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Personalrestaurant Roche Diagnostics Rotkreuz
Gipskartonplatten verkleiden die Struktur
 
Das Roche Personalrestaurant in Rotkreuz umfasst eine Cafeteria mit 220 Plätzen, das A-la-carte-Restaurant Manhattan mit 80 sowie das eigentliche Personalrestaurant «Quadra» mit 400 Plätzen. Hinter dem markanten Wabenmuster, das die Fassadenstruktur spiegelt, stecken rund 400 vorfabrizierte Einzelelemente, von denen keines dem andern gleicht. Sie wurden minuziös geplant und auf drei unterschiedlichen Ebenen fast millimetergenau versetzt.

Die unwirtliche Rotkreuzer Industriezone führte zur Idee, dass nicht die Aussicht, sondern der Innenraum die Mittagsgäste auf andere Gedanken bringen sollte. Über dem offenen Erdgeschoss, das auf den Platz und den Park orientiert ist, liegt eine Betonstruktur, die die Räume der Obergeschosse allseitig umschliesst. Wie die Polymerasemoleküle, die im Nachbargebäude hergestellt werden, besteht diese Struktur aus einer Grundform, die sich wiederholt und so die wichtigsten Haupträume gliedert. Das scheinbar komplexe Muster setzt sich aus lediglich 16 Fenstertypen zusammen, die sich punktsymmetrisch entlang der vertikalen Hauptachsen spiegeln. Auch an den Decken setzt sich dieses Muster in der Kassettierung fort, so dass der Eindruck einer kontinuierlichen Gebäudehülle entsteht.

Decken in der Tradition der -Stuckaturen
Wie bei den meisten grossen Innenräumen ist auch im Roche Restaurant die Decke die grösste, zusammenhängende Fläche. Im Gegensatz zu der von Fenstern unterbrochenen Fassade und des mit Möbeln überstellten Bodens kann sie uneingeschränkt betrachtet werden. Die zueinander offenen Gäste-räume verstärken diesen Eindruck. Anstatt nun dem Elektroplaner die Deckengestaltung mittels Brandmeldern und Notlichtern zu überlassen, wurde die im typologischen Konzept angedachte Sechsseitigkeit der Raumhülle konsequent weitergeführt. Die Decken stehen damit in der Tradition der Stuckaturen alter Säle. Sie rücken ein Bauteil wieder ins Zentrum der gestalterischen Aufmerksamkeit, das jahrhundertelang die Pracht der grossen Speiseräume bestimmt hatte, aber durch den Reduktionismus der Moderne in Vergessenheit geraten ist.

Einheit der Gesamtkonstruktion
Die Tragstruktur der Fassade besteht aus vorfabrizierten und miteinander vergossenen Betonelementen, die mit Boden, Decke und Kern eine statische Einheit bilden. Lediglich der grosse Speisesaal hat ein Stahldach, um Eigenlast und Konstruktionshöhe zu reduzieren. Die gesamte Struktur ist innen mit Gipskartonplatten verkleidet, so dass die Leibungen zum Glaslicht und den aussen vorgehängten weissen Betonelementen bündig sind. Es entsteht eine formale Einheit der Gesamtkonstruktion, die die räumliche Wirkung der Struktur verstärkt.

In den statischen Simulationen erwiesen sich Strukturen mit schiefwinkliger Form für die Abtragung der Auskragung über dem Eingangsbereich als überlegen. Die maximale Auslenkung der Glieder wurde dadurch begrenzt, dass jedes Fenster durch eine rechtwinklige Vertikalmarkise bedeckt werden musste. Auch die Winkel der Kassettendecke bleiben durch die Breite der geradläufigen Stahlträger in einem vorgegebenen Bereich.

Gipskartonplatten verkleiden die Stahlrippen
Die komplexe Akustikdecke zu bauen, war besonders anspruchsvoll. In Falttechnik vorfabrizierte Gipskartonelemente verkleiden die Rippen der Stahlträger. Mit Hilfe von Schablonen der Kassetten konnten diese positioniert werden. Anschliessend wurden die horizontalen Flächen mit dem fugenlosen Akustikdeckensystem Baswaphon und die vertikalen mit dessen Endbeschichtung belegt. Zur Verstärkung der Tiefenwirkung ist die Farbe in den Kassetten etwas dunkler gehalten. Im Schwerpunkt jeder Kassette wurden Leuchten platziert, die in der dunklen Jahreszeit und bei Abendveranstaltungen den Raum erhellen. Von diesen immer ähnlich aussehenden Leuchten gibt es 17 ver-schiedene Typen, die den Anforderungen innen wie aussen genügen und neben der dimmbaren Ringleuchte auch Downlights, Spots, Lautsprecher und Brandmelder enthalten. So wie die Fassadenstruktur durch den Lichtkontrast von Tag und Nacht hell oder dunkel wirkt, können auch die Rippen der Decken durch zwei Kronleuchter in frei wählbaren Lichtfarben angestrahlt werden. 
 
Ausgabe "2010/3 - April/Mai" bestellen
 
Text Till Huggler
Bild Walter Mair, Zürich
 
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