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Solaranlagen und Architektur
Spannungsfeld zwischen Technik und Ästhetik
 
Seit Januar 2008 besteht eine einheitliche bundesrechtliche Gesetzesregelung für die Bewilligungserteilung für Solaranlagen (COVISS 7/2009). Art. 18a RPG gebietet einer bisherigen Baupraxis Einhalt, bei der Bauämter oder Beamte noch ihre eigene subjektive Sicht über den Bau von So-laranlagen im Bewilligungsverfahren zum Ausdruck bringen konnten. Art. 18a RPG sorgt nun generell und überall für eine «sorgfältige Integration von Solaranlagen».

Herr Kottmann, was bedeutet eine «sorgfältige Integration von Solaranlagen» in Ihrem Berufsalltag?
Adrian Kottmann:
Wir unterscheiden zwei Arten von PV-Anlagen: Anlagen, die möglichst «unauffällig» in das Dach integriert werden und somit nicht auffallen, die dann auch ohne Probleme als integriert gelten, und Anlagen zum Beispiel auf dem Dach einer Scheune. Letztere fallen auf, weil die neue Technik mit Solarzellen, die zum Beispiel einen Modulrand aus Alu aufweisen, gegebenermassen klar sichtbar sind. Wenn die Form der Anlage dem Dach angepasst ist, gelten diese für mich ebenfalls als sorgfältig integriert, obwohl die kaum sehr ästhetische Technik, wie gesagt, sichtbar ist. Ich bin der Meinung, die Technik darf man sehen – ähnlich wie auch Siloballen oder Silos zum Normalbild eines modernen Bauernhofs gehören.

Welche Vor- und Nachteile bringt die Gesetzesregelung aus Ihrer Sicht?
Adrian Kottmann:
Mit dem Gesetz steht der Grundsatz, dass Anlagen bewilligt werden müssen, was natürlich positiv zu bewerten ist. Viele Kantone haben nun aber Angst, dass auf jedem Gebäude eine Anlage gebaut wird; sie betrachten eine Solaranlage noch immer als «Fremdkörper», der nicht in die Landschaft passt. Jeder Kanton stellt somit seine eigenen Regeln auf, wie die Anlagen angeordnet werden müssen. Das stört mich, vor allem wenn ich mir vor Augen führe, dass der Kanton Bern noch vor zwanzig Jahren eine Broschüre herausgegeben hat, die regelte, wie Solaranlagen ohne Baubewilligung zu montieren seien! Das Pendel ist von anfänglichem Wohl-wollen auf ängstliche Zurückhaltung aus Präjudiz-Gründen geschwenkt.

Was verstehen Sie unter unsorgfältig oder schlecht integrierten Anlagen?
Adrian Kottmann:
Anlagen, die nicht in der Dachebene montiert werden, die eine zusätzliche Aufständerung erfordern, passen nicht in unsere Dachlandschaft. Eine sorgfältige Integration hingegen ist zum Beispiel dann gegeben, wenn die Module auf dem einen Dach gleich ausgerichtet sind, das heisst entweder quer oder hoch, nie aber gemischt.

Wie bewerten Sie die Frage der Ästhetik bei solaren Projekten?
Adrian Kottmann:
Ästhetik ist immer wichtig, kann aber je nach Projekt eine andere Priorität erhalten. Meiner Meinung nach ist die Ästhetik vor allem eine Frage der Form und nicht der Farbe der Produkte. Die Frage, ob der energieproduk-
tionstechnisch gegebene, silbrig erscheinende Aluminiumrahmen gewisser Solarzellen auf dem Dach schwarz oder weiss sein soll, geht schlicht zu weit.

Wie erleben Sie die Zusammenarbeit mit den Architekten?
Adrian Kottmann:
Wenn ein Architekt von Anfang an in einem Projekt mitbeteiligt ist, machen wir die besten Erfahrungen, weil der Architekt (und niemand anders!) die PVA von Anfang an in der Planung berücksichtigt hat.

Wo sind die Grenzen?
Adrian Kottmann:
Wie immer bei den Kosten!

Was wünschen Sie sich für Solaranlagen und die Architektur mit Blick in die Zukunft?
Adrian Kottmann:
Solaranlagen werden ganz selbstverständlich Teil einer normalen Dachlandschaft sein, von Anfang an sorgfältig geplant und optimal im Gebäude integriert. In fünf bis zehn Jahren wird auf dem Dach hergestellter, «eigener» Strom billiger sein als eingekaufter, «auswärtiger» Strom. Weiter wird die Gebäudeausrichtung für die Nutzung der passiven Sonnenenergie von zentraler Bedeutung sein; der eigentliche Wert von «Behaglichkeit» ist dann eher an die optimale Ausrichtung zur Sonne geknüpft als zum Beispiel bloss an die schöne Aussicht. 
 
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