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Topografie der Oberfläche − Mustersammlung
Oberflächen und handwerkliche Techniken
 
Das Haus der Farbe versteht sich seit seiner Gründung vor nunmehr 15 Jah-ren als Mittler zwischen Handwerkern und Handwerkerinnern, Planern und Planerinnen, Bauherrschaften und der Industrie. Dabei spielt die Förderung der Kommunikation und gegenseitigen Wertschätzung eine zentrale Rolle. Mit dem Projekt «Topografie der Oberfläche» sollen Vielfalt und Sorgfalt in der Oberflä-chengestaltung gefördert, analoge wie auch digitale Arbeitsinstrumente entwickelt, das Entwerfen, Planen, Beschreiben, Vermitteln und Realisieren von Oberflächen am Bau unterstützt werden.

Kern der Forschungsarbeit und Schaltstelle zur Baupraxis ist die Materialwerkstatt. Hier finden sich regelmässig Studentinnen und Studenten ein, die im Rahmen von Modulkursen den sichtbaren und verborgenen Unterschieden von zum Beispiel Anstrichstoffen auf den Grund gehen. Warum wirkt dieser oder jener Farbanstrich so und nicht anders auf mich? Was für Bindemittel enthält er? Wie wirkt es sich auf den Ausdruck oder die Leuchtkraft der Pigmente aus? Warum? Wie erscheint eine Farbe, wenn sie gestrichen, wie, wenn sie gerollt ist?

«In unserer Materialwerkstatt werden wir uns der Komplexität der Oberflächengestaltung bewusst. Wir lernen, dass zum Beispiel eine Farbe im Ausdruck und in der Haptik verschiedenartig erscheint, je nachdem wie sie zusammengesetzt, auf welchem Untergrund und mit welcher Technik sie aufgetragen worden ist, in welchem Licht sie gerade betrachtet wird», erklärt Werkstattleiter Matteo Laffranchi. Dass die Werkstatt nebst dem Erproben von Farbmaterialien und dem Vergleichen verschiedener Handwerkstechniken vor allem auch Raum bietet für das Verstehen und somit Sich-Ausdrücken und Den-andern-Zuhören − also des Dialogs − darstellt, ist für Laffranchi zentral. «Wir versuchen mit unseren individuellen Beobachtungen und Sensibilitäten das, was uns beim Betrachten einer Oberfläche begegnet, vorerst in Sprache zu fassen, damit wir schliesslich in einen gegenseitigen Austausch kommen und die Dinge überhaupt miteinander vergleichen können», ergänzt Laffranchi.

Didaktisch orientierte Sammlung von Oberflächenmustern
Das sichtbare Resultat solch vertiefender Oberflächen-Betrachtungen ist unter anderem eine systematische Zusammenstellung der verschiedenen Beschichtungsmöglichkeiten von am Bau eingesetzten Trägermaterialien. Die Sammlung zeigt sowohl Standardbeschichtungen als auch spezielle Materialien und handwerkliche Techniken. An der Wand befestigte, handliche mobile Muster ermöglichen einen spannenden und in dieser Art noch nie gesehenen Überblick über die visuelle und haptische Wirkung verschieden zusammengesetzter und nebeneinander angeordneter Anstrichstoffe im Vergleich. Des weiteren kann erlebt werden, wie unterschiedlich sich Anstrichstoffe auf diversesten Untergründen verhalten, wie sie sich mit ihm mehr oder weniger verbinden, dessen Strukturen nachzeichnen oder beinahe ausfüllen …

Die Sammlung insgesamt vereint Muster von handwerklich gestalteten Oberflächen am Bau, ist also keine Materialsammlung im üblichen Sinn. Abgesehen von den Halbfabrikaten ist jedes Muster ein von Hand in der Werkstatt vom Haus der Farbe angefertigtes Unikat. So ist die Sammlung zugleich eine Zusammenschau handwerklicher Techniken und Verfahren, die neben dem Materialwissen auch Erkenntnisse über das verarbeitende Handwerk vermittelt und zu einer Aufwertung der Handwerkskultur beiträgt. Die Präsentation der Muster − nicht in Schubladen oder Schränken verborgen, dafür in ihrer Gesamtheit stets im Raum sichtbar präsent − stellt eine weitere Eigenart der Sammlung dar.

Magnet für Architekten, Handwerker und Auszubildende
Bei einer solch didaktisch orientierten Mustersammlung versteht es sich von selbst, dass sie zum idealen Treffpunkt all jener im Haus der Farbe wird, die materialspezifische Grundlagen- und Vertiefungsmodule wie zum Beispiel «Farbküche», «Materialität der Farbe», «Material und Bemusterung», «Gestalterische Materialexperimente», «Traditionelle Techniken und Anstrichstoffe», «Farbe und Material» besuchen.

Die Mustersammlung wird ab 2012 für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Sicher kann sie dann auch Ziel eines Lehrlingsausflugs sein. Studierende anderer Bildungsinstitutionen, aber auch Architekten und Handwerker auf der Suche nach einer spezifischen Gestaltung oder technischen Umsetzung sind gern gesehene Besucher der Mustersammlung im Haus der Farbe.



Vorankündigungen

STOP’11
Jahresausstellung Farbgestalter/in HF und Gestalter/in im Handwerk FA. Ausstel-lung vom 9.Juli bis 26. August 2011, Besichtigung auf Anfrage.

Die Ausstellung bietet Einblick in die Ausbildung und in das Berufsbild Farbge-stalter/in HF und Gestalter/in im Handwerk FA. Ausbildungsstart für beide Lehr-gänge im August 2011.

Tag der Farbe – Tagung
Oberflächen in Bewegung. Aktuelle Trends in der Farb- und Verputzindustrie. Freitag, 23. September 2011, 14 bis 17 Uhr.

Die Geschichte der Farbe und Architektur ist gleichzeitig auch eine Geschichte der Technologie und Industrie. Technische Errungenschaften, die Entdeckung von neuen Pigmenten haben oft zu neuen gestalterischen und künstlerischen Bewegungen und Moden geführt. So wie die Industrie immer einen Blick auf die Tätigkeiten der Kreativen wirft, um Trends zu lokalisieren und zu setzen, so inspirieren sich auch die Kreativen an den neusten technischen Errungenschaften, um neue gestalterische und künstlerische Visionen zu entwickeln.

Der diesjährige Tag der Farbe gewährt Einblick in aktuelle Entwicklungen in der Welt der Farben, Pigmente und Verputze und stellt dabei das Potenzial der neu-en Materialien und Technologien für das gestalterische Schaffen am Bau zur Diskussion.

Weitere Informationen
Haus der Farbe, Schule für Handwerk und Gestaltung, Langwiesstrasse 34, 8050 Zürich, Telefon 044 493 40 93, info@hausderfarbe.ch, www.hausderfarbe.ch
 
 
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Text Gregor Eigensatz
Bild Matteo Laffranchi, Haus der Farbe
 
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