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Innenraumklima – Wege zu gesunden Bauten
 
«Eine liebevolle Atmosphäre in deinem Heim ist das Fundament für dein Leben.» Schöner als mit diesem Satz des Dalai Lama kann die Bedeutung des Innenraums für unsere Gesundheit nicht umschrieben werden. Zur Vermeidung von Schadstoffbelastungen in Innenräumen sind ein gesundes Wohnraumklima, eine effiziente Lüftung und eine möglichst tiefe Belastung an Staub und chemischen Fremdstoffen Voraussetzung.

Die Bauweise ist bestimmender Faktor für ein gesundes Innenraumklima. Die Tendenz, aus energetischen Gründen immer dichtere Gebäudehüllen anzustreben, hat tiefe Luftwechselraten und im ungünstigen Fall erhöhte Schadstoffkonzentrationen in der Raumluft zur Folge. Ökonomische Gründe zwingen den Bauherrn, möglichst kurze Bauzeiten einzuhalten und Bauprodukte sowie Hilfsstoffe einzusetzen, die den erhöhten Anforderungen vielfach nicht genügen. Zudem existiert eine fast unüberschaubare Anzahl von Produkten auf dem schweizerischen wie europäischen Baumarkt, die unter verschiedensten Produktionsbedingungen und Anforderungsstandards hergestellt werden. Hier die Übersicht zu bewahren, ist schwierig. Dazu kommt, dass die Planungs- und Aus-führungsstandorte immer weiter auseinander liegen. Die Planungsteams verlieren so ein Stück Kontrolle über die Ausführungsqualität der Bauten.

Materialgerechte Anwendung der Bauprodukte
Die Kenntnisse der verantwortlichen Planungsteams, aber auch diejenigen von Bauherrschaft und Bauämtern über die Innenraumbelastungen und deren Kon-sequenzen, sind oft ungenügend. Das hängt wohl auch damit zusammen, dass die Behandlung dieser Problemkreise in der Ausbildung der Architekten in der Schweiz je nach Ausbildungsinstitut sehr unterschiedlich gehandhabt wird und vom persönlichen Engagement einzelner Dozierender und Verantwortlicher abhängig ist. Das Interesse an der Ästhetik der Oberfläche geht manchmal zu Lasten einer materialgerechten Anwendung der Bauprodukte. Nicht vergessen werden darf, dass bei Ausschreibungen vielfach zuerst auf den Preis und erst in zweiter Linie auf die Qualität geachtet wird. Die oben erwähnten Gründe können Schadensfälle nach sich ziehen, die im ungünstigsten Fall zu einer aufwändigen Sanierung neu erstellter Innenräume mit beachtlicher Kostenfolge führen.

Qualität des Innenraummilieus
Der Einfluss von schlechter Luft auf die Gesundheit ist kein neues Thema. Bereits im 18. Jahrhundert beschäftige man sich vor allem in bürgerlichen Wohnhäusern damit. Es war nicht unüblich, zuerst das Personal in den neu erstellten Wohnhäusern wohnen zu lassen, bis das Haus ausgetrocknet war. In städtischen Zentren lebten zu jener Zeit aber viele Menschen in sehr prekären Verhältnissen. Feuchte Wohnungen, Schimmel und üble Gerüche sowie eine sehr hohe Belegung waren durchaus normal. Heute, nach fast zweihundert Jahren der Hygienisierung, sind viele der damaligen Probleme gelöst, dafür sind neue entstanden, und alte tauchen wieder auf. In den Achtzigerjahren kam eine Studie der amerikanischen Umwelt-behörde EPA zum Schluss, dass die Verschmutzung der Innenraumluft in Bezug auf die Gesundheit des Menschen eine grössere Gefahr darstelle als die Schadstoffemissionen der Industrie an die Aussenluft. Seit Mitte der Achtzigerjahre ist der Begriff Indoor Air Quality (IAQ) in-ternational verbreitet. In Fachkreisen wurde der Begriff durch den Ausdruck Indoor Environmental Quality (IEQ) erweitert. Dies widerspiegelt die Einsicht, dass sich Gesundheit und Wohlbefinden von Benutzern nicht allein auf die Qualität der Luft reduzieren lässt. Viel mehr spielen eine Reihe anderer Faktoren eine ebenso grosse Rolle. Im Begriff Indoor Environmental Quality (IEQ) wird diese Sichtweise zusammengefasst. Der Begriff könnte im Deutschen mit «die Qualität des Innenraummilieus» umschrieben werden.

Giftfreie Zonen erwünscht
Der Wunsch nach «gesunden» Innenräumen ist nicht Ausdruck einer modischen Zeitströmung. Das Bedürfnis nach «giftfreien Zonen» steht im engen Zusammenhang mit der immer weiter voranschreitenden Zerstörung unserer Umwelt, mit den in regelmässigen Abständen auftretenden Lebensmittelskandalen und der damit einhergehenden Verunsicherung der Menschen. Die Umsetzung von Massnahmen wird nur gelingen, wenn sich in der Aus- und Weiterbildung aller am Bau beteiligten Verantwortlichen die Einsicht durchsetzt, dass «gesunde» Innenräume einen Beitrag zur Lebensqualität und damit einen Mehrwert darstellen.

Forderungen im Dienste der Gesundheit
Baustoffe und Produkte, die für den Gebrauch im Innenraum bestimmt sind, sollten vor ihrer Einführung in vermehrtem Masse wissenschaftlich auf ihre gesundheitlichen Auswirkungen geprüft und beurteilt werden. Die Beweislast sollte vermehrt auf der Seite des Herstellers/Vertreibers und nicht auf der Seite betroffener Menschen liegen.

Fundierte und belegte Informationen über die gesundheitlichen Auswirkungen von Stoffen, die im Innenraum verwendet werden, sollten zuhanden der Ärzteschaft, der Fachstellen, der Politik und einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.
 
 
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Text Innenraumklima – Wege zu gesunden Bauten (Quelle)
Bild Marco Blessano, Uster
 
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