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Schmuckstücke in eigenwilliger Hülle
Nagelfluh – Referenz für Gestaltung und Materialität
 
Am Südhang der Rigi, zwischen Bergflanke und See, stehen zwei neue Einfamilienhäuser. Sie bilden eine Einheit und sind doch verschieden – mehr noch im Innern als von aussen. Farbe und Material verdienen bei diesem spannungsvollen Ensemble besondere Aufmerksamkeit.

Das Felsmassiv der Rigi besteht vorwiegend aus Nagelfluh, ebenso der Baugrund, auf dem die beiden Häuser errichtet wurden. So ist es naheliegend, dass dieses Material, der Fels, als Referenz für Gestaltung und Materialität diente. Eingebettet in die mediterran-raue Landschaft am Fusse der Rigi, stehen die beiden Häuser als harmonisches und eigenständiges Ensemble oberhalb der Strasse, ganz dem See zugewandt. Äusserlich verwandt und doch verschieden, überraschen sie im Kern mit unterschiedlicher Anmutung, welche ganz auf die Anliegen der Bauherrschaften zu-geschnitten ist.

Über den gemeinsamen Aussenraum mit alpiner Bepflanzung und autochthonen Nagelfluhfelsen gelangt man zu den Häusern. Deren längliche – ans Gelände angepasste – Sockelgeschosse bestehen aus gestocktem Sichtbeton. Darüber breitet sich je ein helles Obergeschoss mit grober Kellenwurfstruktur aus. Der leicht grünstichige Ockerton lehnt sich an Gerölleinschlüsse in der Nagelfluh an. Sämtliche Fenster – von innen akzentuieren sie die wunderbaren Farben und Formen der Natur – sind nach Süd, Südwest oder Südost ausgerichtet.

Natürliches und Künstliches im Dialog
Autochthone, aus dem Boden ragende Felsbrocken in der bebauten Umgebung verbinden Natürliches und Künstliches, Altes und Neues. Noch unverändert zwischen Weg und Aussenbepflanzung, erscheint die Nagelfluh im Eingangsbereich der Häuser in Form von aufgemauerten Blöcken als Ergänzung zum Fels und überdacht mit einer Betonplatte. Während bearbeitete Nagelfluh (Quader gespitzt) im Eintrittsbereich des einen Hauses den Übergang von aussen nach innen markiert, hat der Architekt im gegenüberliegenden Haus gestockten Beton verwendet. Auf geschliffene Nagelfluh stösst man beim Cheminée oder auf dem Fussboden, ebenso an Wänden und Übergängen.

Farbe und Material fügen sich zusammen
Die warme Farbigkeit des bearbeiteten Nagelfluh-Gesteins und die unterschiedlichen Hölzer (amerikanische Kirsche, Eiche und geräuchte Eiche) werden mit mineralischer Wandfarbe ergänzt, die in dieser Nachbarschaft ihre Leuchtkraft wunderbar entfaltet. Während der Farbenrundgang durch das östliche Haus Assoziationen mit Steinen, Pflanzen und Kinderwünschen hervorruft (Malve, Aubergine, Lindengrün, Ocker, Vergissmeinnicht etc.), sich Farbe und Material zusammenfügen und eine warme Atmosphäre erzeugen, fühlt man sich im zweiten Haus dem Wasser nahe. Die Lichtbrechungen im nahen Uferbereich führen zu einer Vielzahl von Grün-, Blau-, und Graunuancen. Die feinen Farbabstufungen an Wänden und Decke verleihen den Räumen eine ganz eigene, aussergewöhnliche Atmosphäre. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die Verwendung von Räuchereiche und Sandsteinfliese im Obergeschoss und einem Kieselsteinpflaster im Erdgeschoss, das die Nähe des Südens anklingen lässt, führte doch über lange Zeit der Weg dorthin hier vorbei.
 
 
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Text Ursula Ochsenbein
Bild Ursula Ochsenbein, Horw; Manuel Candio, Zürich (Aussenansicht)
 
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