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Farbfacetten für Goldschmiede
Subtiler Umgang mit Materialität und Farbe
 
Die Bearbeitung von Oberflächen und das Spiel mit der Lichtbrechung bei Edelsteinen prägen die Preziosen, die Isabella Rafetzeder in ihrer Goldschmiede kreiert. Die Neugestaltung des Atelier-Ladengeschäftes an der Weinbergstrasse in Zürich nimmt diese Elemente ins Gestaltungskonzept auf. Der Schliff von Edel-steinen und der ehemals sehr kostbare Farbstoff der Purpurschnecke inspirierten die Farbgestaltung von Sibylle Prestel.

Die Goldschmiede von Isabella Rafetzeder feiert ihr 10-jähriges Bestehen. Dafür sollen Atelier und Ladengeschäft an der -Weinbergstrasse 15 in Zürich ein nachhaltiges Face-Lifting erhalten. Das Farb- sowie das neue Lichtkonzept erarbeitete die Farbgestalterin Sibylle Prestel. Ihr Gestaltungskonzept erhielt beim Kaspar Diener Förderpreis im Dezember 2006 eine Auszeichnung. Die Umsetzung erfolgte im August 2007, als die Zwischendecke in Folge eines Wasserschadens ersetzt werden musste.

Edelsteinschliff als formale -Grundlage
Die Farbe eines Edelsteines zeigt durch den Schliff und die Lichtbrechung die verschiedensten Farbnuancierungen. Der geschliffene Edelstein, abstrahiert umgesetzt in eine konkrete räumliche Situation, bildet die Konzeptidee. Die unterschiedlichen Wanduntergründe des Verkaufsraumes bie-ten kleine und grosse Flächen. Sie sind der «Schliff», der sich je nach Blickwinkel in einem anderen Farbklang präsentiert.

Purpur – die Farbe der Gekrönten
Die Farbe Purpur bildet die Basis der neuen Farbpalette. Purpur, ein historisch und symbolisch bedeutsamer Farbton (helles Purpur = Rosa, mittleres Purpur = Lila, dunkles Purpur = Violett), hat die Farbgestalterin wegen seiner früheren Kostbarkeit und Seltenheit gewählt. Die Gewinnung der Pigmente aus der Purpurschnecke war sehr teuer und aufwändig. Nur hohen Geistlichen und Gekrönten war das Tragen von edlen Gewändern vorbehalten, die mit dieser kostbaren Farbe eingefärbt waren. Dunkle und helle, warme und kalte Purpurnuancen modellieren den Verkaufsraum. So wird die Wahrnehmung der Raumproportionen mit seitlich dunkleren Farbtönen beeinflusst. Zusammen mit der neuen Lichtführung verhelfen sie dem Ladenlokal zu mehr Tiefe.

Fokus auf Farbe und Materialität
Der Schmuck von Isabella Rafetzeder charakterisiert sich durch Oberflächen, welche die Bearbeitung mit Werkzeugen sichtbar lassen. Diesem bewusst gewählten Ausdruck trägt die Erscheinung der Wände und Treppe Rechnung. Das geschwungene, weiss lackierte Treppengeländer bekommt seine ursprüngliche Holzoptik zurück. Starkes Element der Gestaltung und «Rückgrat» des Raumes bildet die Wand hinter den Glasvitrinen. Sie erhält einen grau eingefärbten Kalkverputz, der klar den Duktus des Verarbeiters zeigt. Der hellgrau gefärbte Athenit fino Kalkputz wird in einem zweiten Arbeitsgang mit der dunkelgrau pigmentierten Kalkglätte überzogen. Durch das Abglätten werden verschieden gefärbte Stellen und der definitive Glättegrad erreicht. Die endgültige Optik der Wand kann jedoch nur bedingt beeinflusst werden. Erst nach dem Trocknungsprozess bekommt der Putz seine endgültige Erscheinung. Und der warme, graue Farbton kann mit seiner Farbigkeit in der Pigmentierung überraschen: Das Licht der Vitrinenbeleuchtung splittet sich durch die Glashauben hindurch auf und zaubert regenbogenfarbene Farbreflexe auf den Putz. Mit einer Sol-Silikatfarbe wurden die übrigen Wände gestrichen. Kreuzweise mit der Lasurbürste aufgetragen, erstrahlen die Farben in einer matten, mineralischen Optik. Andere, bestehende Oberflächen unterstützen diese Material-Optik: Es sind dies die geschmiedeten Eisenvitrinen, die Aluumrandung des Schaufensterbodens und der Parkettboden in Fischgratmuster.

Akzentuierte Ausleuchtung des Verkaufsraumes
Die flächendeckende Ausleuchtung der Rückwand oberhalb der Treppe mittels FL-Röhren verhilft dem Raum zu mehr Tiefe. Die Beleuchtung des Verkaufsraumes wird stärker akzentuiert: der Beratungstisch und die Theke sowie der Raum vor dem Spiegel werden flächendeckend ausgeleuchtet, was durch versetzt geführte Reihen von Halogenspots erreicht wird. Da die Zwischendecke aufgrund eines Wasserschadens erneuert wurde, konnten alle Halogenspots inklusive Schaufensterbeleuchtung in die Decke eingelassen werden. Entlang den Wänden wurden schwenkbare Halogenspots eingesetzt. Zusammen mit den ebenfalls eingelassenen Bilderschienen kann der Raum auch temporär für eine Kunstausstellung genutzt werden. 
 
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Text COVISS; Sibylle Prestel
Bild Sibylle Prestel
 
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