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Sanierung UBS-Büro- und Geschäftshaus
Wegweisende Kultur der Farben und Konturen
 
Die fünf bestehenden, aneinander gebauten Flurhof-Häuser wurden bis auf den Rohbau zurückgebaut und um ein Bürogeschoss aufgestockt. Heute verbinden die neue Gebäudehülle und der Innenausbau die Gebäude zu einem einheitlichen Grosskörper. Der sehr bewusste und gezielte Einsatz von Farbe und Material bringt facettenreiche Kontrast-nuancen hervor, von denen Aussenhülle wie Innenraum leben.

Das Konzept der neuen Gebäudehülle und des Ausbaus integriert die fünf UBS-Gebäude zu einem einheitlichen, langgezogenen Grosskörper von 160 Metern Länge. Die zwei charakteristischen integrierenden Hauptthemen sind die einheitliche Bandfassade mit frei gesetzten Farbglaspaneelen und Aluminiumbrüstungen sowie eine mittlere Kollektiv-Dienstleistungsszone als horizontale Haupterschliessung, die sich über die gesamte Gebäudelänge erstreckt und die Grossraum-Bürobereiche übersichtlich ausgestaltet und strukturiert.

Farbige Glaspaneele
Grosszügige Fensterbänder mit farbigen, frei verteilten Glasscheiben und den dazwi-schenliegenden Brüstungen aus grossen Aluminiumblechtafeln geben dem Gebäude ein leichtes, ätherisches Erscheinungsbild, verstärkt noch durch den hellen Farbton mit Glimmeranteil. Die Farbgebung beschränkt sich auf eine Auswahl von vier Farben: Rot, Grün, Gelb und Blau wechseln in freier Anordnung ab, sodass die wiederholenden Fassadenflächen der drei Gebäudetrakte unterschiedliche Farbverteilungen aufweisen. Die farbigen Glaspaneele bestehen aus Verbundsicherheitsglas, das zwischen den Scheiben bis vier unterschiedlich gefärbte Folien enthält, die in ihrer Addition und Abfolge dem Glas eine spezifische Koloratur verleihen. Im Tagesverlauf bewirken die Glasfarben je nach Witterung und Sonnenstand innenräumlich sehr poetische, atmosphärische Stimmungsbilder. Im Gegensatz zum Innenraum lockern sie an der Aussenhaut die Strenge der konsequent geführten Bandfenster dezent auf, machen die Fassade vielschichtig erlebbar. Je nach Aufmerksamkeit und Distanz ergeben sich für den Betrachter Sinneseindrücke unterschiedlicher Dichte. In der Dämmerung und im nächtlichen Erscheinungsbild ist die Hülle von den unterschiedlichen Farben inszeniert, sodass diese wie Pailletten zu glitzern und strahlen beginnen.

Neonlicht in der jeweiligen Hausfarbe
Die fünf nahezu identischen Bürogeschosse sind in eine Grossraumbüro- und eine sich über die gesamte Gebäudeausdehnung erstreckende kollektiv nutzbare Mittel-zone unterteilt. Grosse Möbelkuben aus weissen, glanzlackierten MDF-Platten wer-den so gesetzt, dass zwischen den einzelnen Volumen unterschiedlich grosse Raum-flächen oder Durchgangszonen entstehen. Die Bereiche, in denen man sich länger aufhält – Pausenraum, Sitzungszimmer, Schulungsbereich – werden durch farbige Teppichflächen von den grau gehaltenen Durchgangsbereichen unterschieden.

Zur Orientierung im 160 Meter langen Gebäude wird jedem Hausabschnitt an präzis gewählten Orten eine der vier Farben zugeordnet, die sich in den Glasbändern der Fassade finden. Die silbergraue Wand des Liftkerns und des Nasszellenkerns wird mittels einer farbigen Neonbeleuchtung in die jeweilige Hausfarbe getaucht. Bei den einheitlich weiss gehaltenen Möbelkuben sind die funktional bedingten Nischen im Raumkörper mit farbigen Glanz-Kunstharzplatten ausgekleidet. Die Aufenthaltszonen sind durch entsprechende farbige Bodenbeläge in der jeweiligen Hausfarbe gekennzeichnet.

Wie ein aufgebrochener Kristall
Im Kopfbau des Erdgeschosses befindet sich die Cafeteria neben dem Personalrestaurant. Der Grundriss des bestehenden Raumes lässt sich als eine freie, -fünfeckige Form beschreiben. Der eigentliche Bar-körper wird in die ungefähre Mitte des Raumes gesetzt und generiert durch seine Position Raumflächen mit unterschied-lichen Charakteren. Es entsteht ein Bereich mit einer klassischen Kaffee-Sitztisch-bestuhlung, einem tiefer möblierten Lounge-Bereich sowie einer Zone mit Stehtischen für eilige Kunden. Als Leitbild für das architektonische Konzept des Barkörpers dient die Vorstellung eines «Amethyst», eines Steins mit einer grauen, einfachen Oberfläche. Sobald man den Stein aufbricht, erstrahlt sein Innenleben in einer glitzernden, facettenreichen Farbenpracht. Graue, grob wirkende K3-Putz behandelte Wandscheiben, klammerartig angeordnet, definieren die geometrische freie Form des Barkörpers. Innerhalb dieses aufgespannten Raumes misst sich die Bar-Theke mäanderförmig ein. Die zwischen den Wandscheiben hervortretenden, nach aussen sichtbaren Fronten und Ablagen sind in Analogie zum aufgebrochenen, glitzernden Kristall aus farbig emailliertem Glas. Bedienerseitig sind die Gastroapparate aus geschliffenem CNS materialisiert. Über dem inneren Bereich des Körpers schwebt ein hinterleuchteter farbiger Glaskörper. Die gesamte Bodenfläche ist im gleichen Grauton wie die Wandscheiben des Volumens gehalten. Sie scheinen übergangslos ineinander zu verschmelzen. Ein spezielles Beleuchtungskonzept an der Decke lässt die Raumhöhe als unendlich erscheinen und taucht die übrige Cafeteria in eine diffuse Atmosphäre. Dem leuchtenden Barkörper wird die ganze Aufmerksamkeit geschenkt. Nachts soll er wie ein Edelstein leuchten.

Raumschichten wie leuchtende Laternen
Konferenz- und Sitzungszimmer sind in drei Raumzeilen zusammengefasst, die um ein Foyer gruppiert sind. Die Raumzeilen werden zum Foyer durch Glaswände abge-trennt, zum Aussenraum hin sind sie entlang der Gebäudehülle durch die 2.8 Meter hohen Glasbänder geöffnet. Die hellen und hohen Konferenz- und Sitzungsräume unterscheiden sich zum bewusst gepressten dunkleren Foyerbereich in Materialisie-rung, Farbgebung und Beleuchtung. Diese starke Differenzierung führt zu einer Kon-trastwirkung, die die Raumschichten atmos-phärisch als leuchtende Laternen zum Foyer hin ablesbar machen. Ein speziell hochfloriger, weicher Teppich in je einer Farbe pro Raumschicht gibt den sonst eher streng zurückhaltend möblierten Sitzungs- und Konferenzräumen eine aufgelockerte, gelöste Atmosphäre. Im Gegensatz dazu steht im Foyer der harte, glänzende, anthrazitfarbene Kunststeinboden mit weissen Einsprengseln aus Marmor. Beim introvertierten, abgestuften Auditorium werden für Boden und Wandflächen grau und anthrazit verwendet. Die Farbgebung des Raumes erfolgt hier durch die feste Möblierung. Die eschenholzfurnierten Tische und Stühle werden mit einer orangefarbenen Wischbeize versehen. Für die Deckenreflektoren werden in Anlehnung an die Aluminiumbänder der Gebäudehülle, natureloxierte Aluminiumplatten verwendet, die dem Raum zur Decke hin eine gewisse Leichtigkeit verleihen. 
 
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Text Stücheli Architekten
Bild Stücheli Architekten
 
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