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Wegweisendes Bürokonzept mit Trockenbau
Gestalterisch vollendete Einfachheit
 
Firmen streben heute danach, ihre Geschäftsräumlichkeiten möglichst gemäss ihren eigenen Philosophien zu gestalten. Mancherorts wird nicht mehr von Büros, sondern von Arbeitswelten gesprochen. Räume sollen Charakter und Wohnlichkeit statt langweilige Effizienz verströmen. Der Arbeitsplatz als Aufenthaltsort ist anerkannt. Schön und trendig soll er sein – gern gesehen von den Arbeitnehmern, die im menschenfreundlichen Ambiente besser und konzentrierter arbeiten. Nur hatten bis anhin kleinere Firmen diesen Vorteil kaum – ein solcher «Luxus» erschien schnell einmal als zu teuer. Dass jedoch tragfähige Lösungen durchaus auch für «Kleine» realistisch sind, zeigt das Beispiel eines wegweisenden Bürokonzeptes in Widnau.

Architekten und Handwerker an einem Tisch

Im Rahmen eines Galaabends hiess Rigips am 18. Januar 2008 alle Architekten und Handwerker willkommen, die letztes Jahr ihre Objekte für die Rigips Trophy 2007 eingereicht haben und jetzt den lange erwarteten Jury-entscheid erfahren wollten. Die 5-köpfige Jury bestand aus Architekten und Trockenbauspezialisten. Der sehr gut organisierte Abend hatte nebst der spannenden Enthüllung der Siegerobjekte den erwünschten Effekt, dass Architekten und Handwerker an einem Tisch versammelt waren – weil sie am Bau gemeinsame Sache gemacht haben und sich nun zusammen über den Erfolg des Resultats freuen und diesen feiern wollten.

Trophy-Gewinner
Die Rigips Gold Trophy 2007 ging an die -Erbauer des neuen Wellness-Bereichs im Tschuggen Grand Hotel Arosa (Planung -Mario Botta, Trockenbauunternehmung Spirig AG aus Engelburg und St.Gallen). An der grossen Trophy Gala am Zürichsee wurden ausserdem die Trockenbauarbeiten in der Résidence de la Rive in Onex (Planung Architekturatelier Bonnet in Genf, Gipserunternehmung Duvoisin SA in Romanel) und im Hilti Trainingscenter in Schaan (Architekturbüro Baumschlager & Eberle in Vaduz, Gipserunternehmer Roman Hermann aus Schaan) mit Silber und Bronze ausgezeichnet.

COVISS gratuliert den Ausgezeichneten herzlich. Mehr ausführliche Informationen zu den Trophy-Gewinnern und ihren Objekten finden Sie unter www.rigips.ch.

Mit dem vorliegenden Artikel würdigt -COVISS ein ebenfalls für den Wettbewerb eingereichtes Objekt, das zwar mit keiner Trophy beehrt werden konnte, jedoch nicht weniger durch einen sehr feinen, gestalterisch «einfach» erscheinenden und gerade deshalb überzeugenden Ansatz in der Planung und Ausführung auffällt.


Die SAW Schmitter AG beauftragte das Architekturbüro Carnier Carnier Loher mit der Gestaltung eines neuartigen Bürokonzeptes. Die Vision der grössten Vermieterin von Gewerbeliegenschaften in der Ostschweiz war die Schaffung von relativ kleinen Mietflächen für kleinere Firmen. Eine gemeinsam genutzte Infrastruktur wie Copycenter, Lounge, Küche und Seminarraum soll die Mieter von zusätzlichen Inves-titionen entlasten und zusätzlich einen sozialen Treffpunkt bilden.

Von gegebenen Strukturen ausgegangen
Gefunden wurden die Räumlichkeiten für einen solchen Prototyp in der obersten Etage eines bereits bestehenden Dienstleistungsgebäudes. Die 2500m2 grosse Fläche ist bereits mit Aufzügen für Waren und Personen sowie mit Toilettenanlagen bestückt. Die stützenfreie Konstruktion wurde positiv beurteilt, gab jedoch mit unterschiedlichen, nicht aufeinander abgestimmten Konstruktionsrastern doch noch die eine oder andere Knobbelaufgabe auf. Etwas ungünstig für Dienstleistungsbetriebe und Büros erschien die grosse Gebäudetiefe von 26 Metern. Bei einer Neuplanung für Dienstleistung würde man eine solche Tiefe bestimmt nicht freiwillig wählen.

Die Grundpfeiler der genannten Vision sind die Büros als Arbeitsort und die gemeinsamen Bereiche als soziale, Firmen übergreifende Treffpunkte. Bei der Entwicklung des architektonischen Konzeptes wurden diese beiden Polaritäten als «Statik» für die Büros und als «Dynamik» für den gemeinsamen Bereich und die Erschliessung übersetzt.

Die neu geschaffenen Korridorwände sind nicht parallel zueinander gesetzt. An einigen Stellen weiten sie sich in unterschiedlichen Winkeln, an anderen verengen sie sich. Diese Art der Wandführung verleiht dem Korridor die gewünschte Dynamik. Am Drehpunkt der Erschliessung wurden die Lounge, die Küche sowie der Seminarraum angeordnet.

Leichtbausystem zum Schauplatz der Gestaltung erklärt
Für die Materialisierung der Korridorwände wurde ein Leichtbausystem ins Auge gefasst. Flexibilität, geringes Gewicht und gute Schallwerte waren die Hauptfaktoren für diesen Entscheid. Da die Deckenelemente bereits weiss gespritzt waren und der Hartbetonboden eine flächige Wirkung hatte, wurde eine Oberfläche gesucht, die die geforderte Dynamik unterstützt. Die mit Vollgipsplatten beplankte Ständerwand erwies sich hier als ideal. Bewusst wurde sie so verarbeitet, dass die scheinbar gemauerte Struktur sichtbar blieb: Die «Mauerelemente» aus Vollgipsplatten sind in einem konventionellen Läuferverband vermauert, weisen aber ein für das Auge ungewöhnliches Format auf. Eine irritierende Wirkung entsteht – von etwas Bekanntem, das aber in Ausmass und Ausführung ungewohnte Dimensionen annahm. Die Lasur wurde bewusst so aufgebracht, dass der Bürstenstrich immer bei einem Plattenstoss angesetzt wurde. Auf diese Weise konnte die Wirkung der bereits gegebenen Struktur der aneinander gestossenen Vollgipsplatten verstärkt werden.

Für den lasierend vorgenommenen Farb-auftrag kamen drei unterschiedlich intensive Beigetöne zur Anwendung. Die Abstufung der drei Farbnuancen ergab sich aus 1:1-Versuchen an der fertigen Wand. Schon bald erkannte man, dass eine zu starke Pigmentierung sich negativ auf die geplante und erwünschte Erkennbarkeit der Fugenteilung auswirkt. Eine zu schwache ebenfalls. Türen und Beleuchtung wurden so in die Wände integriert, dass nur mit halben und ganzen Platten gearbeitet und das Wandbild ohne Unterbrechung oder Störungen umgesetzt werden konnte.

Die Körper für die Küche und den Seminarraum wurden ebenfalls aus Ständerwänden konstruiert – hier jedoch mit einer hinterleuchteten Glashaut versehen. Diese betont die Andersartigkeit der Körper und trägt zu einer Grundbeleuchtung der dazwischen liegenden Lounge bei. Das Format der Glasplatten wurde wie bei den Vollgipsplatten liegend gewählt, jedoch mit anderen Formaten.

Die so geschaffene Gesamtstimmung im Raum wirkt farblich fein aufeinander abgestimmt, nimmt Bezug auf den Bestand und verströmt handwerkliche Eleganz. 
 
Ausgabe "2008/2 - März/April" bestellen
 
Text Gregor Eigensatz
Bild Carnier Carnier Loher; Daniel Angehrn, Rorschacherberg
 
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