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Oberflächen aus Erde und Feuer
Aschenhäuser weisen über sich hinaus
 
Die Werke von Maria Jansa leben von den Kontrasten konkav-konvex, rund-kantig, glatt-poliert, schwarz-farbig. Aber nicht nur: Fliessende und auch markante Übergänge verbinden strenge Polaritäten in der Form, im Material, in der Textur. In ihren Arbeiten pendelt die Künstlerin zwischen aus Platten zusammengebauten konstruktiven Formen und runden, organisch anmutenden Objekten. Ihre mit höchster Präzision und Intuition entstehenden Schöpfungen aus Ton offenbaren eine Fülle von nie gesehen Oberflächen der feinsten Art, wie sie auch in der besondern Wandgestaltung im Wohnbereich ein Zuhause finden könnten.

Vom Gefäss zum Objekt zur Baukeramik
Langjährige Erfahrung auch im handwerklichen Umgang mit Ton, Form und Feuer auf dem zeitgenössischen Keramik-Sektor, vom Gefäss zum Objekt zur Baukeramik, weist die Künstlerin Maria Jansa aus. Sie bewegt sich zwischen raumbezogenen Künsten wie Architektur und Skulptur. Im gefässhaften Bereich ist das Thema «Das Aschenhaus, das letzte Gefäss, die Urne» ins Zentrum gerückt. Dabei stehen die beiden Grundformen Würfel und Kugel im Vordergrund. Proportionen, die aus dem goldenen Schnitt resultieren, wie zum Beispiel «Der Modulor» von Le Corbusier, begleiten im Hintergrund den schöpferischen Prozess Maria Jansas. Die Künstlerin ist immer um die Reduktion auf das Wesentliche einer Form bemüht und möchte dem Urmaterial Erde auf die beschriebene archaische Art des Brandes Ausdruck verleihen.

Die Keramikerin Maria Jansa beschäftigt sich seit 1973 mit dem Material Erde, das bearbeitet und durch einen Wärmeprozess geführt wird. Dieser Vorgang erinnert an Alchemie, knüpft an alte Erfahrungen der Menschheit an und verlangt Gespür für den Werkstoff Ton sowie Achtung vor dem Feuer. Jansa lässt sich immer wieder neu vom Raku-Brand herausfordern, einer alten japanischen Brenntechnik, die aus dem Zenbuddhismus für zeremonielle Teeschalen entwickelt worden war. Dafür werden aus geeignetem Ton geformte Stücke der Flamme eines mit Holz oder Gas beheizten Ofens bei etwa 1’000 Grad Celsius ausgesetzt. Während der Glasurschmelze, also bei grösster Hitze, werden diese Objekte behutsam mit einer Zange aus dem Ofen genommen und «reduziert», das heisst einem Sauerstoffreduk-tionsprozess in einer geschlossenen Sägemehltonne unterworfen. Weisser Ton verändert sich durch diese Art des Räucherns zu einem besonders lebendigen Schwarz, immer neu, immer anders. Das Ergebnis konzentriert-präziser Arbeit wird dabei dem Unvorhersehbaren ausgesetzt und aus sengender Glut und beissendem Rauch neu gewonnen. Die Bedeutung solchen Schaffens lässt sich kaum treffender als mit den Worten Paul Valérys ausdrücken: «Es gibt kein Aufgeben und keine Atempause, kein Schwanken des Gedankens, des Mutes oder der Stimmung. Die Feuerkünste erzwingen unter höchst dramatischem Aspekt den Kampf des Menschen mit der Form. Ihre wesentliche Wirkkraft, das Feuer, ist auch der grösste Feind…»

Gemeinschaftswerk Mensch und Natur
Für Maria Jansa ist Raku die lebendigste Art zu brennen: individuelles Streben und das Spiel der elementaren Kräfte wirken zusammen. Das Herausholen einer glühenden Form aus dem Ofen und das Nachbrennen derselben bedeutet, dass sie krassen Umweltbedingungen ausgesetzt ist. Über dieses Verfahren bestimmt zwar der Mensch, nicht aber über die dabei freigesetzte Kraft, sofern er diese zulässt. So zeugen gelungene Raku-Stücke gleichzeitig von menschlicher Willens- und Schöpfenskraft und von allgemeinem, unberechenbarem Walten – Mensch und Natur haben einander zugearbeitet.


Kontakt
Maria Jansa,
Atelier in Vorarlberg, Österreich,
m@diemorgengab.at,
Telefon 0043 5523 64077,
www.diemorgengab.at/atelier
 
 
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Text COVISS
Bild Günter Alfare
 
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