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Innenfarbe – Luftqualität – Gesundheit
Bauphysikalische Eigenschaften
von Putz und Farbe
 
Wohlfühlen hat unter anderem mit Farbe im Sinne von Farbspiel und Farbklang zu tun. Damit beschäftigt sich auch die Farbpsychologie. Schon das Wort Farbpsychologie weist darauf hin, dass Farben unterschiedlich wahrgenommen werden, unterschiedliche Gefühle auslösen, positive wie negative, gesunde wie krank machende. Dies ist individuell sehr unterschiedlich und soll hier nicht weiter behandelt werden. Farbe ist im Folgenden nicht im Sinne des Farbtons (couleur) gemeint, sondern im Sinne des Anstrichmaterials (peinture), mit dem man unterschiedliche Farbtöne an die Wand bringt.

Beim Anstrichstoff scheint der Zusammenhang zwischen Material und Gesundheit offensichtlich gegeben zu sein. Schnell einmal assoziiert man, dass die Anstrichmaterialien von der Farb- und Lackindustrie hergestellt werden, einer Sparte der chemischen Industrie notabene – kann man da für die Gesundheit etwas Gutes erwarten?

Zurück zur volldeklarierten Natur
Das Bedürfnis nach Gesundheit war und ist die Grundlage für die Entwicklung und Verbreitung der Naturharzfarben, von Farben also, deren Bindemittel und Lösemittel aus der Natur stammen. Mit Naturharz-farben müsste man also richtig liegen. Im «Öko-Test» werden solche Anstrichsysteme immer sehr positiv beschrieben, was wiederum verschiedene Zeitschriften – von der ökologischen Richtigkeit überzeugt – unter das Volk tragen.

Um die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen in die Naturharzfarben zu stärken, wurden schon früh so genannte Volldeklarationen eingeführt, was an sich durchaus zu begrüssen ist. Problematisch wird die Sache allerdings dann, wenn mit dem Label «Natur» und der Volldeklaration sich der Verbraucher in einer Sicherheit wiegt, die durchaus nicht immer gegeben ist. Der Verfasser dieser Zeilen hat vor Jahren beim Streichen eines Sockels in einer Toilette am eigenen Leibe erfahren, wie das Zitrusschalenöl des verwendeten Naturharzlackes wirken kann: mit plötzlichen Hautausschlägen und geschwollenen Lymphen ist er schlicht aus dem Klo gekippt. Die Dosis des so natürlichen und auf dem Eimer voll deklarierten Zitrusschalenöls war wohl doch etwas zu hoch.

Die Volldeklaration bewahrt also nicht per se vor gesundheitlichen Risiken, kann aber bei richtiger Interpretation helfen, diese früher zu erkennen. Dazu bedarf es allerdings profunder, biochemischer Kenntnisse. Zitrusschalenöl enthält ein Nervengift – nämlich p-Manthadien-1,8 –, das nach Gefahrstoffverordnung als gesundheitsschädlich eingestuft wird. Dazu kommt, dass das Zitrusschalenöl als Lösemittel eingesetzt wird, das als Hochsieder langsam verdunstet. Dies bedeutet, dass der Verbraucher sich besonders lang anhaltend einem gesundheitsschädlichen Naturstoff (VOC) aussetzt. Weil es aber so schön nach Zitrone riecht, hält er es für gesund.

Gewiss haben einige Naturharzfarbenhersteller seither ihre Hausaufgaben gemacht, und es stehen heute gebrauchstaugliche VOC-freie Naturharzwandfarben und VOC-freie, wasseremulgierte Ölfarben zur Verfügung, was einen echten Fortschritt, hin zu einer naturbasierten, gesunden Anstrichtechnologie bedeutet.

Schimmelpilzsporen in der Luft
Die menschliche Lunge hat eine Oberfläche von 50 bis 80 mᄇ und soll den lebensnotwendigen Gasaustausch (Sauerstoff rein, Kohlendioxid raus) sicherstellen. Deshalb können wir das Atmen auch nur relativ kurze Zeit unterbrechen, das heisst den Luftinhaltsstoffen sind wir fast schutzlos ausgesetzt. In den Atemwegen sorgen Härchen dafür, dass Stäube und gröbere Partikel nicht in die Lungen gelangen. Doch gibt es viele Luftinhaltsstoffe, die ungefiltert in unsere Lunge und damit in unseren Körper gelangen. Nun, was schwirrt den so in der Luft herum? – Schimmelpilze und deren Sporen. Bekannt ist, dass sie Aflatoxine produzieren können, eine stark krebserregende Substanz. Schimmelpilze entstehen bei relativ hoher Luftfeuchte auf Wand-oberflächen. Bedingt durch die heute gut dämmenden Fenster kommt es nicht mehr auf diesen, sondern häufig in den Raum-ecken unbemerkt zu Tauwasser. Bei dichten Wandbelägen wie Tapeten oder Dispersionsfarben bleibt das Wasser an der Oberfläche stehen. Mikroorganismen können sich anlagern.

Hat man dagegen offenporige und saugfähige Anstriche auf einem saugfähigen Putz, kommt es zwar auch zu Tauwasser, das aber schnell in den Untergrund abgeführt wird. Wenn an der Oberfläche keine Feuchtigkeit vorliegt, fehlen die Lebensgrundlagen für die Mikroorganismen. Hier haben also die bauphysikalischen Eigenschaften der Innenfarbe einen grossen Einfluss auf die Luftqualität.

Kalkputz reinigt Innenluft
Weil wir Sauerstoff zum Atmen brauchen, müssen wir lüften. Damit holen wir uns die ganzen Schadstoffe der Aussenluft in die Räume. Diesen Schadstoffen ist man jedoch nicht hilflos ausgeliefert:

Schwefeldioxid, Schwefeltrioxid, Stick-oxide, Formaldehyd sind wasserlösliche und letztlich säurebildende Gase. Untersuchungen des Bayerischen Landesamtes für Umweltschutz haben hier schon vor über 10 Jahren nachgewiesen, dass alkalische Putze diese Schadstoffe erstaunlich schnell absorbieren, und zwar irreversibel. Dies bedeutet, dass zum Beispiel Kalkputze auf Innenwandoberflächen für die Reinigung der Innenluft sorgen. Untersuchungen des IfB (Institut für Bautenschutz) haben eine erstaunliche Geschwindigkeit bei der Luftreinigung nachgewiesen: Bei allen Messungen zeigt sich, dass zum Beispiel die Schwefeldioxidkonzentration in einem Versuchsraum mit einem Kalkputz innerhalb von drei Minuten mehr als halbiert wurde.

Wie lang funktioniert solch ein Innenputz als Luftreiniger? Berechnungen auf der Basis der Messungen haben ergeben, dass Wand- und Deckenputz in einem mittleren Raum zirka 1000 kg wiegen. Theoretisch sind Kalkputze mit Kalksteinbrech-sanden in der Lage, mit dieser Carbonatmenge die Schwefeldioxidmenge über 20‘000 Jahre zu neutralisieren. Da aber die Sande nur an der Oberfläche reagieren, kann man nur zirka drei Prozent der Gesamtmenge als reaktiv annehmen. Aber 600 Jahre sind auch noch mehr als genug.

Diesen luftreinigenden Effekt bieten Kalkputze, nicht aber Gipsputze, weil Gips als «schwefelsaurer Kalk» bei seiner Herstellung mit Säure bereits reagiert hat. Mit Gips(Weiss-)putzen funktioniert dies also nicht. Hier kann man sich aber behelfen, indem man eine zirka vier Millimeter dicke Schicht eines optimierten Kalk-spachtels aufbringt, der – offenporig gestrichen – immer noch zirka 120 Jahre lang für saubere Innenluft sorgt. Es stellt sich aber schon die Frage, ob Weissputz, der als Anstrichträger offiziellerweise ja lösemittelhaltig grundiert werden müsste, aus gesundheitlicher Sicht überhaupt Sinn macht und sich nicht Alternativen zum Beispiel auf Kalkbasis besser eigneten.

Damit ist aber klar, dass man die Reinigungswirkung solcher chemisch aktiver Spezialputze nur dann ausnützen kann, wenn sie offenporig gestrichen sind. Aber das war ja auch schon die Voraussetzung, Schimmelpilze zu vermeiden. Kalkfarben sind meistens nicht ausreichend abriebfest; somit bleiben nur Innensilikatfarben für diesen Einsatz. Innensilikatfarben haben zudem noch den Vorteil, dass sie auf jegliche Topfkonservierung verzich-ten können. Entsprechend rezeptierte Innensilikatfarben sind emissionsfrei, nicht allergen und elektrostatisch neutral.

Kalputz oder Kalkspachtel plus Innensilikatfarbe
Das System Kalkputz beziehungsweise Kalkspachtel plus Innensilikatfarbe hat die folgenden Eigenschaften, welche besonders vorteilhaft für unsere Gesundheit sind:

  • Es reduziert erheblich die Gefahr der Schimmelpilzanlagerung an Innenwand-oberflächen,

  • ist frei von Allergenen,

  • ist frei von Topfkonservierungen wie zum Beispiel Isothiazolinone,

  • emittiert nur Wasser,

  • emittiert keine flüchtigen organischen 
Bestandteile (VOC),

  • kann schädliche Gase in erheblichem 
Umfang über lange Zeiträume binden 
und reinigt damit die Innenluft,

  • bleibt lange sauber und hat eine hohe 
Lebensdauer, schont nachhaltig die 
Ressourcen unserer Erde und kann 
recycelt werden.


Kombiniert man das System mit den 
psychologisch richtigen Farbtönen, 
fühlen sich Menschen lange wohl in 
ihren Innenräumen – beste Voraussetzung für eine ebenso lange Gesundheit. 
 
Ausgabe "2009/6 - Oktober" bestellen
 
Text Dr. Uwe Erfurth; COVISS
Bild Ursula Ochsenbein, Horw
 
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