
 
Ausgabe "2011/6 - September" bestellen
 
Text z.V.g. COVISS
Bild z.V.g. COVISS
 




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