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Aufsteigende Mauerfeuchte und Salzbekämpfung
Besonderheiten des Einzelfalls berücksichtigen
 
Heute werden mittels hohem Fachwissen und Dank bewährter Regeln der Technik historische Bauten am Leben erhalten. Sorgfältige bauphysikalische und -chemische Untersuchungen der vorliegenden Bausubstanz und ein in der Folge ausgewählter und geeigneter Materialeinsatz beim Umbau können die Lebensdauer eines historischen Gebäudes entscheidend verlängern.

So gross die Routine bei Umbauten alter Gebäude auch sein mag: vermeintlich allgemeingültiges Fachwissen und scheinbar überall patente Praktiken einfach unkritisch auf den Umbau-Einzelfall eines historischen Gebäudes zu übertragen, kann bedeuten, dass damit die Lebensdauer einzelner Bauteile verkürzt statt verlängert wird. Bald sichtbar werdende Mängelerscheinungen belegen dies eindrücklich.

Im Bereich Putz, zum Beispiel, ist die Feuchtigkeit um die Gebäudehülle ein heikles, verschiedene Fachgebiete übergreifendes Thema. Die im Mauerwerk vorhandene Salzbelastung wird oft ungenügend oder gar nicht erst geprüft. Beim Gesamtkonzept Aussenwärmedämmung / Bruchsteinmauerwerk / Zementgrundputz ist gemäss heutigem Kenntnisstand keine genügende Feuchteregulierung vorhanden. Grund dafür ist das geringe Porenvolumen herkömmlicher Grundputze. Die häufig verwendete Innenputzart bei Sanierungen, vor allem jene mit geringem Porenvolumen des Grundputzes, ist auf eine Salzanreicherung nicht ausgelegt.

Vorabklärungen zur Trockenlegung
Bei Aufsteigender Mauerfeuchte und für die Salzbekämpfung müssen vor der Sanierung Art, Menge sowie Verteilung der Salze im Mauerwerk bestimmt werden.

Im Zuge der Bestimmung der Salzionen rückt die Ursache der Versalzung in den Vordergrund: Streusalz bei der Feststellung von Chlorid, Düngung bei Nitrat, saurer Regen bei Sulfat, Steinreinigungsmittel bei Fluorid, Holzimprägnierungsmittel bei Chromat, lösliche Bestandteile des verwendeten Baustoffs bei Natrium und Kalium. Wie letztendlich saniert wird, hängt auch von der Frage ab, um was für erdberührte Wände es sich handelt: ob um Beton-, Ziegel- oder Bruchsteinmauerwerk. Ferner ist zu ermitteln, ob es sich bei der Kellergeschossdecke um eine Holzbalken- oder Betondecke handelt.

Probleme bei bestehenden Abdichtungen erdberührter Bauteile erfordern in der Regel einen hohen Aufwand in der Diagnostik und verursachen hohe Kosten für die Schadensbeseitigung. Abdichtungen erdberührter Bauteile haben die Aufgabe,
Bauwerke gegen Oberflächenwasser sowie gegen das im Boden vorhandene Wasser zu schützen. Bauwerksabdichtungen müssen darüber hinaus den Anforderungen an die jeweiligen Raumnutzungen gerecht werden. Wasser ist im Baugrund grundsätzlich vorhanden. Bei bestehenden Gebäuden sollte nur bis 50 cm über der Fundamentsohle ausgehoben werden. Wenn tiefer ausgeschachtet werden soll, ist das Fundament abschnittsweise zu unterfangen, damit Grundbrüche verhindert werden können. Muss von den Normanforderungen abgewichen werden, sollte ein Statiker zu Rate gezogen werden.

Risiko bei Umsetzung von Normen
Vorsicht ist auch geboten, wenn die waagrechte Abdichtung über dem Kellerfussboden fehlt. Bei Häusern, die vor dem ersten Weltkrieg gebaut worden sind, ist das immer der Fall. Bei diesen Häusern besteht ein erhöhtes Risiko, wenn eine Dränage nach den geltenden Normen eingebaut wird: Die vor die senkrechte Abdichtung gestellten Dränplatten entwässern den Boden und leiten das Wasser zu den Dränrohren. Wenn das Wasser dann nicht weiter versickern kann − was die Dränrohre überflüssig machen würde − bleibt es über längere Zeit in der Kiesschicht unter den Dränrohren stehen und dringt von dort in das Fundament hinein. Dort steigt das Wasser kapillar auf und durchfeuchtet die unteren Wandbereiche. Deshalb verzichtet man hier besser auf Dränage und Dränplatten vor der Wand und dichtet stattdessen diese gegen aufstauendes Sickerwasser ab. Selbstverständlich muss diese Abdichtung durch eine Schutzschicht vor Beschädigung geschützt werden. Die Schutzschicht ist wiederum so auszuwählen, dass kein
Wasser in ihr oder zwischen ihr und der Wand nach unten fliessen kann.

Allgemeine Sanierungshinweise können nie allen vorstellbaren Besonderheiten der einzelnen Gebäude gerecht werden. Im Einzelfall sollte daher zusätzlich ein Architekt, ein Sachverständiger für Schäden an Gebäuden oder eine andere erfahrene Fachperson beigezogen werden. 
 
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Text Renato Mezzelani
Bild Marlis Eigensatz; Renato Mezzelani
 
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