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Umnutzung des Güterhofs in Schaffhausen
Historischer Holzbau – Renovation mit Trockenbau
 
Der jahrelang ungenutzte Güterhof wurde nach mehreren Konzept- und Nutzungsstudien zur heutigen Nutzungsform umgebaut. Für die Dämmung, die Trennwände und den Bodenaufbau wurde eine Trocken-bau-weise gewählt. Man wollte damit die Reversibilität garantieren und sicherstellen, dass keine unnötige Feuchtigkeit in den Rohbau des historischen Gebäudes dringt.

Der Güterhof von 1787 ist ein grosses Lagergebäude, das in Mischbauweise erstellt wurde. Die Aussenmauern sind zweigeschossig in Kalkstein gemauert, das zweite Obergeschoss in Fachwerkbauweise. Decken und Tragkonstruktion im Innern sowie Dachstuhl sind in Holz erbaut: Mächtige, doppelte Unterzüge aus Eichenholz ziehen sich durch die ehemaligen Lagerhallen und tragen Balkenlagen aus Tannenholz. Diese ruhen auf ebenso mächtigen Holzstützen mit typischen Sattelhölzern. Die Holzkonstruktion war dank gegebener Durchlüftung in gutem Zustand.
Transformation und Revitalisierung des ehemaligen Lagerhauses Güterhof standen unter strenger Aufsicht der kantonalen Denkmalpflege und der kantonalen Feuerpolizei. Dies mit berechtigten Gründen, handelt es sich doch beim Güterhof um ein sehr wertvolles Gebäude, das ausser seinen Fassaden ein reines Holzbauwerk ist. Für die Dämmung, die Trennwände und den Bodenaufbau wurde eine Trockenbauweise gewählt. Man erreichte damit maximale Unabhängigkeit von der zu erhaltenden Altbausubstanz, da auf flankierende Bauteile zur Fixierung verzichtet werden konnte. Sichergestellt wurde damit auch, dass keine unnötige Feuchtigkeit in den Rohbau des historischen Gebäudes gelangt. Bei der Aussenrenovierung wurde jene von 1936 teilweise wieder rückgängig gemacht, das Mauerwerk wieder verputzt und das Fachwerk als markantes Element sichtbar belassen.

Grossräumige Büros im Obergeschoss lassen heute die imposanten Ausmasse der Lagerräume und der tragenden Konstruktionen erleben. Im Erdgeschoss ist ein Restaurant eingerichtet worden, das als halböffentlicher Raum allen zugänglich ist. Statische Massnahmen und Reparaturen waren im Erdgeschoss nötig, wo spätere Durchbrüche für die Lieferung mit Lastwagen erstellt worden waren. Die markanten Bögen wurden wieder hergestellt.

Um die neue Nutzung zu einem Dienst-leistungsgebäude realisieren zu können, musste in erster Linie das vertikale Erschliessungskonzept entwickelt werden. Flucht-weglängen lösten zwei separate Treppenhäuser, ergänzt mit Personenliften, aus. Um diese neuen Kernzonen entwickelten Bauherrschaft und Architekten die neuen Nutzungen für die Ansiedlung von internationalen Unternehmungen in Schaffhausen.

Die Baugeschichte

Mittelalter

An der Schifflände im Bereich des heutigen «Freier Platz» wird der älteste uns bekannte Salzhof errichtet. Er dient zur Lagerung von Transitsalz.

1529
Die Stadt baut zur Entlastung der mittelalterlichen Güterhofanlage (Salzhof) den «Neuen Salzhof» (auch Scheibenhof genannt, heute Haus zur Schweizerhalle) zwischen Läufergässli, Unterstadt, Freier Platz und Rhein.

19. Januar 1785
Der kleine Rat beschliesst die Errichtung eines «Neuen Salzstadels», nachdem bereits im Dezember 1783 im Rat die unhaltbaren Platzverhältnisse für die Salzlagerung zur Sprache gekommen waren.

1787
Der «Neue Salzstadel» (heute Güterhof) wird fertig gestellt. Er bildet die dritte Etappe der im Laufe der Jahrhunderte an der Schifflände erstellten Salz- und Güterhöfe. Das mächtige Haus mit seinen 1 m dicken Kalksteinmauern und dem grossen Innenhof besitzt einen trapezförmigen Grundriss. Zum Rhein öffnen sich zwei mächtige Rundbogenportale, die zur Aufnahme der Waren dienen (damals war der Güterhof direkt am Rhein, und die Lastkähne konnten ihre Waren direkt in die Öffnungen umladen). Die Nordseite ist mit einem grossen Rundbogentor für die Abfuhr ausgestattet.

1842
Der älteste, mittelalterliche Salzhof sowie angrenzende Bauten (u. a. das Paradieserhaus) werden abgebrochen. Es entsteht der heutige «Freie Platz». Hier wird im selben Jahr mit dem Bau eines neuen, kleineren Salzhofes begonnen.

21. September 1842
Der grosse Rat beschliesst, dass der «Freie Platz» nicht überbaut werden und der bereits zu einem Viertel aufgebaute neue Salzhof daher wieder abgerissen werden soll.

1843
Der «Neue Salzstadel» von 1787 erhält den Namen «Neuer Güterhof».

1849
Der Güterhof wird mit einem Türmchen ausgestattet, in das die Uhr des abgebrochenen Rheinbrückenturms eingebaut wird.

1936
Der Güterhof wird unter der Leitung des Kantonsbaumeisters Emil Gürtler renoviert und erfährt im Innern Umbauten. Der -ursprüngliche Zustand der Fassade wird durch Freilegung des massiven Quadermauerwerks und Riegelwerks wiederhergestellt. Das um 1842 erstellte Vordach wird wieder entfernt.

16. Oktober 1990
Die Stadt erteilt die Baubewilligung für den Umbau des Güterhofs in ein Seminar-zentrum mit Restaurant und Betriebsräumen sowie für eine Hotelneubaute mit Autoeinstellhalle östlich des Güterhofes am Freien Platz in Schaffhausen (nicht realisiert).

21. Juli 2006
Der Kanton erteilt der Kornhausliegenschaften Schaffhausen AG die Baubewilligung für eine Renovation und einen --
Um- und Ausbau des Gebäudes für Dienstleistungsbetriebe und Restaurantbetrieb.

2006 bis 2008
Nach erfolgtem Abschluss des Baurechtsvertrags: Renovation und Umbau des Güterhofs. Die Arbeiten werden von der städtischen Denkmalpflege, vertreten durch Herrn Hanspeter Mathis, begleitet.

6. Juni 2008
Linda Prager, Geschäftsführerin Restaurantbetrieb, lädt zur Neueröffnung des -Güterhofs ein.


Kombination von verglasten und -geschlossenen Wänden
Mit Trockenbauwänden erfolgte die Nutzerunterteilung in die einzelnen Mietflächen. Trockenbau hiess für die Architekten nicht nur Ständerkonstruktionen mit Gipsplattenbeplankungen, sondern auch Ständerkonstruktionen mit Verglasungen. Damit erzielte man ein hohes Mass an räumlicher Transparenz. Nur so konnten die geringe Anzahl von Fenstern und Dachgauben das Tageslicht weit in die Raumtiefen leiten. Die Kombination von verglasten und geschlossenen Wänden führte zu spannenden Durchblicken und Lichtspielereien im Innern des imposanten Gebäudes.

Vorteile von Trockenbauelementen führten zur Renovation
Ausser den Treppenhäusern und dem neuen Untergeschoss, die in Massivbauweise gemauert und betoniert wurden, fiel der Entscheid für die übrigen Ausbauten zu Gunsten von Trockenbausystemen. Bodenaufdoppelungen zur Entwicklung eines Hohlbodenkonzeptes wurden mit Trockenbauplatten und Unterkonstruktionen aus verleimten Balken realisiert. In diesen Bodensystemen führte man anschliessend modernste Gebäudetechnik aus den Steigzonen zu den Nutzflächen. Lüftungsleitungen, Elektro- und IT-Installationen, Heizleitungen: alles wurde praktisch unsichtbar verlegt. Sichtbar installiert wurden nur die Sprinklerleitungen und einzelne Elektrostrassen. Ohne die vielen Möglichkeiten von Trockenbauelementen wäre die Renovation des damals aus einem halben Wald konstruierten Güterhofs nicht möglich gewesen. Heute schätzen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der angesiedelten Firmen das Raumklima in den attraktiven Büros. Die massiven Holzkonstruktionen werden täglich von den vielen Restaurant-Gästen bestaunt. Diese fragen sich oft, wo denn die Gebäudetechnik installiert sei…

Das Zusammenspiel mit den Behörden verlief als sehr konstruktive Zusammenarbeit und stimmt die Investoren Karl Klaiber und Roland Schöttle sowie die Architekten positiv, auch das Nachbargebäude «Schweizerhof», gebaut im Jahre 1529, nach dem gleichen Konzept «Historischer Holzbau und Renovation mit Trockenbau» zu sanieren. Der Startschuss fällt demnächst.

Bauinfo

Objekt:
Güterhof Schaffhausen, erbaut 1787. Mehrfach verändert in der Fassadengestaltung bis zum heutigen Erscheinungsbild. Sanierung und Revitalisierung von 2005 bis 2008 durch die Kornhausliegenschaften AG, Schaffhausen, unter Leitung von Roland Schöttle und Karl Klaiber.
Nutzfläche von zirka 4200 m2 mit 300 Arbeitsplätzen und einem Potential von rund 400 Arbeitsplätzen. Angesiedelte Unternehmen: Timberland, Tyco, Quantica Capital, Iron Montain, Restaurant Güterhof

Architekten: ABR + Partner AG,
Schaffhausen

Fachstelle der Stadt und des Kantons: Denkmalpflege Schaffhausen

Systemlieferant: Knauf AG, Reinach, -Trockenbausystem Knauf Cubo
 
 
Ausgabe "2010/3 - April/Mai" bestellen
 
Text Gregor Eigensatz
Bild Christoph Vogt, Knauf AG; Vito Serratore AG
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