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Solare Architektur – Hinführung
Auf dem Weg in eine zukunftsfähige Zeit
 
Was bedeutet Kultur des Bauens, wenn diese über die reine Selbstdarstellung des auf visuelle Reize setzen-den Architekten hinausgehen soll? Was Baukunst, wenn diese sich der Verantwortung ihres konstruktiven wie auch destruktiven Potentials bewusst ist? Nur schon die Tatsache, dass mit Architektur und ökologischem Bauen Wege beschritten werden können, die nicht nur zu mehr Energieeffizienz führen, sondern darüber hinaus der Energie-gewinnung dienen, lässt aufhorchen. Wo in der aktuellen Architekturszene sind zukunftsfähige, progressive Konzepte erkennbar? Wo arbeiten die Protagonisten der neuen Architektur? Wo sind die Pioniere von heute, verglichen mit jenen Anfang des 20. Jahrhunderts? Fragen dieser und ähnlicher Art sollen in der neuen COVISS-Rubrik «Solare Architektur» gestellt, diskutiert und beantwortet werden.

Wer sich Zeit nimmt, ein Laubblatt näher zu betrachten, staunt: Seine Form, seine Farbe, seine Poren, seine Verästelungen stellen eine Architektur vom Feinsten dar, Abbild eines absolut energieeffizienten und energiegewinnenden Gehäuses. Die perfekte Einbettung in den natürlichen geschlossenen Regelkreislauf manifestiert sich in einem ständigen Austausch von Gasen, Nährstoffen und Energie, der sich immer auf das Ganze der eigenen nachhaltigen Existenz sowie des Lebens in näherer und fernerer Umgebung bezieht.

Architektur auf dem Prüfstand
Von diesem oder von andern Naturbeispielen inspiriert, erscheint die von Menschenhand bewerkstelligte Architektur auf den ersten Blick hilflos und von Gesamtzusammenhängen weitgehend abgekoppelt und isoliert. Sie ist aufgefordert, das Ganze ins Blickfeld zu nehmen, die Frage der Verantwortung gegenüber dem Gesamtsystem «Mensch, Tier und Umwelt» immer wieder neu zu stellen und nach Antworten zu suchen. Aus dieser Pers-pektive erhält die Architektur ein Gewicht, dessen sich (zu) viele Architekten und Bauverantwortliche nicht oder kaum -bewusst sind. Ein Blick in eine durchschnittliche Schweizer Gemeinde mit ihren -Zersiedelungsstrukturen, ihrem zum Teil eigenartigen Mix von (unter-)durchschnitt-lichen Architekturen ohne wirkliche ästhetische und energetische -Ansprüche kann zum bewussteren verantwortungs-vollen -Planen und Bauen anspornen.

Denn Architektur muss nicht zwangsläufig Umweltbelastung bedeuten. Auf ein Haus im Schweizer Mittelland fällt die Energiemenge von umgerechnet über 20’000 Litern Erdöl im Jahr – in Form von Solarenergie!* Mit entsprechender Planung und Konstruktion wird das Gebäude vom Energieverschwender zum Energiespender. Auf dem Weg dahin steht eine Kultur der Lust und Freude am bewussten Umgang mit Energie im Vordergrund, eine Architektur, die sich nicht mehr nur an den visuellen Reizen in einer reizüberfüllten Zeit oder am ständig steigenden Wohnflächenbedarf und Komfortanspruch erschöpft. Architektur als -Ausdruck für das Mehr an Lebensqualität und Verantwortung in einem nachhaltigen Gesamtkontext! Von einer solchen Pionierlust ist in der Schweiz immer noch wenig
zu spüren. Warum werden jährlich rund 40’000 Wohneinheiten gebaut, davon aber kein Dutzend, die mehr Energie produzieren als sie brauchen, obwohl geeignete Konzepte und Technologien zur Verfügung -stehen? Warum wird öko-logische Architektur nach wie vor mit -Askese, mit Sparen und Dämmen gleich-gesetzt, auch wenn klar ist, dass neben Energieeffizienz auch Energie-gewinnung zum progressiven Architekturvokabular gehört?


* Quelle Meteonorm. Annahme: Haus, 10x10m, Dach 100m2, Fassade 200m2

Energieeintrag auf Dach: Einstrahlung 3’715 MJ/m2a : 3,6 = 1’031kWh/m2a x 100 = 103’100kWh/a : 10 = 10’310l «Erdöl»

Energieeintrag auf Fassaden/Fenster: Einstrahlung im Durchschnitt 2’232MJ/m2a : 3,6 = 620kWh/m2a x 200 = 124’000kWh/a : 10 = 12’400l «Erdöl»

Total Energieeintrag auf EFH in Luzern: 22’710 l «Erdöl» (ROE = Rohöleinheiten)

Architektur für Energieeffizienz und Energiegewinnung
In der Rubrik «Solare Architektur» soll das Thema der Energieeffizienz und der Energiegewinnung in der Architektur näher betrachtet werden und Lösungen aus Forschung, Industrie, Architektur und Handwerk erläutert und diskutiert werden. Anregungen, Kommentare oder Bemerkungen zu dieser neuen Rubrik und ihren Inhalten sind erwünscht und können der Redaktion zugesendet werden unter
www.coviss.ch/Leserbriefe oder direkt auf info@coviss.ch. 
 
Ausgabe "2009/4 - Juni/Juli" bestellen
 
Text Gregor Eigensatz
Bild Kämpfen für Architektur, Zürich; COVISS
 
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