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Funktion − Raum − Farbe − Oberfläche
Durchfärbte Betonwand als Dominante
 
Das Spital STS in Thun hat sich um eine Radioonkologie erweitert. In der in den Berg gebauten Station werden Krebspatienten während ihrer Strahlentherapie ambulant behandelt. Die vormals im Inselspital Bern behandelten Patienten können sich nun seit April 2008 ortsnah ihrer Therapie unterziehen – in einem durch Oberflächen und Farbgestaltung formulierten, nahbaren Raummilieu.

Die Vorgabe war definiert: Mit Oberflächen und Farbgestaltung ein angenehmes, nahbares Raummilieu erzeugen. Die durch Oberlichter in die Station gelangende Tageslicht-Helligkeit soll so weit wie möglich erhalten bleiben. Die Ableitfähigkeit der Bodenbeläge ist eine der funktionalen Vorgaben.

Sensibles Umfeld verlangt sensible Farbgestaltung
Gefordert ist eine humane Raumgestaltung, die der besondern Situation der Krebspatienten Rechnung trägt und deren Situation nicht noch zusätzlich durch übermässige, plakative Farbqualität verschärft. Die Raumgestaltung soll Ruhe, Behaglichkeit und Geborgenheit bieten, gleichzeitig aber auch vitalisierend wirken, mit speziell ausgestalteten Oberflächen die Sinne anregen und überraschen. Insbesondere soll der Bestrahlungsraum klar formuliert und seine hochtechnisierten Bestandteile optisch kompensiert werden. Eine Balance zwischen sanften und heiteren Farbtönen, mit eindeutigen visuel-len und haptischen Qualitäten der Oberflächen ist eines der Gestaltungsziele.

Betonwand wurde enthärtet
Parallel zu den vorgegebenen Raumfunktionen gliedert auch das Farbkonzept die Radioonkologie in zwei Bereiche: in die Empfangs- und Wartezone sowie die Arzt-räume diesseits der Betonwand und in die Patientenumkleiden, den Bestrahlungsraum und die Technikräume jenseits der Wand. Als wesentliches Raumelement und unausweichlich geforderte Zäsur zwischen den genannten Funktionsbereichen ist die präsente Raumachse in Sichtbeton materialisiert – und mit gelbem Eisenoxid durchfärbt. Im Bereich des Bestrahlungsraumes wurde aus Strahlenschutzgründen Barytbeton verarbeitet. Es galt deshalb, zwei verschiedene Ortbetonqualitäten auf eine Farbigkeit zu konfigurieren. Mehrere Betonmuster führten schliesslich zum gesetzten Ziel; der Beton verliert über die Farbgebung seine Nüchternheit und bestimmt das Farbklima der Station mit. Ein dankbarer Kontrast zwischen künstlichen und natürlichen Oberflächen wurde mittels gebeizten Möbeloberflächen und farbig texturierten Kunstharzoberflächen an Lichthöfen und Umkleidekabinen generiert.

Visuelle Anregung für die Patienten
Das Oktogon des Bestrahlungsraums zeigt sich an den Wänden, in denen Schränke und technische Einrichtungen verborgen sind, in dunkel gebeiztem Furnierholz-oberflächen; die Lichtdecke aus Wabenplatten nimmt des Oktogon auf und bietet visuelle Anregung für das Auge des liegenden Patienten.

Kunst und Bau
Als integratives Gestaltungselement sind in den Spannstellenlöchern der präsenten Sichtbetonmauer siebzig farbige Glasperlen installiert. Deren Eigenfarbigkeit erzeugt eine lebendige Substruktur innerhalb des durch die Architekten präzise formulierten Rasters der Spannstellen. Das lokal transmittierte Licht des «Glasperlenspiels» bildet um die Kugeln kleine polychrome Lichthöfe, die sich je nach Lichteinfall schwächer oder stärker abbilden. 
 
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Text Jo Finger
Bild Jo Finger; Alexander Gempler
 
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