Home     
| Home |   | Sitemap |   | Testimonials |   | Partner |   | Links |   | Stichwortverzeichnis |   | Inscreenum |  

| Aktuelle Ausgabe
| Archiv
| Anzeigen
| Abo/Einzelausgaben
| Veranstaltungen/Dienste
| Über COVISS
| Redaktion/Verlag
| Leserbriefe
| Kontakt
| Impressionen
| Bestellung Buch




 
Mineralischer Schichtenaufbau
Deckputz und Anstrich auf Wärmedämmung
 
Putz und Anstrich dienen zum Schutz und zur Zierde von Wand- sowie Fassadenflächen. Bezüglich ihrer Schutzfunktion redet man gerne auch von Opferschichten. Solche werden durch Bewitterung und Gebrauch allmählich abgetragen und schützen mit ihrer Substanz die darunterliegenden Schichten. Der Anstrich opfert sich dem Putz, und dieser opfert sich − in längeren Zyklen − dem Mauerwerk oder der Wärmedämmung. Es liegt auf der Hand, dass dickere und stabilere Opferschichten längere Renovationszyklen ergeben.

Im Bestreben, möglichst günstige Systeme und Produkte zu verwenden, haben sich in den letzten dreissig Jahren so genannte Dünnschichtputze (Abriebe) gerade auf Wärmedämmungen stark verbreitet. Nach heutigem Standard kommen als Deckputzschicht meist organisch gebundene Abriebe mit einer Körnung von 1,2 bis maximal 3 mm zum Einsatz. Diese Körnungsangabe lässt annehmen, man habe es mit Schicht-dicken von 1, 2 oder 3 mm zu tun. In Wirklichkeit beschreibt die Körnungsangabe nur den Durchmesser des dicksten Korns und nicht die Schichtdicke des Deckputzes im Ganzen. In den Tiefen der Putzstruktur liegt daher kaum Material auf der Netzeinbettungsmasse der Wärmedämmung.

Dünnschichtig – hydrophob – biozid
Um den Untergrund (Netzeinbettung und Dämmung) und das meist quellbare organische Bindemittel des Abriebs dennoch vor Witterungseinflüssen zu schützen, werden Fassadenabriebe stark wasserabweisend -(hydrophob) formuliert. Eigentlich übernimmt die Hydrophobie, und nicht die Masse des Abriebs, den Witterungsschutz. Von einer Putzopferschicht im ursprünglichen Sinn kann keine Rede mehr sein. Deswegen sind Renovationszyklen von zirka zwölf Jahren oder weniger bei solch dünnschichtigen Systemen keine Seltenheit. Heute werden die allermeisten gedämmten Fassaden mit einem Dünnschichtputz (Abrieb) verputzt und hernach mit einer stark wasserabweisenden Dispersions- bzw. Siliconharzfarbe gestrichen. Dieser Aufbau führt bei Taupunktunterschreitungen, wie sie in der kalten Jahreszeit lang anhaltend gegeben sind, zu Tauwasser, das sich als Film auf die Fassade legt. Das Wasser kann vom hydrophoben und dünnschichtigen Untergrund nicht absorbiert werden. Auf diesem Wasserfilm lagern sich feinteilige Substanzen wie Stäube, Sporen oder Russ ab, was zu frühzeitiger Vergrauung und Pilz- bzw. Algenbildung führt. Um letzterem zu begegnen, werden Putz und Abrieb üblicherweise mit Bioziden versehen. Diese ökotoxischen Substanzen sind aber wasserlöslich und werden deshalb relativ rasch, binnen Monaten oder weniger Jahre, ausgewaschen. Dies wurde gerade im Mai dieses Jahres an einem internationalen Kongress zum Thema Auswaschungen von Bioziden aus Fassaden von der Eawag, dem Schweizer Wasserforschungs-institut in Dübendorf, eindrücklich belegt. Ausgewaschene Biozide schützen keine -Fassade mehr, schaden aber der Umwelt.

Dickschichtig – reduziert hydrophop – biozidfrei – nachhaltig
Nachhaltig aufgrund der dargestellten Sachverhalte sind mineralische Alterna---ti--ven, die dickschichtig, nicht (oder reduziert) hydrophob und biozidfrei sind. -Diese Alternativen sind nicht nur ökologischer, sondern von ihrer Gebrauchs-----taug-lichkeit her deutlich langlebiger. Kern-gedanke ist, dass der Putz durch seine mineralische Masse eine effektive Opferschicht darstellt. Auf diese kommt eine Mineralfarbe, die aufgrund ihrer -chemi----schen Stabilität und optimalen Bauphysik ein Höchstmass an Qualität und Nachhaltigkeit liefert − mit deutlich länge-ren Reno- ationszyklen.

Mineralischer Kalkzementputz
Ein mineralischer Putz auf Kalkzement-basis kann gegenüber einem Abrieb ein Mehrfaches dicker aufgetragen werden als sein Grösstkorn. So werden zum Beispiel durch ein zweimaliges Auftragen des Deckputzes mit einem 1,2 mm-Korn effek-tive Schichtdicken von 5 bis 10 mm leicht erreicht. Dies ergibt eine Opferschicht, --die nur wenig oder gar nicht hydrophob formuliert werden muss. Entsprechend werden hier auch keine Biozide eingesetzt.

Aus ästhetischer Sicht bieten mineralische Putze viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten als gewöhnliche Abriebe. Gerade weil sie nicht auf Korn abgerieben werden (müssen), kann man sie glätten, filzen, bürsten, mit dem Besen oder einem Spezialwerkzeug strukturieren. Zusammen mit einer Mineralfarbe, deckend oder lasierend appliziert, ergeben sich auf recht einfache Weise unerschöpfliche Gestaltungsmöglichkeiten. 
 
Ausgabe "2009/5 - August/September" bestellen
 
Text Thomas Klug, Keim
Bild Ursula Ochsenbein, Horw
 
   Weiteres zum Thema
 
Bauphysik | Bauphysikalische Kenntnisse sind für …      
Mineralische Oberflächen | Rein mineralische Produkte …      
Pilze | Grün-graue, mit Algen und Pilzen …      
Putz / Stuck / Trockenbau | Materialzusammen …      
Schimmel | Grün-graue, mit Algen und Pilzen …      
Wärmedämmung | Die Sensibilisierung auf …      




Lifecom


Xen-On


Verkehrshaus