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Sakrale Raumgestaltung
Harmonie aus Geometrie und Unberechenbarkeit
 
Der dem neuen Pfarreizentrum in Alpnach Dorf zugeordnete Besinnungsraum basiert auf der Entwurfsstrategie einer Ellipse. Diese vereint – umflossen von den Strömen zweier grundverschiedener Welten – Dorfleben, Verkehr, Hektik auf der einen und Stille, Besinnlichkeit, Friedhof auf der andern Seite. In der Mitte der «Edelstein» und «Mittler» beider Atmosphären: der mit Naturstein, Sumpfkalk, Holz und Messing offen und transparent gestaltete schlichte Besinnungsraum.

Gemeinschaftswerk

Für die Ausgestaltung des Besinnungsrau-mes wurde Alois Spichtig, Bildhauer und künstlerischer Raumgestalter, beauftragt. Spichtig ging von der Thematik des Übergangs aus. Auf dem Kirch- und Friedhofplatz sind Hinweise und Symbole der -biblischen Schöpfungsgeschichte entstanden. Diese bronzenen Zeichen sind in -Gubersteinen eingelassen. Sie stehen in räumlicher Beziehung zur Eingangstür -
des Besinnungsraumes. Dieser erscheint aussen durch das -trocken geschichtete Natursteinmauerwerk roh, und innen mit einem feinkörnigen Sumpfkalkverputz edel und schlicht zugleich. Eine rundumlaufende Bank lädt zur gemeinsamen Meditation und zum Gebet ein. Der 1995 fertig erstellte Bau ist eine Hülle, die mittlerweile mit menschlichen Tätigkeiten zu einem Ganzen geworden ist. Die Hülle konnte nur dank dem grossen Einsatz der Baukommission, den beteiligten Planern und Handwerkern materialisiert werden.

Die elliptische Gebäudestruktur steht als Zeichen des umflossen und durchdrungen Werdens: Nichts prallt an der Harmonie dieses Raumes ab – Verkehrslärm wie Einkehr, Ausgelassenheit wie Trauer umströmen dieses Zentrum des stillen Dialogs mit sich selber, mit der umgebenden Welt, der Vergangenheit, der Zukunft, mit Gott. Die sorgfältig um den Gebetsraum gezogene Trockenmauer, deren feinste Verarbeitung und Zusammenfügung aus einzeln und präzis gehauenen Guber-Steinwürfeln, schützt den Raum und lässt ihn gleichzeitig durchlässig. Die mit Sumpfkalkmörtel ausgekleideten und mit wässriger Farbe gebürsteten Innenraumwände leben von den Spuren der handwerklichen Verarbeitung und erzählen tausend Geschichten. Wer die künstlerisch mit Messing aufgedoppelte Holz-Eingangstür öffnet und in den sakralen Raum eintaucht, steht im Spannungsfeld von «strenger» Entwurfsgeometrie und «gelockerter» Verarbeitungstechnik: Der Raum lebt einerseits vom Kontrast der mit dem Tonplattenboden sichtbar gemachten Brennpunkten und Radien der klaren elliptischen Grundstruktur und anderseits von den weichen, kunsthandwerklich bedingten Unberechenbarkeiten und Unregelmässigkeiten, wie sie in Naturstein, Sumpfkalk, Holz und Messing eingeschrieben sind. Als ganzer wirkt der Besinnungsraum schlicht. Er ist einfach. Ist da. Für die Menschen, die ihn aufsuchen.

Bauinfo

Objekt:
Besinnungsraum beim Pfarreizentrum «Alte Post», Alpnach Dorf

Architekten: Imhof Eugen und Monika, Sarnen

Künstlerische Leitung: Alois Spichtig,
Sachseln

Trockenmauer-Aussenhülle: Paul Limacher, Steinhauer, Alpnach Dorf

Tonplattenboden: Ruedi Kathriner, Töpfer, Kerns

Sumpfkalk-Verarbeitung: Ruedi Krebs, Steinhauer, Twann

Kunstglas: Hans Wallimann, Kunstglaser, Alpnach Dorf
 
 
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Text Gregor Eigensatz
Bild Foto Reinhard, Sachseln
 
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