Home     
| Home |   | Sitemap |   | Testimonials |   | Partner |   | Links |   | Stichwortverzeichnis |   | Inscreenum |  

| Aktuelle Ausgabe
| Archiv
| Anzeigen
| Abo/Einzelausgaben
| Veranstaltungen/Dienste
| Über COVISS
| Redaktion/Verlag
| Leserbriefe
| Kontakt
| Impressionen
| Bestellung Buch




Saint-Gobain Weber AG
Verbesserte Lambdawerte im EPS-Bereich
 
Der Markt hat tiefere Lambdawerte und damit eine verbesserte Wärmedämmleistung gerne angenommen und aber die Dicke belassen oder gar noch erhöht. Grund dafür ist ein verstärktes Umweltbewusstsein.

Herr Luccarini, Sie haben uns Bilder mitgebracht, die an den Engadiner Baustil -erinnern. Aber dieses Objekt steht nicht im Südbünden.
Franco Luccarini:
Nein. Die Alterswohnsiedlung «Le Chalet» liegt am Neuenburgersee. Sie repräsentiert für mich eines der ideal umgesetzten Objekte – mit den asymmetrischen Fensterlösungen architektonisch sehr anspruchsvoll, wärmetechnisch mit einer Mamopor PLUS Dämmung von 200 mm auf einem energetisch ausgezeichneten Level und bis zum 6 mm Silicondeckputz perfekt umgesetzt. Dieser Baustil wäre so vor 20 Jahren mit der verputzten Aussenwärmedämmung (VAWD oder AISO), nicht möglich gewesen.

Wie haben Sie die Entwicklung der Däm-m-platten in der verputzten Aussenwär-me-dämmung (VAWD) in den letzten Jahren erlebt?
Franco Luccarini:
Vor 30 Jahren kannte man vor allem die weisse EPS-Dämmplatte. Die Standarddicke bewegte sich damals um die 40 bis 80 mm. Dicken von 100 mm und mehr waren die Exoten und wurden nur ausnahmsweise ausgeführt. Damals schon waren zunehmende Dämmdicken absehbar. Auch im Sockelbereich. Eine spezifische Perimeterdämmung aus extrudiertem Material gab es noch nicht – vorerst wurde noch das weisse EPS-Dämmmaterial in geringsten Stärken eingesetzt.

Und dann?
Franco Luccarini:
Anfangs der 90er Jahre führten wir die Steinwolle-Platte und ab Mitte der 90er Jahre die erste EPS-Wärme- und Schall-Dämmplatte aus zwei unterschiedlichen Schaumschichten ein. Dieses EPS-Sys-tem «Integral» – eine homogen geschäumte Dämmplatte aus einem PS20- und einem rosa eingefärbten, elastifizierten PS15-Material – hielt sich dann bis 2007 auf dem Markt.

Was bewirkte dieser Materialmix?
Franco Luccarini:
Damit wurde vor allem der Schallschutz verbessert. Diese Platte war der Vorreiter der nächsten dreischichtigen EPS-Dämmplattengeneration Marmopor PLUS, die sich erfolgreich am Markt durchsetzte. Neben einem verbesserten Schallschutz wurde die Wärmeleitfähigkeit auf den Lambda-D-Wert 034 und später auf 032 gesenkt. Erreicht werden konnte dies durch einen Materialmix aus dem grauen Kernmaterial Neopor und dem weissem, elastifizierten PS15-Material der Deckschichten.

War die Dickenreduktion auf ein minimales Mass ebenfalls ein zentrales Thema?
Franco Luccarini:
Absolut. Denn ab 2001 erfolgte die Einführung der ersten grauen Neopor- und Lambdapor-Platten. Man er hoffte sich, mit diesen lambdaverbesserten EPS-Wärmedämmplatten den Dickentrend bremsen zu können. Mit dem ursprünglichen Lambda-D-Wert 034 war dies aber nur kurzfristig der Fall. Sehr schnell nahmen die Dämmstärken der EPS-Dämmplatten weiter zu.

Und dazu wurde der Wirkungsgrad der Dämmplatten laufend verbessert?
Franco Luccarini:
Ja. Die nächste Generation der grauen EPS-Platten mit besser verteilten Infrarot-Absorbern und höherem Füllgrad brachte die Lambda-D-Werte nochmals kräftig ins rutschen, sodass mittlerweile EPS-Dämmplatten mit einem Lambda-D-Wert von 030 zur Verfügung stehen. Speziell mit der Einführung des Systems «HiCompact» im Jahr 2000 war es zum ersten Mal möglich, die Dämmdicke bei gleicher Dämmleistung stark zu reduzieren. Mit einem Lambda-D des PF-Kernmaterials von 0,022 W/mK ist die HiCompact auch heute noch Klassenbeste, zum Beispiel mit einem U-Wert 0,15 W/m2K, erzielt mit einem MBN 17,5 cm und 140 mm HiCompact.

Ist damit der Trend zu immer dickeren Dämmplatten endgültig abgeschlossen?
Franco Luccarini:
Keineswegs. Der Markt hat die besseren Lambdawerte und damit eine verbesserte Wärmedämmleistung sehr gerne angenommen und die Dicke belassen oder gar noch erhöht. Ein erhöhtes Umweltbewusstsein, das Minergie-Wertsteigerungslabel, die Forderungen nach effizientem Klimaschutz, gestiegene Energiepreise, staatliche Förderprogram--me haben den Markt der verputzten Aussenwärmedämmung beflügelt und werden diesen auch in Zukunft weiter beflügeln.

Welche Lösungen werden in der Bau-praxis angeboten, damit keine Probleme -im Stoss- und Fugenbereich der Dämmplatten entstehen?
Franco Luccarini:
Mit zunehmender Dicke der Dämmplatten steigen die Anforderungen an die Genauigkeit der Montageausführungen im Stossbereich. Gemäss SIA 243 müssen ab einer Plattendicke grösser/gleich 160 mm besondere Massnahmen ergriffen werden. Bevor die Norm auf dieses Problem reagieren konnte, ist von uns das System «Thermlock» eingeführt worden. Hier verhindern kreuzweise angeordnete Wärmedämmkeile zuverlässig offene Plattenfugen und Wärmebrücken.

Gibt es auch in diesem Bereich Neuigkeiten?
Franco Luccarini:
Gewiss. Als absolute Neuheit wird Ende April dieses Jahres das weiterentwickelte System «Autolock» zur Verfügung stehen. Die Dämmplatten Typ Autolock (AL) weisen auf zwei Seiten eine spezielle, patentierte Flankengeometrie auf, die im Zusammenspiel mit einer V-förmigen Nut zu einem vollständigen Fugenverschluss führt, wenn die Platten im Verband aneinander versetzt werden. Dabei entstehen «quasi automatisch» geschlossene Plattenfugen ohne zusätzliche Keile. Wir erwarten, dass diese günstige und am Bau einfach umzusetzende Lösung weiter zur Qualitätssteigerung in der Ausführung beiträgt.

Sind Verbesserungen des Lambdawertes im EPS-Bereich überhaupt noch möglich?
Franco Luccarini:
Die Marmopor PLUS (Lambda D = 0,032 W/mK) – die Dämmplatte mit dem besten Preis/Leistungsverhältnis – war sicher der Vorreiter in den letzten zwei Jahren. Aber 2010 wird uns noch einen Schritt weiterbringen. Dicke EPS-Dämmplatten mit einer deklarierten Wärmeleitfähigkeit von 0,030 W/mK werden Marktanteile gewinnen. Wenn man bedenkt, dass die Dämmplatten im europäischen Raum immer noch zum grossen Teil mit den Lambdaklassen 035 und 040 ausgewiesen werden, ist dieser Quervergleich schon bemerkenswert. Mit Platten der Lambdaklasse 040 wurden Objekte in der Schweiz schon bei der Einführung im Jahr 1974 von VAWD-Systemhaltern ausgeführt. 
 
Ausgabe "2010/3 - April/Mai" bestellen
 
   Weiteres zum Thema
 
Farbgestaltung | Der Einsatz von Farbe in der …      
Putz / Stuck / Trockenbau | Materialzusammen …      
Wärmedämmung | Die Sensibilisierung auf …      




Lifecom


Xen-On


Verkehrshaus