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Break Even Pub in Winterthur
Tapete zwischen Vergangenheit und Zukunft
 
Nach einer kurzen und intensiven Planungs- und Bauzeit hat in Winterthur das Break Even Pub den Betrieb aufgenommen. Die für die Raumgestaltung beauftragen Architekten nutzten das Potenzial der Tapete als Vermittlerin zwischen Reminiszenzen einer vergangenen Zeit und der in die Zukunft weisenden Gegenwart eines Pubs im 21. Jahrhundert.

Die Aufgabe, ein Pub zu gestalten, steht wohl kaum zuoberst auf der Wunschliste eines Architekten. Zu eng scheint der Rahmen, in dem man sich zu bewegen hat. Die brand.3 Architekten haben deshalb von Beginn weg versucht, in der bestehenden Vielfalt von Bildern und Inhalten das Potenzial für einen zeitgemässen Umgang mit dem Thema zu erkennen. Auf diesem Weg konnte auch die Bauherrschaft von den Vorzügen einer Neuinterpretation des Pubs überzeugt werden. Damit war die Grundlage für die Entwicklung und Realisierung eines eigenständigen und unverwechselbaren Projekts gegeben.

Tradition des Pubs
Das Pub ist eine alte englische Institution und Ort für soziale Kontakte. Die ersten Bierlokale wurden bereits vor 1’000 Jahren in Klöstern eingerichtet, um die Reisenden zu beherbergen. Später dienten einfache Küchen und Stuben in Privathäusern, die für die Gäste geöffnet wurden, als Treffpunkt. Diese Public Houses standen denn auch bei der Namensgebung Pate. Das heute weit verbreitete und akzeptierte Bild des Pubs stammt aus viktorianischer Zeit. Aufgrund der restriktiven Lizenzverteilung der damaligen Regierung sahen sich viele Lokalbesitzer zu Investitionen gezwungen, die zu der Opulenz und Reichhaltigkeit führten, die heute so charakteristisch erscheinen. Damit sollte der Eindruck von Seriosität und Rechtschaffenheit erweckt und gestärkt werden. Dieses Bild der Opulenz und Vielfalt diente als Referenz und Anknüpfungspunkt für die Ausgestaltung des Projekts. Traditionelle typologische, formale und inhaltliche Elemente wurden übernommen, neu interpretiert und transformiert.

Tapete dient als Vermittlerin
Die Verflechtung verschiedener Aspekte stand im Mittelpunkt des Projekts, so auch das Wechselspiel traditioneller und zeitgenössischer Elemente. An der Tapete kann exemplarisch gezeigt werden, wie der Umgang mit diesen Themen gesucht und umgesetzt wurde – sie ist charakteristisch für das Bild des Pubs und geeignet, eine Vermittlerrolle zu spielen. Nun begann die Suche nach einem geeigneten Motiv, das einerseits die Verbindung zum englischen Vorbild, zugleich aber auch Spielraum für einen neuen Umgang zulässt. Eine Morris-Tapete aus dem 19. Jahrhundert mit einem floralen Ornament erfüllte diese Anforderungen. Das Ornament wurde digitalisiert und 20-fach vergrössert, gleichzeitig wurden ihm Portraitaufnahmen hinterlagert. Diese sind gerastert und bilden dem Besucher ein Gegenüber. Durch das grossmassstäbliche Ornament der Tapete wird der Raum geöffnet, an den Stellen mit den überlagerten Bildern jedoch wieder in eine nähere Ebene geführt. Es entsteht ein Wechselspiel zwischen Vorder- und Hintergrund. Dieses Spiel wird mit demselben Ornament auf den Gläsern und dem Spiegel weitergeführt. Der Betrachter des Spiegels wird Teil des Hintergrunds, die sandgestrahlten Trenngläser der Nischen schaffen eine Intimität, die gleichzeitig einen Blick auf die andern Gäste erlaubt. Die Tapete und das Ornament werden zu Vermittlern nicht nur von Traditionell und Zeitgenössisch, sondern auch zwischen den verschiedenen Benutzern, zwischen ihnen und dem Pub in seiner physischen Form.

LED-Effekte auf monochromer Tapete
Der Entscheid für die Digitaltapete lag nahe, denn sie erfüllt ganz die von den Architekten formulierten Anforderungen. Das Motiv kann beliebig gewählt werden, und der Farbgebung sind keine Grenzen gesetzt. Dieser Vorteil bedingt jedoch eine eingehende Bedürfnisabklärung, da die Vielfalt an Möglichkeiten sonst zu einer unpräzisen Ausformulierung führen könnte. Im vorliegenden Fall fiel deshalb der Entscheid auf eine monochrome Tapete. Die gesamte Wand kann mittels LED in unterschiedlichsten Farbvarianten beleuchtet werden. Um diesen Effekt möglichst gut auszuspielen, musste die Tapete in der Farbigkeit möglichst zurückhaltend sein.

Gute Zusammenarbeit ist das A und O
Der Einsatz einer Digitaltapete erfordert die gute Zusammenarbeit zwischen Handwerker, Drucker und Planer. Hurter Tapeten unterstützte die Architekten mit kompetenter Beratung, Prozessorganisation und mit einer termin- und fachgerechten Ausführung. Nur so konnte der enge Zeitrahmen eingehalten werden. Damit auf den vorgesehenen Zeitpunkt wirklich alles bereit ist, müssen die Tapezierarbeiten früh in die Planung einbezogen werden, was wiederum einige Vorbereitungszeit erfordert, der man genügend Rechnung tragen muss. Zuerst standen Recherche, Entwicklung und Digitalisierung des Motivs an. Diese Arbeiten können vom Planer ausgeführt und direkt dem Drucker übergeben werden. Um keine unliebsamen Überraschungen zu erleben, wird ein Andruck gemacht, was zirka zwei Wochen in Anspruch nimmt. Mit dem gleichen Zeitrahmen muss für den definitiven Druck der Tapete gerechnet werden. Die 90 Quadratmeter im Break Even waren in drei Tagen tapeziert. Nach Beendigung der Arbeit wurde auf der gesamten Fläche ein Schutzlack aufgetragen – wegen der relativ hohen Beanspruchung durch die öffentliche Nutzung und wegen dem Einsatz der Tapete an exponierten Stellen. Die Untersicht der Treppe wie auch die Küchentür wurden ebenso tapeziert – ein weiterer Beweis für die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten der Tapete. Weil zudem der Preis im Vergleich zu andern, konventionellen Tapeten eher im untern Bereich liegt, war es auch beim gegebenen knappen Kostenrahmen möglich, eine für das Pub massgeschneiderte Lösung zu realisieren.

Mit knappem Budget optimales Resultat
Aus Kostengründen mussten die Architekten von Beginn weg Schwerpunkte setzten und für ihre Arbeit gewisse Prinzipien ableiten. So resultierte eine Verflechtung von edlen und veredelten Materialien zum Beispiel bei den Hölzern in den Nischen und bei der Bar: Die stark strapazierten Oberflächen sind in Raucheiche gehalten, die Holzfüllungen dagegen bestehen aus gebeizten und lackierten Sperrholzplatten. Die WC-Anlage im Untergeschoss ist in Leichtbauweise ausgeführt und mit Fermacellplatten verkleidet. Diese wurden nicht mit Fliesen belegt oder verputzt, sondern lackiert. Die Stösse und Klammern der Befestigung wurden ausgespachtelt und ebenfalls lackiert. Durch die differente Farbe entsteht eine Ornamentik, die zusammen mit dem Einsatz einzelner Elemente wie den Spiegeln in Dialog mit dem Rohbau treten. 
 
Ausgabe "2007/1 - Februar" bestellen
 
Text brand.3 Architekten; COVISS
Bild brand.3 Architekten
 
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